Home int. Meisterschaften Heute Trainer bei der EURO 08, und morgen…

Heute Trainer bei der EURO 08, und morgen…

by Frittenmeister

Die Europameisterschaft 2008 ist vorbei. Spanien ist verdient Europameister geworden, aber wie es nach jedem großen Turnier ist, kommt es danach zum einen aus Frust, zum anderen aus Lust zu einer Rücktrittswelle bei den Mannschaften. Wir haben mal explizit einen Blick auf die Trainer geworfen und können euch jetzt sagen, wer Nationaltrainer bleibt und wer nicht…

Josef Hickersberger (Österreich)

Josef Hickersberger hatte einen schweren Stand als Nationaltrainer von Österreich. Die Ergebnisse stimmten in der Vorbereitung nur selten, aber pünktlich zum Turnierstart war man dann doch topmotiviert und scheiterte mit einer eher schwächeren Mannschaft sehr unglücklich in der Vorrunde. Hickersberger legte daraufhin sein Amt als Nationaltrainer nieder, vor allem weil seine Frau ihn darum gebeten hatte. Und was ist einem Hickersberger wichtiger als die Familie? Nichts natürlich…

Jakob „Köbi“ Kuhn (Schweiz)

Der Schweizer Nationaltrainer „Köbi“ Kuhn wird nach der Europameisterschaft sein Amt als Nationaltrainer nach 7 Jahren bei den Eidgenossen niederlegen. Das hat aber nichts mit dem nicht so tollen Abschneiden bei der EURO im eigenen Land zu tun, sondern vielmehr damit, dass er für sich selber entschieden hat, mit dem Turnier im eigenen Land abzutreten. Ein Nachfolger steht auch schon lange bereit: Ottmar Hitzfeld

Karel Brückner (Tschechei)

Nach 6 Jahren geht auch in der Tschechischen Republik eine kleine Ära zu Ende. Karel Brückner legte nach dem Ausscheiden in der Vorrunde sein Amt nieder, bzw. eigentlich muss man sagen, dass er seinen Vertrag nicht mehr verlängerte. Der wäre nämlich so oder so ausgelaufen und wie man im Vorfeld der EURO hörte, ist die Verbandspitze der Tschechen nicht mehr bedingungslos zufrieden mit „Klekipetra“ und wollte den Vertrag mit ihm auch nicht unbedingt verlängern. Dem ist er wohl mit seinem freiwilligen Rückzug nur zuvor gekommen. Was er jetzt nach der EM machen wird hat er noch nicht verraten…

Leo Beenhakker (Polen)

Bei den Polen gibt es keine Diskussione. Sie sind zufrieden mit ihrem holländischen Nationaltrainer, auch wenn bei der Europameisterschaft schon in der Vorrunde Endstation war. Leo Beenhakker, seit dem letzten Jahr Träger des „Ordens für die Wiedergeburt Polens“ soll die Polen auch durch die Qualifikation zur WM 2010 führen und vielleicht stellt sich bei dem Turnier dann endlich der Erfolg ein…

Victor Piturca (Rumänien)

Der Nationaltrainer der Rumänen, Victor Piturca, sitzt fest im Sattel. Auch er ist mit seiner Mannschaft schon früh gescheitert, aber auch nur denkbar knapp. Wäre gegen Italien der Elfmeter reingegangen, dann wären die Rumänen sensationell im Viertelfinale gestanden. Die rumänischen Fans und auch der Verband sind jedenfalls sehr stolz auf die Leistung der Mannschaft und auch wir müssen sagen, wenn die sich so weiterentwicklen unter Victor Piturca, dann sind die bald ein sehr gefährlicher Gegner.

