Home Kultclub Klinsmann geht, aber was ist jetzt mit der Kohle?

Klinsmann geht, aber was ist jetzt mit der Kohle?

by Frittenmeister

Klinsmann ist weg, und wisst Ihr wie ich das heute mitbekommen habe? Mein Chef in der Arbeit lief mir bei einer Raucherpause am Vormittag über den Weg, packte mich am Arm, grinst sich einen und meinte voller Freude: „Der Klinsmann ist weg, wir haben noch eine Titelchance“.  Dass er so ein harter Bayern-Fan ist, war mir bis dahin nicht klar, in den nächsten 20 Minuten wurde mir aber durch seine Diskussionsfreudigkeit mitgeteilt wie es um seine Gefühlslage wirklich steht und wie lange es in ihm gebrodelt hat. Seine abschließenden Worte waren nur „Gut dass der Schwabe weg ist…aber was soll das mit dem Heynckes?“ Ich hab ihm daraufhin nur entgegnet, dass der immer noch besser als der heulende Udo Lattek sei, ob es wirklich stimmt, werden wird am Ende der Saison dann sehen. Oder wenn alles klappt, schon am nächsten Wochenende…

Der Trainerwechsel macht schon Sinn, nur gibt man damit die ganze Reformtätigkeit der letzen Monate auf. Alles was Jürgen Klinsmann versucht hat zu schaffen, alle Grundlagen, die er versucht hat zu legen, werden durch eine absolut altmodischen Trainer innerhalb von Tagen ad acta gelegt werden. Egal, auf das will ich hier jetzt eigentlich gar nicht raus. Zu Saisonbeginn hatte ich mal eine Gehaltstabelle der Bundesligatrainer vorgelegt. Lange hatte ich daran rumrecherchiert und nur zum damaligen neuen Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann konnte man keine richtigen Werte finden. Angeblich soll er zwischen 5 und 8 Millionen Euro im Jahr verdienen, je nachdem wie viele Prämien und Zusatzleistungen er bekommt. Diese sind jedoch nicht genauer bekannt und so lässt sich jetzt auch die Abfindung noch nicht genau taxieren.

Aber laut Gerücht, das eine große deutschsprachige Sportzeitung vor 2 Wochen in die Welt gesetzt hat, soll Jürgen Klinsmann sich eine Abfindungsklausel in den Vertrag (läuft noch bis 30. Juni 2010) festschreiben haben lassen. Sollte er vor Ablauf seines 2-Jahres-Vertrages gehen müssen,  so bekommt er noch ein komplettes drittes Jahresgehalt (zwischen 4 und 5 Millionen Euro) hinterhergeschoben. Zusätzlich würde er noch Prämien und Zusatzbezüge weiterbezahlt bekommen. Im Endeffekt bedeutet das, dass er sein Gehalt für die komplette nächste Saison ausgezahlt bekommt und noch einmal das Gehalt einfach so oben drauf. Macht summasumarum 10 Millionen Euro, an Abfindung alleine für ihn. Seine Assistenten Martin Vasquez, Nick Theslof und Oliver Schmidtlein würden wohl relativ billig gehen und den  Bayern nur ca. 1-2 Millionen Euro Abfindung kosten. Kein Wunder, dass angesichts dieser Summen der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge von einer schweren Entscheidung spricht,sind das doch 11 Millionen Euro, die nächstes Jahr nicht für Transfers ausgegeben werden können…

Wir haben uns diese Entscheidung sehr schwer gemacht, aber die Ergebnisse der vergangenen Wochen, die Art und Weise, wie diese zustande kamen, und vor allem die Situation fünf Spieltage vor Saisonende, zwangen uns aus Verantwortung dem Klub gegenüber zu handeln. (Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender der FC Bayern München AG)

Andererseits wäre es grob fahrlässig, wenn man nicht noch mal alles versuchen würde, um doch in die Champions League zu kommen. Denn dort warten viele Millionen Einnahmen, mit denen könnte man nicht nur Jürgen Klinsmann ausbezahlen, sondern auch neue Spieler an Land holen und der Uli Hoeneß müsste sein liebgewonnenes Festgeldkonto nicht plündern. Aber ob das ein alternder Trainer schaffen wird, der seit dem Champions League Gewinn 1998 keinerlei Erfolge mehr vorweisen kann, bleibt dahingestellt. Wir werden es sehen…

Für Uli Hoeneß bietet sich dagegen durch den Rauswurf von Jürgen Klinsmann und die Rückholaktion von Übergangstrainer Jupp Heynckes  die Chance, die zwei größten Fehler seiner Amtszeit als Manager des FC Bayern München auf einen Schlag auszubüglen. Im Oktober 1991 warf er nämlich Jupp Heynckes als Bayern-Trainer raus und forcierte damals das Chaos im Verein. Bis heute sagt Hoeneß öffentlich, dass der Rauswurf von Heynckes sein größter Fehler als Manager war…

2 comments

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2 comments

Wacker Fan 27. April 2009 - 23:19

11 Mio? Peanuts… oder wie man in München sagt.. ein Breno, ein Sosa, oder ein Daei/Karimi/Dos Santos…

Viel wichtiger: Wer spielt gegen Mehmet Scholl?! Nur der SVW!!!! (Hoffentlich wechselt der sich die letzten 10min ned selbst ein, für unsere armen Verteidiger ist doch das Zeitlupentempo schon zu viel)

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zechbauer 28. April 2009 - 08:30

10 Mio, das halte ich für realistisch. Macht aber nichts, für die Graupe Podolski bekommen wir das gleiche Geld – und 10 Mio. für Lu-lu-Lukas ist doch ein Riesengeschäft! Immerhin haben wir mit JK auch 45 bis 50 Mio. in der CL verdient. Alles halb so tragisch.

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