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Wer kennt die Hottentotten???

by Frittenmeister

Uli Hoeneß ist mal wieder in seinem Element als Sprücheklopfer der Nation. Diesesmal hat er sich allerdings sein Opfer im Verein ausgesucht, nämlich die Ordner in der Allianz Arena. Diese haben bei den letzten Heimspielen Fans mit einem sofortigen Dauerkartenentzug gedroht, falls weiterhin Plakate im Stadion hängen sollten, die gegen den Trainer Jürgen Klinsmann gerichtet sind. Nach massiven Beschwerden der Bayern-Fans meldete sich vor wenigen Tagen Bayer-Manager Uli Hoeneß zu Wort.

Diese Ordner haben nicht die Autorität zu sagen, dass jemandem die Jahreskarte entzogen wird. Das ist keine Weisung des FC Bayern. Es gibt bei uns eine freie Meinungsäusserung. Wir sind ja nicht bei den Hottentotten. (Uli Hoeneß, Manager des FC Bayern München)

Hottentotten? Ich bin mir sehr sicher, dass Uli Hoeneß weiß, was die Hottentotten sind bzw. waren. Ich weiß aber auch, dass in Deutschland viele eben nicht wissen, was mit dem Wort Hottentotten gemeint ist und genau diesen Leuten will ich heute mal ein wenig Nachhilfe erteilen und kurz erklären, was die Hottentotten sind und was mit dem in Deutschland gängigen Spruch „Wir sind doch nicht bei den Hottentotten“ gemeint ist.

Das sonderbare Wort „Hottentott“ hat man meist als einen holländischen Spottnamen bezeichnen wollen, doch finden sich auch Erklärungen, nach denen es fremden, selbst nordafrikanischen Ursprunges (Hadendoa) sein sollte. (aus dem deutschen Koloniallexikon)

Im 17. Jahrhundert entstand das Wort „Hottentotten“, als sich niederländische Seefahrer als Siedler in heutigen Südafrika niederließen. Die dortigen einheimischen Stämme (allen voran die Khoi Khoi) unterhielten sich in einer Sprache, die sich für unsere europäischen Ohren wie Schnalz- und Klicksprache anhörten. Die holländischen Seefahrer  konnten diese Sprache nicht nachahmen und bezeichneten die einheimischen Stämme daher als „Stotterer“. Im Dialekt der Afrikaans wird das Wort „Stotterer“ mit „hottentots“ übersetzt und die holländischen Siedler haben dieses Wort dann als Schimpfwort übernommen. Später, im 19. Jahrhundert, haben deutsche Kolonialisten den Begriff übernommen und weiterverwendet. In dieser Zeit wurde, geprägt durch allerhand Vorurteile, die Bezeichnung „Hottentotten“ immer mehr für die angebliche Sittenlosigkeit der Afrikaner verwendet. Das Wort driftete immer mehr in die diskriminierende, rassistische bzw. abwertende Richtung ab.

Bis in die heutige Zeit hat sich der Begriff im Deutschen gehalten, ist in seiner Bedeutung allerdings nicht mehr ganz so abwertend wie früher. Wenn Uli Hoeneß heute einen Spruch wie „Wir sind doch nicht bei den Hottentotten“ bringt, dann ist damit gemeint, dass ungeordnete Verhältnisse vorherrschen bzw. Menschen ein chaotisches Leben führen oder das sich niemand an Regeln hält.

Genau das wird Uli Hoeneß damit auch gemeint haben. Er will damit nur sagen, dass sein Stadionsicherheitsdienst genauso wie der restlichen Verein komplett solide und geordnet geführt werden. Chaos und Unordnung gibt es beim FC Bayern München nicht…mal abgesehen von Jürgen Klinsmann und seinen nicht existenten Erfolgen…

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MauriciusQ 26. April 2009 - 18:48

Man kann gegen Uli sagen was man will, aber er denkt doch schon immer im Sinne der Fans. Sehr schade allerdings, dass die Bayern keine richtigen Fans haben.

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