Raymond Domenech (Frankreich)

Raymond Domenech heißt der Nationaltrainer der Franzosen, nur wie lange noch? Nach dem frühen Aus bei der EURO und den schlechten Auftreten der Mannschaft bei den Gruppenspielen sind die französischen Fans und auch die Verbandsfunktionäre sauer. Sie wollen, dass Domenech geht! Ganz anders die Spieler, die wollen, dass er Trainer bleibt und fordern vom Verband die Unterstützung für ihn ein. Ob es was hilft? Wohl eher nicht, vor allem auch deswegen, weil Domenech sich durch seinen unüberlegten Umgang mit der Presse selbst ins Abseits gestellt hat. Oder welcher Nationaltrainer macht kurz nach dem Ausscheiden im TV seiner Freundin einen Heiratsantrag, während Millionen Fans trauern und sich eine Spielanalyse wünschen. Noch sitzt er im Sattel, allerdings wohl nicht mehr lange. Die Spatzen in Paris pfeifen schon seinen Nachfolger von den Dächern: Ex-Nationalspieler Didier Deschamps

Lars Lagerbäck (Schweden)

Lars Lagerbäck ist ist in seiner Heimat Schweden nicht unumstritten. Vor allem seine lockere Art, mit Niederlagen umzugehen, bringt ihm immer wieder große Kritik ein. Doch das alles stört ihn nicht weiter, er will trotz des Vorrunden-KOs bei der EM 08 weiterhin im Amt bleiben und die Schweden zur WM 2010 nach Südafrika führen. Auch der schwedische Verband stellt sich klar hinter seinen Nationaltrainer. Für sie ist Lagerbäck der Mann, der die Schweden erfolgreich nach Südafrika führen wird. Schau mer mal ob das funktioniert…

Otto Rehagel (Griechenland)

Der Volksheld in Griechenheld verliert langsam seinen Status. Die Mannschaft überzeugt nicht mehr und dass man als Titelverteidiger gleich in der Vorrunde ausgeschieden ist, stört auch viele. Vor allem die Medien haben sich auch Otte eingeschossen, denn diese ignoriert er wann immer er will. Und wenn er sie mal nicht ignoriert, dann beschimpft er sie oder behandelt sie wie lästiges Ungeziefer. Dabei weiß doch jedes kleine Kind, dass man die Presse nicht verärgern darf. Egal, nichts desto trotz bleibt er Nationaltrainer, denn in Griechenland zählt immer noch der überraschende EM-Titel 2004.

Luis Felipe Scolari (Portugal)

Luis Felipe Scolari wird nach der Europameisterschaft sein Amt als Nationaltrainer niederlegen. Grund ist für ihn nicht das Ausscheiden im Viertelfinale gegen Deutschland, sondern das liebe Geld. Denn er muss ja, laut seiner eigenen Aussage, langsam an sich und seine Kinder denken und deswegen mehr Geld verdienen. Abramowitsch und Chelsea geben ihm die Chance dazu, ob er dort allerdings glücklich wird?!? In Portugal jedenfalls trauern sie um einen großartigen Trainer, aber vielleicht macht es ja Scolari´s Landsmann Zico genau so gut wie er. Zico soll nämlich laut mehreren Medienberichten der neue Nationaltrainer von Portugal werden…

Marco van Basten (Holland)

Er hat den schönen Fussball wieder zurück in die Niederlande gebracht. Doch der große Erfolg blieb Nationaltrainer Marco van Basten dann doch verwehrt. Im Viertelfinale war Schluss gegen stark aufspielende Russen, und damit ist auch das Ende für van Basten gekommen. Der 44-jährige wechselt im Anschluss an die Europameisterschaft freiwillig zu Ajax Amsterdam. Sein Nachfolger steht natürlich auch schon fest. Ein für uns altbekannter, Ex-Dortmund Trainer Bert van Marwijk…

Slaven Bilic (Kroatien)

Der mit 39 Jahren jüngste und verrückteste Nationaltrainer bei dieser Europameisterschaft. Versuchte seine Spieler mit extremer Musik zu motivieren, was ihm in der Vorrunde auch überragend gelang. Doch schon im Viertelfinale war Schluss. Nach einem schwachen Spiel schieden sie im Elfmeterschießen gegen die Türkei aus, für Slaven Bilic ist das jedoch kein Problem. Er soll die kroatische Nationalmannschaft noch weiterentwickeln und wird für längere Zeit noch Nationaltrainer Kroatiens bleiben.

