Home Kultclub Wer alles beim TSV 1860 München und beim FC Bayern München gespielt hat…

Wer alles beim TSV 1860 München und beim FC Bayern München gespielt hat…

by Frittenmeister

München ist ein schönes Dorf. Man hat eine schöne Stadt, eine Mischung aus moderne Wohnungen und Altbauwohnungen (auch wenn die Mieten etwas teuer sind), ein großes kulturelles Angebot und die Seen und Berge sind auch nicht weit. Im Sommer kann man schnell mal in der Natur schwimmen gehen, im Winter dafür skifahren. Alles ist möglich und daher treibt es viele, die einmal längere Zeit in München waren, immer wieder zurück in die bayerische Landeshauptstadt. Alle paar Jahre gibt es dann wieder einen großen Medienzirkus, als ob ein Spielerwechsel innerhalb der Stadtgrenzen so etwas besonderes ist. Dabei kommt solch ein Spielerwechsel öfters vor, als die meisten Fans sich das erträumen lassen. Mich als Einwohner von München haben eben genau diese wechselwilligen Spieler sehr interessiert, wer wann von den Blauen zu den Roten gewechselt ist, was der Grund für den Wechsel von den „reichen Roten“ zu den „Fannahen Blauen“ war und was es sonst so für Besonderheiten rund um die Transfers gab. So und damit viel Spass….

Peter Grosser (1960-1963 / 1963-1969)

Für viele ist er der Musterlöwe überhaupt. Peter Grosser führte mit seiner feinen Technik die Löwen zu einer deutschen Meisterschaft und zu einem DFB-Pokalsieg. Außerdem stand er mit den 60ern 1965 im Finale des Europa-Cups der Pokalsieger, wo er allerdings die Niederlage gegen West Ham United nicht verhindern konnte. Auch heute noch wird Peter Groosser bei vielen Löwen-Probleme zu seiner Meinung gefragt, vor allem von den Medien. Sein Herz gehört inzwischen aber der SpVgg Unterhaching, wo er seit 1990 als Vizepräsident tätig ist.

Jupp Kapellmann (1973-1979/ 1979-1980)

Jupp Kapellmann wechselte 1973 für die Rekordablöse von 800.000 DM zum FC Bayern München. Dort spielte er auch eine hervorragende Rolle in der Münchner Verteidigung. Nur mit seinem Mitspieler Uli Hoeneß klappte es überhaupt nicht, die beiden konnten sich überhaupt nicht riechen. Und das obwohl sie von der deutschen Meisterschaft bis zur Weltmeisterschaft etliche Erfolge gemeinsam einfuhren. Also Uli Hoeneß zum Manager befördert wurde, flüchtete Jupp Kapellmann zum Giesinger Fussballerein. Uli Hoeneß war das ganz Recht, denn er hatte laut seiner eigenen Aussage sowieso vor, den Vertrag von Jupp Kapellmann nicht zu verlänern. Er war einer der wenigen Spieler, die im Streit innerhalb der Stadtgrenzen von einem Verein zum nächsten flüchtete. Heute könnt Ihr euch übrigens von Dr. Kapellmann im bayerischen Rosenheim behandeln lassen und wenn ihr in dann mal fragen, wie das damals mit dem Uli so war, dann wird er sicher auch die ein oder andere Geschichte zu erzählen haben.

Ludwig Kögl (1983-1984 / 1984-1990)

Als 18-jähriger kam der „Wiggerl“ Kögl nach München und nach einigen guten Spielen bei den damals drittklassigen Löwen schnappten sich die Bayern schon ein Jahr später den hochtalentierten Mittelfeldspieler. Ab dem Jahr 1984 zog er sich das rote Laiberl über dribbelte 149 Spiele lang die Gegner schwindelig. Sogar auf 2 Länderspiele kam er in seiner Karriere, im Jahr 1990 zog er jedoch weiter ins Schwabenland und später noch die Schweiz. Durch die 6 Jahre bei den Bayern ist er bei den Fans sehr beliebt, vor allem durch seine wunderbaren Einzelaktionen. Nur seine mangelnde Torgefährlichkeit stand einer großen Karriere im Weg. Später, zum Ende seiner Karriere, kam Ludwig Kögl sogar noch einmal nach München zurück und spielte einige Jahre für den Münchner Vorortclub SpVgg Unterhaching. Ihn zog es also wirklich immer wieder in seine heimliche Heimat zurück…

