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Wie schlecht war und ist Bayern wirklich?

by Jan-Mikael Teuner

Hansi Flick ist „bis auf Weiteres und wenigstens bis Weihnachten“ Trainer des FC Bayern München. Ausschlaggebend war wohl nicht zuletzt der hohe Erfolg über Borussia Dortmund, aber auch seine Art, mit der er bei den Profis in der Kabine ankam. So hört und liest man.

Man hört und liest auch, dass das bei Kovac (wenigstens zuletzt) nicht mehr der Fall gewesen sei. Das war ausschlaggebend für die Trennung, denn wirklich ergebnisschlecht waren die Bayern – bis auf das 1:5 in Frankfurt – nicht. Es reichte sogar (wenn auch nur unter schlußsportlicher Anstrengung) das Abo auf den Meistertitel zu verlängern und in der Champions League den späteren Sieger Liverpool zumindest in deren Stadion die Stirn zu bieten.

So liest es sich positiv. Negativ gesehen, war das internationale Abschneiden weiter unter den Ansprüchen des deutschen Rekordmeisters und mehr und mehr war der Eindruck zu gewinnen, dass die Motivation mehr von der Mannschaft als von den Fähigkeiten des Trainers abhing.

Nico Kovac wies nach jedem der vielen Arbeitssiege auf die Fehler seiner Spieler hin und warnte vor jeder Partie vor den Stärken des Gegners. Wenn man den SKY90-Worten von Sebastian Hellmann folgt, repräsentiert eine Mannschaft den Charakter ihres Übungsleiters. So gesehen, hat Bayern München sicher das bekommen, was Nico Kovac repräsentiert und man von ihm erwarten durfte – Erfolg eingeschlossen.

Nur wer folgt gerne seinem Chef, wenn man möglicherweise eine ganz andere Philosophie und offensivere Ausrichtung wünscht und für sich fordert. Selbst ein rekordverdächtiger Auswärtssieg in Tottenham und etliche Kantersiege vor heimischer Kulisse täuschen über diese Philosophie-Diskrepanz nicht hinweg.

Ob Hansi Flick nun ein besserer Trainer ist? Er scheint zunächst bei gleichgebliebener Zielsetzung mit mehr Understatement zu agieren und damit in der Mannschaft anzukommen. Ob Bayern aber wirklich schlecht war oder vielleicht sogar ist, wird sich wie so oft erst in der Champions League zeigen und darin, ob das Abo auf den Meistertitel verlängert werden kann. Wenn nicht, lag es vielleicht doch nicht am Trainer.

Hier schreibt Jan-Mikael Teuner, Buchautor von Kunibert Eder, dem Hobbyermittler mit dem in Verdachtsmomenten kitzelnden Schnurrbart. Sein erster Fall führt „Uns Kuno“ in die Fußball-Kreisklasse.

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johny 21. September 2020 - 12:38

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