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„Die Bundesliga ist vorbei, wir haben gewonnen!“

by Frittenmeister

Die Bundesliga ist eine Meckerliga! Erst haben Trainer, Manager und Präsidenten sich darüber ausgelassen, dass keiner eine Chance gegen den FC Bayern München hat, die Bayern immer nur gewinnen und dass die Bundesliga dadurch absolut langweilig geworden ist. Jetzt haben die Bayern endlich mal ein Spiel verloren und was passiert jetzt? Nein, die Vereinsverantwortlichen etlicher Bundesligavereine sind nicht glücklich darüber, sondern meckern gleich wieder weiter. Die Niederlage sei ja wegen der großen Rotation, die Pep Guardiola im Spiel gegen den FC Augsburg in der Mannschaft vorgenommen hat, eine reine „Wettbewerbsverzerrung“ und die Bayern seien ja „arrogant“ weil sie das Spiel verloren haben. Aha, so ganz ist Euch auch nicht ganz klar, was Ihr da sagt oder? Erst ist es Scheiße, dass die Bayern alles gewinnen, jetzt ist es Scheiße, dass sie mal verloren haben. Und morgen wird das Wetter schlecht oder?

In meinen Augen sind die meisten Vereine aber auch selber Schuld an dem ganzen Schlamassel. Hätten Sie nicht so viele Punkte gegen andere  Teams liegen gelassen hättet, dann wären die Bayern nicht schon so frühzeitig Deutscher Meister geworden. Dann hätten die Bayern in der Tabelle einen echten Konkurrenzten gehabt und sie hätten auch in der Bundesliga Ihre Spiele weiterhin gewinnen müssen. So aber können sie jetzt Ihren Stars eine Pause gönnen und ganz nebenbei drei großen Talenten, die schon oft von der Presse hochgelobt wurden und auch schon im Visier anderer Bundesligavereine standen, die Möglichkeit geben, sich an die Luft in der Bundesliga zu gewöhnen. Bei anderen Vereinen wäre das super und zu diesem Zeitpunkt genau das richtige Signal an die Jugend, beim FC Bayern soll das nur die große Arroganz gegenüber der Konkurrenz sein? Was aber war denn vor einigen Wochen los, als Eintracht Frankfurts Trainer Armin Veh beim Auswärtsspiel gegen den FC Bayern München seine zwei besten Spieler zu Hause gelassen hatte? Er wollte sie schonen und vor einer Gelbsperre bewahren, schließlich hatte die Eintracht in der Woche drauf ein wichtiges Spiel gegen den Tabellenletzten Eintracht Braunschweig. