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Robert Enke, du wirst mir fehlen!

by Frittenmeister

Eigentlich weiß ich immer noch nicht was ich schreiben soll, ich bin immer noch zutiefst geschockt über den Tod von Robert Enke, aber irgendwie habe ich das Gefühl ich muss ein paar Worte verlieren auch um mich selber ein wenig damit zu beruhigen. Für mich war das gestern Nacht ein Schock, ich habe kurz vor Mitternacht davon erfahren, als ich noch schnell mal meine Emails checken wollte und mir sofort 5 Nachrichten über Skype diese dramatische Nachricht mitteilten. Ich konnte es nicht glauben und doch war es wahr! Alle großen Online-Zeitungen wie der Kicker oder der Spiegel bestätigten die Nachricht, Robert Enke hatte sich das Leben genommen. Es ist traurig, einfach nur traurig und dass ich damit nicht alleine war, zeigten schon die ersten Fernsehbilder, weinende Fans in Hannover, trauernde Spieler des FC Barcelona legen eine Trauerminute ein und geschockte Mitspieler und Trainer gaben ihre erste öffentliche Stellungnahmen ab. Ich jedoch war und bin immer noch sprachlos, ich weiß einfach nicht was ich schreiben soll. Mir ist Robert Enke richtig ans Herz gewachsen in den letzten Jahren, er war immer offen, natürlich, zeigte auch Gefühle und trotzdem zeigte er eine konstant gute Leistung im Tor. Für mich war er ein Vorbild, ich dachte immer er hat den Spagat geschafft zwischen dem enormen Leistungsdruck in der Bundesliga und einem privaten Leben. Doch was wir vielleicht alle nicht bedacht haben, sein Leben war durch den Tod seiner kleine Tochter Lara gewaltig durcheinander geraten, ihm war dadurch sein persönliches Glück abhanden gekommen…

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=x2Vy2G_w5I0[/youtube]

Heute morgen führte mich mein Weg zur Arbeit auch durch die Irrungen der Münchner U-Bahn und auch dort ist mir sofort aufgefallen, dass es an diesem Morgen etwas anders ist als sonst. Viele Leute, die sonst schnell von A nach B hasteten, blieben kurz stehen, als das Gesicht von Robert Enke auf den Videoleinwänden der U-Bahnstationen erschien und auf allen Gesichtern konnte man eine Mischung aus Verständnislosigkeit und Trauer sehen. Niemand kann den Tod von Robert Enke verstehen, er kam so plötzlich für uns und er zeigt uns, dass wir uns nicht in unsere Mitmenschen hineinversetzen können. Er zeigt, dass wir auch machtlos sind, solange in der Gesellschaft die Krankheit Depression noch nicht 100%ig anerkannt ist. Viele denken ja, dass depressive Leute immer auch gleichzeitig verrückt sind, aber dem ist nicht so. Eine Depression ist eine Krankheit, die laut den Ärzten sehr gut behandelbar ist. Für mich ist das auch etwas neues, mit Depressionen habe ich mich auch noch nie groß beschäftigt, aber der Tod von Robert Enke zeigt, dass es jeden treffen kann. Egal ob er Millionär ist oder ein armer Schlucker, diese Krankheit macht keine Unterschiede zwischen Arm und Reich.

Für Robert Enke, unsere Nationaltorwart, kommt das alles leider zu spät. Er konnte nicht mehr anders, er sah keinen Ausweg mehr und auch seine Frau und seine kleine Adoptivtochter konnten ihm keine Halt mehr bieten. In seinem Abschiedsbrief entschuldigt er sich für seinen Selbstmord und auch für seine geheimen Vorbereitungen dafür. Für seine Frau Teresa wird das kein Trost sein, sie muss jetzt stark sein und für die kleine Leila weiterhin da sein und eine gute Mutter sein. Das wird obgleich der ganzen Trauer sicher nicht einfach werden, aber so wie ich sie heute auf der Pressekonferenz gesehen habe, wie eine starke Frau, wird sie das schaffen! Ich werde an sie denken und falls es mir irgendwie möglich sein wird, dann werde ich ihr auch helfen. Teresa, du packst das!

