Home Geld regiert die Welt! Die Gewinnbeteiligung an der EURO 2012

Die Gewinnbeteiligung an der EURO 2012

by Frittenmeister

Ein Turnier wie die Europameisterschaft wird ja nicht nur deswegen ausgerichtet, weil man mal gegeneinander spielen will und so etwas wie einen Meister ermitteln will. Ob man es glaubt oder nicht, es da noch ganz andere Gründe und die sind natürlich wieder von finanzieller Natur. Zum einen verdienen natürlich die Nationalspieler ganz kräftig mit, denn sie bekommen Prämien für Einsätze, Tore und Titel und können so mal eben 100.000 Euro und mehr verdienen. Aber nicht nur innerhalb der Mannschaft wird Geld umgesetzt, auch im Verband selber. Der benötigt zum einen das Geld um die Prämien an die Nationalspieler zu zahlen und zum anderen um sich selbst in den nächsten Jahren wieder zu finanzieren.

Ich bin sehr erfreut darüber, dass wir die Klubs am Gewinn aus der UEFA EURO 2012 beteiligen und so ihren Beitrag zum Wettbewerb belohnen können. Wir haben in diesem Sommer eine fantastische Europameisterschaftsendrunde erlebt und ich freue mich, dass nun auch die Klubs an der Veranstaltung beteiligt sind. (Michel Platini, UEFA-Präsident)

Das ist meistens sehr lukrativ für die Verbände und für vor allem den Ausrichter, denn viele Ausgaben werden von der öffentlichen Hand übernommen. Aber nicht nur die Landesverbände und die Nationalspieler freuen sich über dicke Geldeinzahlungen am Ende des Turniers, sondern auch viele Vereinsmannschaften. Die haben zwar direkt mit einem Turnier nichts zu tun, kassieren aber trotdzem kräftig mit, wenn sie Spieler für den Zeitraum einer Europameisterschaft abstellen müssen. Wie das genau funktioniert haben wir schon vor der EM2012 in einem Artikel beschrieben, aber ganz kurz und stark vereinfacht wollen wir das hier trotzdem noch einmal anreißen. Jeder Verein bekommt pro Tag für einen Spieler, den er für die Europameisterschaft abzustellen hat, 9.300 Euro. Das bedeutet also, je länger ein Spieler mit seiner Mannschaft im Turnier ist, desto mehr Geld bekommt sein Verein. Wie ihr gleich in der jetzt veröffentlichten Liste sehen werde, kommen da für die europäischen Spitzenvereine ganz schöne Summen zusammen…

Rang Verein Spieler Prämie
1. FC Bayern München 12 3.095.393 Euro
2. Real Madrid 11 2.996.585 Euro
3. FC Barcelona 8 2.210.202 Euro
4. Manchester City 8 2.069.465 Euro
5. Juventus Turin 7 2.023.012 Euro
6. Liverpool FC 7 1.972.376 Euro

Die Zahlungen haben ihre Grundlage in der neuen Grundsatzvereinbarung zwischen der UEFA und der Europäischen Klubvereinigung ECA. Durch diese neue Vereinbarung haben jetzt deutlich mehr Vereine etwas von den UEFA-Gewinnen durch die Europameisterschaft. Nicht nur die großen Nationen mit dem meisten Einfluß werden nun bedacht, sondern auch die kleinen Nationen und das sieht man an den Zahlen. 2008 haben nur 180 Vereine eine Gewinnbeteiligung bekommen, im Jahr 2012 sind es dank der neuen Vereinbarung schon 575 Vereine. Bei der UEFA nennt man die Gewinnausschüttung übrigens auch „Solidaritätsbeitrag“ und damit stellt sich jetzt natürlich für uns wieder die große Frage, ist es wirklich einer? Oder hat sich die ECA durchgesetzt und einfach nur das gleiche Recht für alle eingefordert? Und muss die UEFA nicht das Geld ausschütten, weil sie sonst wieder Probleme mit den Vereinen bekommen hätten? Stichworte dazu wären, Verletungen während des Turniers, ungünstige Abstellungstermine, etc.

Die Europäische Klubvereinigung freut sich darüber, dass die UEFA ihren Beitrag zum Erfolg der EURO 2012 anerkennt und auf angemessene Weise belohnt. Dies zeigt, wie gut die Beziehungen innerhalb der europäischen Fußballfamilie sind. Gemeinsam gestalten wir die Zukunft unseres Sports. (Karl-Heinz Rummenigge, Vorsitzender der ECA)

Insgesamt hat die UEFA für die EURO 2012 um die 100 Millionen Euro ausgeschüttet. Davon wurden 40 Millionen Euro an die Klubs verteilt, die Spieler für die EM-Qualifikation abgestellt hatten und die restlichen 60 Millionen an die Vereine, die Spieler bei der Endrunde in Polen und der Ukraine mit dabei hatten. Für den FC Bayern München haben sich die Abstellung schon mal rentiert. Um die drei Millionen Euro sind jetzt in die Kassen geflossen und mit diesem Geld kann man schon mal den ein oder anderen Spieler an die Isar locken. Naja, oder zumindest den Berater des Spielers…

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