Home Geld regiert die Welt! Die 3. Liga löst sich langsam aber sicher auf…

Die 3. Liga löst sich langsam aber sicher auf…

by Frittenmeister

Es ist der reine Wahnsinn in dieser Saison. Da ist die 3. Liga sportlich gesehen sowieso schon spannend bis zum Ende und dann geht das nach dem letzten Spieltag noch genauso weiter. Diesesmal aber nicht mehr aus sportlicher Sicht, sondern der Finanzen wegen. Oh je, da haben sicher viele Fans der 3. Liga gleich wieder das jährliche Déjà-vu-Erlebnis und fragen sich, wieso das schon wieder so weit kommen musste. In diesem Jahr ist es noch dazu besonders schlimm, gleich acht (!) Vereine haben massive Probleme mit der Lizenz für die nächste Saison.

Mit Rot-Weiss Ahlen hat es sogar schon einen Verein erwischt, der sich zwar sportlich knapp gerettet hat, aber durch die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens die Lizenz für die nächste Saison verloren hat und jetzt auf den letzten Platz in der Tabelle gesetzt wurde. Dadurch profitieren jetzt andere Vereine, die eigentlich sportlich abgestiegen sind, aber halt so solide gewirtschaftet haben, dass sie aus finanzieller Sicht keine Probleme mit der Lizenz haben. Wacker Burghausen zum Beispiel, schon zum zweiten in den letzten 3 Jahren sind sie sportlich abgestiegen aber durften durch den Lizenzentzug anderer trotzdem in der Liga bleiben. Mich als Wacker Burghausen Fan freut das natürlich, aber trotzdem frage ich mich, was dieser Scheiß soll. Vereine leben über ihre Verhältnisse, klammern sich an Mäzenen und Sponsoren und stellen fragwürdige Finanzkonstrukte her, nur um in der 3. Liga mitzuspielen. Andere dagegen kommen mit weniger Geld aus, steigen sportlich ab, weil sie keine konkurrenzfähige Mannschaft haben und wissen aber trotzdem schon Wochen vor dem Ende der Saison, dass sie zu 99% in der 3. Liga bleiben werden.

Die Lizenz ist bei den folgenden Vereinen in Gefahr:

Rot-Weiß Oberhausen: Nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga fehlen noch 400.000 Euro im Etat für die nächste Saison!

Arminia Bielefeld: Der Zweitligaabsteiger hat 27 Millionen Euro Schulden und große Probleme, seinen Etat für die nächste Saison zu decken.

Carl Zeiss Jena: Jedes Jahr ergeben sich während der Saison Geld- und Finanzprobleme. Die Lizenz wird jedoch immer unter Auflagen erteilt, aber es jede Saison ein Zittern.

TuS Koblenz: Aktuell gibt es eine Deckungslücke im Etat von 1,6 Millionen Euro. Verhandlungen mit Sponsoren sind im Gang, Ausgang ist offen.

SV Babelsberg 03: Den Babelsbergern fehlt noch die Hälfte des Gesamtetats von ca. 2,7 Millionen Euro. Etliche Sponsoren sind wegen des Vereinsumfeldes (?) abgesprungen. Der DFB hat strenge Auflagen gegen den Verein verhängt. Derzeit zweifeln selbst die Clubbosse, ob sie alle erfüllbar sind und ob der Verein noch eine Zukunft in der 3. Liga hat.

Spvgg Unterhaching: Nach dem Rückzug von Mäzen Schrobenhausener und Hauptsponsor Generali weiß man in Unterhaching nicht, wie es weitergehen soll. Verhandlungen mit Sponsoren sind zwar im Gange, aber bisher wurde noch keine Einigung erzielt. Die Lizenz soll angeblich nicht in Gefahr sein, aber man könnte sich derzeit keine annähernd Drittligataugliche Mannschaft leisten. Vor einer Woche gab es eine Pressekonferenz mit einem dramatischen Appell an Sponsoren und potentielle Geldgeber…

Rot-Weiss Ahlen: Insolvenzverfahren eröffnet, Zwangsabstieg!

Auch Neu-Zweitligist Dynamo Dresden hat Probleme, aber durch den Aufstieg in die 2. Bundesliga können sie damit ganz gut  leben. JEtzt bekommen sie deutlich mehr Fernsehgelder (4 Millionen Euro statt 800.000 Euro), mehr Sponsoreneinnahmen und vermutlich werden auch die Zuschauerzahlen steigen. Alles in allem ist der Aufstieg für Dynamo Dresden nicht nur ein wahrer  Gewinn, sondern sogar die Rettung des Profifussballs in Dresden.

Tja, wenn es in der 3. Liga so weitergeht und noch einige Vereine fallen, dann gibt es in diesem Jahr gar keine Absteiger. Sportlicher Wert am Ende der Saison wäre dann: Null, Nada, nicht vorhanden, keiner! Natürlich gibt es für diesen inzwischen nicht mehr ganz so unwahrscheinlichen Fall eine wichtige Frage, die vor allem die Vereine, die jetzt noch auf den Abstiegsplätzen stehen, interessiert. Vor allem den Verantwortlichen des sportlichen Letzten, des FC Bayern München II käme es gar nicht so ungelegen, wenn sie in der 3. Liga bleiben dürften, denn der Aufstieg von der Regionalliga in die 3. Liga wird in Zukunft immer schwerer werden. Damit sind wir aber wieder bei der Frage, was passieren würde, wenn es vier Zwangsabsteiger geben sollte? Bleiben dann alle sportlichen Absteiger drinnen? Diese Frage kann man klar mit JA beantworten und wie man so vernimmt, würde der vierte freiwerdende Platz aber nicht aus der Regionalliga aufgefüllt werden, sondern die Liga würde nur mit 19 statt mit 20 Teams in die neue Saison gehen. Dafür würde es in dieser Saison nur 2 Absteiger geben. Wenn, sagen wir mal, sechs Vereine keine Lizenz mehr erhalten würden, dann würde man in der nächsten Saison mit nur 17 Mannschaften spielen und es würde keinen einzigen Absteiger geben. Ja, ich denke, in München hofft man noch auf mindestens zwei weitere Vereinspleiten, dann würde man in der 3. Liga bleiben und könnte dort einen kompletten Neuanfang machen, mit Andries Jonker als neuen Trainer und mit vielen neuen Spielern.

Lieber DFB, als Verantwortlicher der 3. Liga, es sollte doch langsam mal auffallen, dass hier etwas nicht stimmt! Sind es die zu hohen Auflagen? Ist die Liga zu unattraktiv für Sponsoren? Oder sind hier nur Stümper am Werk? Was ist es, bitte analysieren und dann etwas dagegen tun. Es kann doch nicht sein, dass jede Saison die Absteiger am grünen Tisch oder vor Gericht ermittelt werden müssen. Da können wir uns die Saison dann ja gleich sparen und auf die sportlichen Vergleiche verzichten, drin bleibt am Ende dann eh nur noch wer während der Saison am wenigsten Geld ausgegeben hat…

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