Reiner Maurer (1983-1984 / 1989-1995)

Reiner Maurer ist auch so ein Oberlöwe. Jeder denkt, dass er immer nur für die 60er da war, nur das stimmt nicht. Seine ersten Bundesligaeinsätze machte er bei den Bayern, zwar nur wenige und nach einer Saison hatte er auch schon die Schnauze voll vom Staresemble. Und so zog er aus in die große Bundesligawelt und kehrte nach 5 Jahren in der Fremde nach München zurück, wo er anschließend alles für den Verein tat. Spieler, Aufstiegsheld, Co-Trainer, Trainer, für den Verein hielt er einfach bei allem den Kopf hin…

Stefan Beckenbauer (1986-1988 / 1988-1990 / 1991-1992 / 1994-1997)

Einen weiteren  sehr prominenten Namen muss ich hier unbedingt erwähnen. Stefan Beckenbauer, der Sohn von Bayerns-Fussballlegende Franz „Kaiser“ Beckenbauer, spielte 2 Jahre lang für die blauen 60er. Und das obwohl der Daddy damals von einem 60er eine Watschn bekommen hat und deswegen zu den Roten gegangen ist und dort seine Karriere durchzog. Ja der Sohnemann aber hatte unter seinem großem Namen zu leiden und deswegen suchte er den Kontakt zum Stadtrivalen, dort konnte er ohne seinen Wohnort zu wechseln auch professionellen Fussball spielen und das ohne seinen Vater im Nacken. Es hat trotzdem nicht ganz geklappt, auch dort schaffte er den endgültigen Durchbruch nicht und so kam er wieder zurück zu den Bayern. Daddy sei Dank! Ach ja später kam er noch einmal zurück und beendete schließlich seine Karriere in München. Jetzt ist er immer noch bei den Bayern und arbeitet an seiner Trainerkarriere, bis zum Co-Trainer des FC Bayern München II hat er es schon gebracht und wer weiß, vielleicht wird er auch irgendwann Bayern-Trainer wieder große Papa. Oder zieht es ihn hier auch zum Stadtrivalen?

Manfred Schwabl (1984-1986 / 1989-1992 / 1994-1997)

Der Manni war auch zwei Mal bei den Roten unter Vertrag. Mit einer dreijährigen Unterbrechung, als er beim 1.FC Nürnberg spielte, zeigte er von 1984 bis 1992 bei den Münchner Bayern sein Können. Anschließend zog es ihn wieder nach Nürnberg zurück, seiner zweiten großen Liebe. Doch München ist halt einfach München und so war es klar, dass er irgendwann wieder nach München zurückkommen würde. Und das machte er dann auch im Jahr 1994 war und heuerte beim TSV 1860 München an. Doch nach 3 Jahren wurde er im allgemeinen blauen Chaos gefeuert. Die offizielle Begründung dazu war, dass er die Saisonabschlussfeier boykottiert hat. Es war ihm auch egal, er beendete seine Karriere und ist seitdem die große Hoffnung aller 60er Fans wenn es um die Stadionfrage geht. Er war es, der einen kompletten Plan zum Umbau des Grünwalder Stadions erstellt hat, diesen selber finanziert hat und noch dazu ein komplett durchdachtes Finanzierungskonzept auf den Tisch gelegt hat. Doch der damalige Präsident Karl-Heinz Wildmoser hatte andere Pläne und der Rest ist bekannt.

