Home int. Meisterschaften Wird die EURO 2012 nach Deutschland und Polen verlegt?

Wird die EURO 2012 nach Deutschland und Polen verlegt?

by Frittenmeister

Kaum ist in der Nähe von Deutschland eine Weltmeisterschaft oder eine Europameisterschaft in Gange, schon wird kurz vor dem Turnierstart wieder diskutiert, ob es nicht besser wäre, das Turnier in Deutschland auszutragen. Da war doch damals im Jahr 2006 bei unserem Sommermärchen alles so toll und alles hat so perfekt funktioniert. Und demokratisch ist das bei uns hierzulande auch noch! Paradisische Zustände also für Fans, Funktionäre und Spieler…

Dieses Jahr ist es nicht anders wie sonst. In ein paar Wochen startet die Europameisterschaft in Polen und der Ukraine und schon hat man in den Medien wieder altbekannte Diskussion am Laufen. Ist es angesichts der jüngsten Anschläge in Dnjepropetrowsk in der Ukraine und der ständigen Menschenrechtsverletzungen an Oppositionsführerin Julia Timoschenko nicht besser, der Ukraine die Spiele zu entziehen?

So ganz nebenbei wird die Diskussion durch die Aussagen des Bundesvorsitzenden der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Bernhard Witthaut, angeheizt. Der nämlich behauptet, dass es einen Alternativplan gibt, der vorsieht, dass die Spiele der Ukraine jederzeit und kurzfristig in Deutschland ausgetragen werden können.

Bereits vor mehr als einem Jahr haben sich Vertreter von UEFA, DFB und Bundesinnenministerium an einen Tisch gesetzt, um ein Krisen-Szenario zu entwickeln. Danach ist Deutschland in der Lage, kurzfristig die ukrainischen EM-Spiele zu übernehmen. Die Zeit dafür würde auch jetzt noch ausreichen. (Bernhard Witthaut, Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), in der „Bild am Sonntag“)

Wir würden das sofort schaffen. (Rainer Wendt, Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft DPolG)

Wenn schon die Polizei in Deutschland darauf vorbereitet ist, dann muss ja an den Diskussionen auch etwas dran sein. Aber macht das ganze auch Sinn? Mit Sicherheit nicht, denn bestraft würde damit in erster Linie die ukrainische Bevölkerung und nicht das Regime dort. Denen würde das eher nichts ausmachen, denn dank der Korruption in diesem Land sind Hotels, Bars und Baufirmen, also alles was an der EM verdienen wird, schon lange unter Politikern und Politikerfreunden aufgeteilt. Das, was der Bevölkerung bleibt, ist der Spass an den Spielen und das sollte man der Bevölkerung nicht nehmen. Allerdings sollte man Übernachtungen und ähnliches in dem Land einschränken und so nicht die falschen Leute dort unterstützen. Die Politiker wird es trotzdem nicht interessieren, denn sie haben ja ihr Schmiergeld schon lange erhalten und sind somit aus dem Schneider. Was daher bei der EM passiert, ist ihnen egal.

Eine Verlegung der Spiele von der Ukraine nach Polen, Österreich oder Deutschland wäre das richtige politische Signal an die undemokratische Regierung in Kiew. Das würde den größten Druck erzeugen. (Erika Steinbach, menschenrechtspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktione, in der „Bild am Sonntag“)

Viele Politiker begrüßen die Diskussion und erklären natürlich auch, dass sie sich von der EM fernhalten werden. An dieses politische Signal glaube ich allerdings wiederrum nicht, denn Politker schmücken sich gerne mit Erfolgen und die könnten ja dieses Jahr groß werden für die deutsche Nationalmannschaft. Da werden am Ende sicher etliche Politiker in Polen und der Ukraine in den Stadien gesichtet werden und sie werden die jetztige Diskussion schön reden oder einfach komplett vergessen. Von daher ist es wie immer…wir disktuieren jetzt ein wenig über eine Verlegung und am Ende passiert nichts. Das hätte man sich alles vor Monaten überlegen sollen, nicht knapp sechs Wochen vor dem Start der EURO 2012. Also von daher, viel negative Aufmerksamkeit für das undemokratische Regime in der Ukraine und trotzdem wird sich nichts ändern. Leider, aber so ist das…

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