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EM2012: Arschball bei den Schweden

by Frittenmeister

Bei uns nennt man es Arschball, in Schweden „Gris“. Übersetzt heißt das „Schwein“ und ich glaube jeder Bolzplatzjünger kennt dieses Spiel auch. Einer muss ins Tor und dreht seinen blanken Arsch der Mannschaft entgegen. Die darf ihn bzw. seinen nackten Hintern dann abschießen und den Spieler so für irgendwas bestrafen. Das irgendwas war vorher meistens ein Spiel wie Ball hochalten, fünf gegen zwei oder er wurde mehrfach getunnelt. Also eigentlich nichtige Gründe, aber trotzdem gehört das bei einer intakten Bolzplatzgemeinschaft vollkommen mit dazu.

Aber nicht nur dort. Auch bei der schwedischen Nationalmannschaft hält man viel von diesem Spiel und hat damit auch viel Spaß. Naja, nicht alle, denn Schwedens Ersatztorhüter Johan Wiland, war der Leidtragende, der die Hosen runterlassen musste. Er hatte es aber auch verdient, denn beim „Ball hochhalten“ patzte er mehrfach und musste sich anschließend unter großem Gelächter von seinen Teamkollegen abschießen lassen. Das zeigt, dass die Stimmung im Team der Schweden hervorragend ist und das man sich untereinander auch sehr gut versteht. So etwas ist in meinen Augen immer die Voraussetzung, um bei einem Turnier eine Überraschung zu schaffen …

Ein Video vom schwedischen Arschball findet ihr bei der schwedischen Zeitung Expressens: www.expressen.se/sport/fotboll/em/har-straffas-han-med-nakenlek-pa-traningen

Aber das sehen nicht alle so! Vor allem im Schweden selber gibt es viele kritische Stimmen. Man sorgt sich dort um das Bild, was die Nationalmannschaft im Ausland abgibt und um die Vorbildfunktion, die die Spieler innehaben. Auch, dass der schwedische Verband SvFF noch im Vorfeld der Veröffentlichung versucht hat, eben diese zu verhindern, wird mit Verwunderung vernommen. Was ist denn schon schlimmes dabei, wenn man als Gemeinschaft, als Team ein wenig Spaß zusammen hat.

Das ist unglaublich schlechtes Benehmen. Die Spieler sind Helden für zig Tausende von Jungs und Mädchen in ganz Schweden. Ich denke nicht, dass sie zeigen sollten, dass sowas okay ist. (Lars Arrhenius, Generalsekretär der Anti-Mobbing-Gesellschaft Friends)

Wir finden, so was gehört zum Fussball mit dazu! Was es hier zu kritisieren gibt, verstehen wir nicht wirklich, denn diese Geld-Mentalität, die im Fussball eingezogen ist und auch bei den Nationalmannschaften jeden Tag bestimmend ist, finden wir eher zu kritisieren. Dank der Medien, der Sponsoren und des Geld werden solche lustigen und internen Gemeinschaftsaktionen verhindert. Das Bild, das man nach außen abgibt und was den Sponsoren angeblich so wichtig ist, muss gewahrt bleiben. Also von daher, Ball flach halten, lasst die Jungs mal machen und freut Euch mal alle eher, dass ihr noch Nationalspieler habt, die nicht nur Prämien verhandeln können sondern auch noch Spaß haben können. Das ist nämlich nicht mehr überall der Fall…

3 comments

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3 comments

Tom 14. Juni 2012 - 10:02

Der Typ, der bei Shevas zweitem Tor den kurzen Pfosten gedeckt hat, hätte aber auch nen Arschball verdient.

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fahnenmeier 14. Juni 2012 - 12:01

hat einer überhaupt getroffen? 😉

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Frittenmeister 14. Juni 2012 - 12:17

Ist das Prinzip des Spiels nicht so, dass man so lange schießt bis auch einer getroffen hat 😉 oder sind das die verschärften Bolzplatzregeln?

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82 − = 72