Matthias Hamann (1988-1989 / 1995-1998)

Der ältere Bruder des ehemaligen deutschen Nationalspielers  und England-Legionärs Dietmar Hamann stand in den Jahren 1988-1989 im Kader des FC Bayern München. Für einen Einsatz reichte es jedoch nicht, er musste seine Zeit auf der Bank absitzen. Aber 6 Jahre später kehrte er nach München zurück mit dem Ziel, die Bayern zu ärgern. Mit seinem neuen Arbeitgeber, dem TSV 1860 München, machte er dies auch zur Genüge, z.B. beim denkwürdigen 3:3 im Jahr 1997 im Olympiastadion in München. Auf der Seite der Roten stand damals übrigens sein Bruder Dietmar…

Manfred Bender (1989-1992 / 1996-1999)

Der Freistoß- und Flankenexperte spielte zwischen in den Jahren 1989 bis 1992 für den FC Bayern München. Im Jahr 1992 wurde er schließlich an den KSC verkauft, wo er 5 Jahre lang die Fans mit seinem krummen Flankenläufen verzückte. Doch in München hat es ihm anscheinend besser gefallen, im Jahr 1996 kam er wieder zurück und heuerte bei den blauen 60ern an. Dort absolvierte er noch einmal 3 Saisonen und beendete schließlich hier seine Karriere…

Harald Cerny (1990-1994 / 1995-2007)

Kommen wir nun zu Harald Cerny. Der überall beliebte Österreicher spielte schon in der Jugend beim FC Bayern München. Ab dem Jahr 1990 zeigte er auch in der Amateurliga beim FC Bayern München II sein Können und in der Saison 1994 stand er bei den Profis kurz vor dem Durchbruch. In 16 Partien wurde er eingewechselt oder ausgewechselt, schoss dabei 1 Tor und hatte damit am Ende nicht unwesentlichen Anteil an der Meisterschaft. Doch der Cerny wollte mehr und ging nach diesem Jahr zurück in seine Heimat zum FC Innsbruck, wo er aber schon 1 Jahr später nach dem Konkurs des Vereins seine Zelte wieder abbrach und zurück nach München wechselte. Doch nicht die Roten waren das Ziel, sondern die Blauen und dort blieb er bis zu seinem Karriereende im Jahr 2007. Auch einen Rekord hat er dabei aufgestellt, mit 238 Einsätzen für die 60er ist er der alleinige Rekordspieler im Verein. Mehr Einsätze als er hat keiner bestritten. Und als Belohung für seine ewige Treue ist er nun U15-Trainer beim TSV 1860 München.

Berkant Göktan (1998-1999 / 2000-2001 / 2006-2008)

Berkant Göktan galt das größte Talent im deutschen Fussball. Schon seit dem Jahr 1989 spielte er in der Jugend für den FC Bayern München und wartete auf seine Entdeckung. Doch die kam einfach nicht, bei den Roten kam er im Profibereich zu insgesam 2 Kurzeinsätzen, durfte sich dann am Ende zwar Champions League Sieger nennen, aber mehr auch nicht. Für ihn war das Grund genug, den Verein zu wechseln. Und so zog es ihn zu diversen Vereinen in Deutschland und der Türkei. Und am Ende war er dann vereinslos, keiner wollte mehr den schwierigen, faulen Spielmacher, der immer meinte, dass er der Größte ist. Ein  halbes Jahr lang spielte er im „Englischen Garten“ in München mit Freunden Fussball bevor er es beim blauen Lokalrivalen noch einmal versuchte. Dort rockte er zwischenzeitlich die 2. Bundesliga, dumm nur dass ihn wieder einmal eine Eskapade am Ende stoppte. Die Eskapade hieß Kokain und besorgte ihm eine fristlose Kündigung…

Andreas Görlitz (2002-2004 / 2004-2007 / ab 2009 )

