Über das Buch von Philip Lahm war in den Medien ja schon viel zu lesen: Die große Abrechnung sei das, seine Ex-Trainer seien alle angepisst und überhaupt: wie kann der nette Lahm denn so was machen? Das alles hat mich auch neugierig gemacht und ich habe mir mal ein Exemplar von Philipp Lahm´s “Der feine Unterschied” besorgt. Was muss ich lesen? Ja, äh…nichts…es ist alles irgendwie nur halb so schlimm und eigentlich hätte sich niemand aufregen müssen. Danke liebe Zeitungen, danke liebe Trainer, danke Ihr alle, die Ihr das Buch nicht gelesen habt und trotzdem euren Senf dazu gebt. Philipp Lahm, Co-Autor Christian Seiler und der hervorragenden Kunstmann Verlag reiben sich aufgrund des perfekten Marketings gerade die Hände. So ist das Geschäft. Ein kleiner Aufreger und ein paar öffentliche Diskussionen, schon ist das Buch ein Bestseller. Wieso Philipp Lahm das Buch aber geschrieben hat, weiß keiner und wird keiner im Buch erfahren.Über seine Ex-Trainer schreibt er nichts Neues, nur Altbekanntes, das wir schon aus der Presse kennen. Zum Beispiel, dass ein Louis van Gaal stur ist, dass die Methoden eines Felix Magath auf Druck aufbauen und dass ein Jürgen Klinsmann nicht wirklich zum FC Bayern München gepasst hat. Neu ist das wirklich nicht, oder?! Nun ja, wenigstens erklärt er, wann es gut ist, mal öffentlich auf den Putz zu hauen. Auch wenn es richtig Geld kostet, ist der Vorteil dann doch, dass das eigene Image extrem verbessert wird.
Für mich stellt sich trotzdem die Frage, wieso Philipp Lahm ausgerechnet einer großen deutschen Boulevardzeitung seine Vorabzüge überlässt. Hätte er sein Buch über das Handelsblatt oder über die Süddeutsche Zeitung vorab vermarktet, wäre nichts passiert. Es würde aber vermutlich auch keinen großen Run auf das Buch geben, und dann wiederum würde sich niemand aufregen, weil die Zitate aus dem Buch dann vollständig gedruckt wären und nicht aus dem Zusammenhang gerissen worden wärenm – so mutmaßen wir. (weiterlesen …)