Roberto Donadoni (Italien)

Italien ist geschockt! Italien ist sauer! Und alle stellen sich die Frage, was Donadoni alles falsch gemacht hat. Nach den sehr schlechten Spielen der Italiener war eigentlich allen klar, dass nach der EM ein neuer Nationaltrainer her musste. Und da kam es gerade Recht, dass Donadoni noch vor dem Turnierstart seinen Vertrag als Nationaltrainer ändern lies. Nur bei dem Einzug ins Halbfinale hätte sich sein Vertrag als Trainer der italienischen Nationalmannschaft verlängert und nur dann hätte er eine richtige Abfindung bekommen. Ihm wirds trotzdem egal sein, denn Geld hat man als Profi ja eh immer genug. So denkt wohl auch sein Vorgänger und jetzt wieder Nachfolger Marcello Lippi. Der Weltmeistertrainer von 2006 kommt angeblich für ein Spottgehalt, nur eine einzige Million wird er im Jahr bekommen! Ein weltmeisterliches Schnäppchen…

Fatih Terim (Türkei)

Fatih Terim ist nicht nur Nationaltrainer der Türkei. Er ist auch ein Volksheld in seiner Heimat, vor allem wegen der Siegtreffer in letzter Sekunde. Und auch weil seine Mannschaft mit Herz spielte und zeigte, dass sie ein ernstzunehmender Gegner ist. Endstation war erst im Halbfinale und selbst da schieden sie dann unglücklich gegen die deutsche Nationalmannschaft aus. Terim gab am nächsten Tag seinen Rücktritt bekannt, inzwischen ist er sich aber nicht mehr sicher und will von seiner Rücktrittsankündigung nicht mehr viel wissen. Die Verwirrung ist derzeit groß, der Verband und auch die Fans wollen ihn unbedingt behalten, aber was Terim selber will, weiß niemand so genau. Man weiß nur, dass er derzeit hin- und hergerissen ist…

Guus Hiddink (Russland)

Ja, zu Guus Hiddink muss man eigentlich nicht viel schreiben. Denn er war hat die Überraschungsmannschaft dieser EM geformt und ist mit herzerfrischendem Offensivfussball bis ins Halbfinale vorgestoßen. Klar, dass Hiddink in Russland als Nationalheld verehrt wird und Nationalhelden werden natürlich auch nicht gefeuert. Am liebsten würden die Russen ihn derzeit ja für immer und ewig behalten, aber ob der Weltenbummler das will? Im Moment jedenfalls gefällt es ihm ganz gut und deswegen will er auch noch einige Zeit bleiben.

Luis Aragones (Spanien)

Der älteste Trainer dieser Europameisterschaft hat für die Spanier historisches vollbracht. Nach 64 Jahren hat die Selección endlich wieder einen großen Titel gewonnen. Aber Aragones ist das jedenfalls ziemlich egal, nach der EM beendet er seine Nationalmannschaftskarriere und wird Trainer bei Fenerbahce Istanbul. Oder auch nicht? Die Türken vermelden ihn als neuen Trainer, Aragones jedoch verleugnet die Unterschrift in Istanbul. Er will lieber seine Karriere komplett beenden und das Leben genießen. Tja, was nun? Die Verwirrung um ihn ist groß, sicher ist jedenfalls, dass bei der spanischen Nationalmannschaft Schluss sein wird…

Jogi Löw (Deutschland)

Unser Trainer ist spitze, und deswegen bleibt er auch! Er fühlt selber, dass er auf einer großen Mission ist und die Ergebnisse dieser Europameisterschaft sprechen für sich. Er wird also unser Trainer bleiben und das hoffentlich noch für lange Zeit…

Fazit: 

Von den 16 Trainern, die bei der EURO 08 in Österreich und der Schweiz  mit dabei waren, werden 7 freiwillig aufhören. Donadonin in Italien musste auch gehen, allerdings wollte er nicht so Recht. In Frankreich wird noch fleißig diskutiert, ob Domenech wirklich der richtige Mann für die Nationalmannschaft ist. Also von 16 Trainern, die zu Beginn der EM noch im Amt waren, bleibt nach dem Turnier jetzt noch die Hälfte übrig….

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