Home Geld regiert die Welt! Die FIFA vergibt die Abstellgebühren für die WM 2010

Die FIFA vergibt die Abstellgebühren für die WM 2010

by Frittenmeister

Obwohl inzwischen ein neues Jahr begonnen hat, gibt es aus dem alten Jahr 2010 noch einiges aufzuarbeiten. Eine Baustelle hat die FIFA jetzt endlich hochoffiziell beseitigt und das ist das Thema mit der „Abrechnung der Abstellgebühren für die Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika“. Welcher Verein hat aus dem FIFA-Abstellgebühren-Topf, der um die 30 Millionen Euro schwer ist, wieviel Geld bekommen? Außerdem wird von uns noch kurz erklärt, wie die FIFA das alles berechnet hat? Wer also Lust, die Antworten zu erfahren, der sollte hier und jetzt weriterlesen und sich wieder einmal etwas unnützes Fussball-Stammtischwissen aneignen. Viel Spass dabei…

Diese Vereine haben am meisten Geld aus dem Topf der Abstellgebühren kassiert:

  1. FC Barcelona: 654.384 Euro (bei 13 abgestellten Spielern)
  2. FC Bayern München: 588.210 Euro (12)
  3. FC Chelsea (12)
  4. FC Liverpool: 517.907 Euro
  5. Real Madrid: 512.266 Euro

Insgesamt sind es 400 Klubs aus 44 FIFA-Verbänden, die von der FIFA eine Entschädigung in Form von Abstellgebühren erhalten. Dabei wurden alle Vereine zusammen mit 30 Millionen Euro für genau 736 Spieler entschädigt. Na, das sind mal Zahlen und der FC Bayern München ist – wie sollte es auch anders sein – in der Rangliste der kassierten Abstellgebühren sogar ganz weit vorne mit dabei. Ja, wer viele WM-Spieler im Kader hat, der kann am Ende auch einiges dafür verdienen! Einige Vereine kassieren hier noch mal kräftig mit den Weltmeisterschaftsturnieren ab obwohl sie direkt damit gar nichts zu tun haben. Aber sie stellen ja ihre Angestellten, die Spieler, für die Turniere ab und das während der Arbeitszeit, denn die Verträge der Spieler gelten ja nicht nur 10 Monate im Jahr, sondern die kompletten 12 Monate. Die Turniere liegen daher in der Klub-Arbeitszeit der Vereine und die tragen auch das Risiko, wenn sich ein Spieler verletzt. Ja, ihr wisst jetzt schon, auf was ich hier in einem Nebensatz anspiele, auf den großen Streit zwischen dem holländischen Verband KNVB und dem FC Bayern München, der nach der Verletzung von Arjen Robben bei der WM 2010 ausgebrochen ist. Nach Auffassung des KNVB ist mit den Abstellgebühren, die die FIFA bezahlt, der Spieler hochoffiziell ausgeliehen und etwaige Verletzungen sind dann einfach das Pech des Vereins. Der bekommt ja schließlich auch Geld dafür, dass er die zwei Monate für die Nationalmannschaft spielen darf. Die Bayern sehen das natürlich anders und die FIFA weiß nicht so Recht, was jetzt richtig ist und versucht das Ganze erst noch einmal Tod zu schweigen…

Wir freuen uns, die Klubs am Erfolg der Weltmeisterschaft 2010 teilhaben zu lassen, indem wir sie am WM-Gewinn beteiligen. Damit drücken wir insbesondere unsere Wertschätzung für ihre Anstrengungen zur Förderung junger Spieler aus. (Joseph S. Blatter, FIFA-Präsident)

Damit kommen wir jetzt aber zur Berechnung der Abstellgebühren. Das ist sozusagen ein FIFA-Rechenmodell und daher natürlich ganz einfach und locker aufgestellt. Also, man nehme die „Anzahl der Einsatztage eines Spielers“ und multipliziere diesen Wert dann mit dem „Spielerbetrag pro Tag“. Genauer erklärt heißt das folgendes:

  • Anzahl der Einsatztage eines Spielers: Die Zeit, die ein Spieler mit der Nationalmannschaft bei dem WM-Turnier verbracht hat (+ 2 Wochen Vorbereitungszeit). Der Spieler muss dabei nicht zum Einsatz kommen. Hauptsache er war im Kader und er war vor Ort anwesend.
  • Spielerbetrag pro Tag: derzeit auf 1.600 US Dollar festgelegt

Wollt ihr noch ein kurzes Rechenbeispiel haben? Bekommt ihr anhand von Tim Wiese, unseren Ersatztorhüter bei der WM 2010, der zu keiner einzigen Einsatzminute in Südafrika gekommen ist. Trotzdem kassiert sein Verein SV Werder Bremen kräftig mit.

  • 30 Tage bei der WM in Südafrika + 14 Tage Vorbereitungszeit = 44 Tage
  • Diese 44 Tage werden nun mit den 1.600 US Dollar multipliziert.
  • 44 Tage * 1.600 $ = 70.400 $ (ca. 54.041 Euro)

Die Bremer verdienen also mit Tim Wiese ca. 54.041 Euro und das obwohl er in Südafrika nur kräftig trainiert und nicht einmal gespielt hat.

Eine Besonderheit gibt es aber noch bei der Verteilung. Es werden nämlich (anteilsmäßig) alle Vereine mit Geld beschenkt, bei denen ein WM-Spieler in den zwei Jahren vor der WM unter Vertrag stand. Ein Vereinswechsel kurz vor der WM bringt dem neuen Verein also so gut wie nichts mehr, dafür aber dem alten abgebenden Verein. Der kassiert kräftig, obwohl er das Risiko WM-Spieler verkauft hat.

So und damit wisst ihr wieder einmal bestens Bescheid, wie im Fussballgeschäft Geld gemacht wird…

Quelle: Fifa.com

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