Ein Derby und die Emotionen hinterher…
Sonntag, Februar 28th, 2010Am Freitag war das große Derby zwischen Schalke und Dortmund, doch eigentlich waren die ganz großen Emotionen auf dem Spielfeld und auf den Zuschauerrängen ausgeblieben. Wie gut aber, dass zumindest Schalke-Trainer Felix Magath im Interview beim Pay-TV-Sender Sky ein emotionales Nachspiel hinlegte und so dort ein Privatderby gegen Moderator Jan Henkel und Sky lostrat. Indirekt sprach der von einer Verschwörung des Senders gegen ihn und seine Jungs, nur Fouls von seinen Jungs werden gezeigt, aber dass mal was positives oder ein paar Unsportlichkeiten des Gegners gezeigt würden, das gibt es natürlich nicht.
Ich habe Weidenfeller nicht gesagt, dass er Hummels mit der Faust ins Gesicht schlagen soll. Haben Sie überhaupt schon mal Fußball gespielt? Sicher war das ein Foul, aber warum zeigen Sie keine Dortmunder Fouls? Langsam habe ich die Schnauze voll. (Felix Magath, Trainer beim FC Schalke 04, im Sky-Interview nach dem Derby gegen Borussia Dortmund)
Das große Schweigen von Linz
Samstag, Februar 13th, 2010Angepisst von den letzten falsch wiedergegeben Interviews kann sich ein Trainer der österreichischen Bundesliga schon mal ein Schweigegelübde auferlegen. Für den Reporter ist das natürlich dumm, denn er bekommt keine Antworten und noch dazu wird sein total in die Hose gegangener Interviewversuch auch noch live in den VIP-Club übertragen. Tja, was nun, Experte Krankl retten Sie die Stimmung?
Hier geht es zum Video: www.youtube.com/watch?v=X6MF3szWEzk
Ein Interview mit Udo Lindenlaub
Freitag, Februar 12th, 2010Vor kurzem habe ich das Buch „Von Asche zu Asche“ von Udo Lindenlaub gelesen und ich war erstaunt, wie lustig und spannend ein Fussballbuch sein kann. Bevor ich hier in große Begeisterungsstürme ausbreche, habe ich mir mal gedacht, nimmst du mal Kontakt mit dem Autor auf und lässt ihn ein paar Fragen zu seinem Buch, zur Kreisliga und zum Leben als Fussballfan überhaupt beantworten. Und der gute Udo hat natürlich sofort mit Begeisterung mitgemacht, was aus dem Gespräch herausgekommen ist, könnt ihr hier nachfolgend lesen. Viel Spass…
Hallo Udo, du hast mit dem Titel „Von Asche zu Asche„ in meinen Augen vor kurzem eines der besten deutschen Fussballbücher herausgebracht. Stell dich doch mal bitte unseren Lesern hier kurz vor, damit sie wissen mit wem sie es zu tun haben:
Erstmal vielen Dank für die Blumen! Ich wohne mit Frau und zwei Kindern im wunderschönen Bonn. Meine Fußballschuhe hängen am Nagel, ich bin dem Laufsport verfallen. Fußballsüchtig war ich schon immer und schaue noch heute fast jedes Spiel. Emotional eingenordet wurde ich als Kind von der WM 1978 in Argentinien. Die Bilder von diesen unglaublichen Konfettiregen bei den Spielen der Argentinier habe ich heute noch im Kopf. Das hat mich damals zutiefst beeindruckt. Ich spürte: Fußball muss etwas ganz besonderes sein. Ansonsten fotografiere und reise ich sehr gerne.
In dem Buch beschreibst du in autobiographischer Form dein Leben als Fussballfreak und Hobbyfussballer. Ist das wirklich alles so passiert?
Alles, was im Buch auf dem Fußballplatz beschrieben wird, somit auch die Figuren, ist auch tatsächlich so passiert, auch wenn manche Anekdoten so skurril sind, dass man es kaum glauben mag; Die Geschehnisse Drumherum im Prinzip auch, sie sind jedoch manchmal chronologisch passend gemacht, und die Dialoge natürlich aus der Erinnerung und somit pointiert bzw. zugespitzt.
Ihr habt ja nie trainiert, zumindest schreibst du das so. Wie habt ihr eure Mannschaft aufgestellt, wer hat die Taktik gemacht? Wie funktionierte die Organisation in einer Zeit, bevor Email und SMS gesellschaftsfähig wurden?