In Gedenken Robert Enke

Auch der DFB hat reagiert und wie ich finde, das einzig richtige getan. Er hat das für Samstag angesetzte Länderspiel gegen Chile abgesagt. Auch der DFB muss sich eingestehen, dass es wichtigeres als Fussball gibt. In Hannover haben derweil am heutigen Abend bei einem Trauergottesdienst mehrere tausend Menschen teilgenommen und gleichzeitig versammelten sich 35.000 Menschen zu einem Trauermarsch durch die Stadt. Die Fans sind bewegt, sie trauern und sie zeigen, dass der Tod von Robert Enke sie fertig macht. Für sie ist es auch wichtig, dass sein Verein Hannover 96 die Nummer 1, seine Trikotnummer, nicht mehr vergeben wird. Das jedenfalls wird bereits jetzt von mehreren Seiten gefordert und ich finde, es wäre eine schöne Geste, wenn sie auch genau das machen würden. Die Nummer 1 in Hannover gehört Robert Enke und er soll sie behalten!

Ich wünsche den Angehörigen, Freunden und auch den Kollegen von Robert Enke mein aufrichtiges Beileid.

Was wir trotz der großen Trauer jetzt bedenken sollten ist folgendes: Robert Enke gibt uns allen, ja der ganzen Gesellschaft, eine Botschaft mit auf dem Weg. Erkennt, dass Depression eine Krankheit mit sehr guten Heilungschancen ist! Niemand sollte am Arbeitsplatz wegen Depressionen gehänselt werden, niemand sollte deswegen seinen Job verlieren und schon gar nicht sollte man den Leute damit Angst machen. Depression ist eine Krankheit und vor Krankheiten sollte man sich nicht verstecken müssen, man sollte ohne Angst offensiv damit umgehen können und schnell wieder gesund werden können. Ich weiß, das ist leichter gesagt als getan…

Jetzt bleibt mir nur noch eines, ich verweise hier auf das Kondolenzbuch auf der offiziellen Webseite von Robert Enke. Dort könnt ihr euch (online) eintragen und eure Trauer ausdrücken. Macht es, erweist Robert Enke euren Respekt und zeigt ihm, dass ihr für immer und ewig an ihn denken werdet: www.enke1.de

Lest auch den Artikel der Schaumburger Nachrichten, wie ich finde ein sehr schöne und starker Nachruf auf Robert Enke: www.sn-online.de

Quellen: Bild Homepage Hannover96 / Video Youtube (User: tigerente2)

5 comments

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5 comments

Jan 12. November 2009 - 10:01

Du hast vollkommen Recht. Die Nachricht war ein riesiger Schock und auch der Tag gestern war nicht wie jeder andere… Robert Enke wird auch mir immer ein Vorbild bleiben. Wir haben am 10.11. nicht nur einen großartigen Sportler sondern auch einen großartigen Menschen verloren!

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alfayed 12. November 2009 - 15:29

robert wir werden dich nie vergesses ich hab dich lieb

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Trainer Baade 12. November 2009 - 21:05

Ich hatte mich schon über den Tonfall Deines Kommentars auf meiner Seite gewundert, als doch die Nachricht schon überall bekannt zu sein schien. Dass Du es da noch nicht wusstest, erleichtert mich ein wenig, denn so konntest Du ja auf diese Nachricht noch nicht reagieren und andere oder gar keine Worte wählen.

Dass Du über Depressionen noch nichts wussstest, wundert mich ebenfalls, aber ich bin da beruflich „vorbelastet“ und ahne kaum, wer wann wie damit zu tun gehabt hat oder eben nicht. Sehr lesenswert sind die Ausführungen vom Zechbauer auf seiner Seite.

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Frittenmeister 12. November 2009 - 23:21

Ich hab es tatsächlich erst gegen Mitternacht erfahren, also erst weit nach meinem Kommentar auf deiner Seite. Mir ging der Tod von Robert Enke richtig nahe, ich habe nach der Nachricht erst mal einige Zeit das alles verdauen müssen.

Über Depressionen wusste ich und weiß ich immer noch relativ wenig, wenn man damit nicht direkt was zu tun hat, ist es auch schwer zu verstehen. Oberflächlich kann ich mir die Infos draufpacken, keine Frage, aber ich bezweifle ob ich es dann richtig verstehe. Man kann sich ja nicht vorstellen, wie sich Depressionen anfühlen oder ähnliches…

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Torsten engel 13. November 2009 - 18:09

Meine aufrechtige Anteilnahme der Familie!
In tiefer trauer

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