Das große Verteidigertalent rettete damals den TSV 1860 München vor der Insolvenz. Nach dem Abstieg aus der 1. Bundesliga fehlte eine große Stange Geld bei den 60ern und die Schulden drückten den Verein. Um die Lizenz zu erhalten, verkaufte man die besten Spieler und Andreas Görlitz wurde dabei von Uli Hoeneß etwas überteuert gekauft. Den 60ern war es ganz Recht, denn sie konnten jeden Cent gebrauchen. Die Vereinsführung feierte den Verteidiger als Helden, die Fans haßten ihn für seinen Wechsel. Die Bayern freuten sich, jedoch nur eine halbe Saison lang. Dann verletzte sich Görlitz schwer am Knie und kam jahrelang einfach nicht mehr richtig zurück auf den Platz. Erst nachdem er zwei Saisonen lang an den KSC ausgeliehen wurde, änderte sich das. Gute Leistungen brachten ihn wieder zurück ins Gedächtnis des FC Bayern München und so wird er ab der nächsten Saison nach München zurückkehren und zum zweiten Mal einen Anlauf bei den Roten wagen.

Jens Jeremies (1995-1998 / 1998-2006)

Der Liebling der Bayern-Fans war in den Jahren 1998 bis 2006 der gebürtige Sachse Jens Jeremies. Der defensive Mittelfeldspieler war ein Kämpfer, der immer und überall alles gab. Er war einfach nicht aufzuhalten und dank seiner kraftvollen Spielweise akzeptierten die Fans der Roten ihn schnell als einen der ihren. Seine große Karriere krönte er neben etlichen Meisterschaften und Pokalsiegen mit dem Champions League Titel im Jahr 2001 und insgesamt 55 Länderspielen für die deutsche Nationalmannschaft. Leider hatte er nach dem Champions League Sieg immer wieder große Verletzungsprobleme, die vor allem darauf zurückzuführen waren, dass er auf dem Weg ins Finale auch trotz Verletzungen spielte und alles gab. Im Jahr 2006 machte er daraufhin Schluss und besorgte sich im Anschluss an seine Karriere sofort eine Loge in der Allianz Arena. Er identifizierte sich immer mit den Bayern und identifiziert sich heute noch mit ihnen. Die Loge ist für ihn daher nur die logische Konsequenz, auch weiterhin im Stadion vertreten zu sein und auch sein Fussballerleben und sein Geld ein wenig genießen zu können.

weitere Rivalenwechsel in München

Ein paar weitere Spieler will ich hier nicht genauer eingehen, aber der Vollständigkeit halber will ich wenigstens ihren Namen hier nennen. Ach und ja, die Liste ist noch lange nicht vollständig, hier in München wechseln doch relativ viele Leute von den Bayern zu den Sechzgern oder von den Sechzgern zu den Bayern. Wenn ihr noch ein paar Namen habt, dann schreibt mir die doch in die Kommentare, vielleicht sehe ich mich dann ermüßigt, noch ein paar Worte über sie zu schreiben.

  • Antonio di Salvo  (1999-2002 / 2006heute)
  • Gerald Hillringhaus (1980-1985 / 1990-1992)
  • Robert Dekeyser (1986-1987 / 1991-1992)
  • Udo Horsmann (1975-1983 / 1985-1986)
  • Stefan Windsperger (??? / 1991-1992)
  • Michael Wiesinger (1999-2001/ 2001-2004)
  • Stefan Reuter (1988-1991 / 2006-2009 als Geschäftsführer)
2 comments

You may also like

2 comments

Gammler 17. Mai 2009 - 15:38

Nur nochmal zum Peter Grosser: Der ist nicht nur Vize von den Vorstädtern, sondern war auch von 77 bis 87 deren Trainer. Und 93 war er’s nochmal, allerdings nur für 3 Monate.

Reply
Frittenmeister 17. Mai 2009 - 15:52

Ja das hab ich absichtlich unterschlagen, kann mich ja nich Tod schreiben 😉

Reply

Leave a Comment

+ 81 = 83