Philipp Lahm im Tollhaus
Montag, November 9th, 2009Wenn es beim FC Bayern München mal nicht läuft, dann ist das gleich wie ein Weltuntergang. Spieler kritisieren sich und die Mannschaft vor laufender Kamera, Trainer sind ratlos und der ein oder andere Spieler ergreift schlichtweg die Flucht. Wenn man dann aber als Spieler auch noch die große Tabulinie übertritt und die eigenen Vereinsbosse öffentlich kritisiert, dann ist – verzeiht meine Wortwahl – die Kacke aber so richtig am Dampfen. Philipp Lahm hat dies dennoch gewagt und in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung ganz klar angesprochen, was bei den Bayern schief läuft und indirekt auch wer Schuld daran ist. Inzwischen kennt ja jeder in Deutschland die Antworten von Philipp Lahm, aber ein paar kleine Passagen möchte ich trotzdem hier noch einmal zitieren. Ganz einfach aus dem Grund, da hier die Probleme des FC Bayern München klar und deutlich angesprochen werden und die Fans das prinzipiell genau so sehen! Nur eben nicht die Vereinsbosse…
Wenn man unsere Mannschaft mit anderen Topteams aus der Champions League vergleicht, dann sind diese eben auf sieben, acht Positionen strategisch erstklassig besetzt – und das fehlt uns. Wenn man sich mit Barcelona, mit Chelsea, mit Manchester United messen will – dann braucht man als FC Bayern eine Spielphilosophie. Das muss auch das Ziel des Vereins sein. (Phillip Lahm im SZ-Interview)
Der alte Ballsaal auf St.Pauli gehört nun…
Sonntag, November 1st, 2009Vor einigen Tagen habe ich ja schon auf die Container-Ebay-Auktion des FC St.Pauli hingewiesen. Damals dachte ich ja noch nicht, dass sich gleich so schnell ein Käufer für die bemalten Metallkisten finden würde, aber ich habe mich getäuscht. Ein überzeugter Pauli, namens Jürgen Kosian hat zugeschlagen und für 15.000 Euro den alten Ballsaal übernommen und da ich jetzt neugierig geworden bin, was man mit 22 alten Containern anstellen will, habe ich mit Jürgen Kosian und seine Auktionskollegin Hanni Thomsen mal eben kurz Kontakt aufgenommen. Herausgekommen ist dabei so etwas wie ein Kurzinterview, was mir natürlich alle offenen Fragen geklärt hat:
Jürgen Press sieht Rot und das in einem Scheißstadion…
Freitag, September 11th, 2009Ein Mann sieht Rot, und zwar richtig deftig! Im August 2007 sprach Jürgen Press, der damalige Trainer des FC Ingolstadt, Klartext und das vor laufender Kamera von INtv. Eingebracht hat ihm sein explosives Interview, andere bezeichnen es als Ausraster, nicht viel, wenn man von dem Ärger mit den eigenen Fans und der Abmahnung durch den Verein absieht. Aber ob er das so positiv gefunden hat?
Mich persönlich kotzt es an, in diesem Scheißstadion zu spielen. Wir haben von der ersten Minute an zwar viele Zuschauer gehabt, aber keine Unterstützung. Nach zehn Minuten geht die Gegentribüne schon wieder los, beschimpft die Spieler, beschimpft den Trainer. Das kann nicht sein! Und das ist Ingolstadt? Da sag ich nur Dankeschön. (Jürgen Press)
Ein Interview, ungefragt spontan
Sonntag, Juni 21st, 2009Reporter haben es oft nicht einfach. Vor allem dann wenn sie in der Zukunft über den italienischen Fussball berichten sollen, denn dort wollen die Vereine ab dem Jahr 2010 Geld für Interviews kassieren. Diese Interviewsperre für Spieler und Trainer soll in ein neues Gesetz zur Vermarktung der Fernseh-Übertragungen ab 2010 integriert werden, was jetzt schlußendlich daraus geworden ist, ist mir unbekannt, aber schon alleine das Vorhaben und die Diskussion zeigt, dass es für Journalisten in Italien nicht einfacher werden wird.
Ganz gegensätzlich zeigt sich da dagegen der Brasilianer Robinho beim Confed-Cup in Südafrika. Im Spiel Brasilien gegen die USA zeigte er nach seinem 2:0 wie er das mit Interviews und der Presse sieht. Nach seinem kurzen Torjubel läuft er direkt auf die erstbeste Kamera eines brasilianischen TV-Senders zu und gibt dem dortigen Kameramann ungefragt ein Interview bzw. beschreibt wie er das Tor erzielt hat. (weiterlesen…)





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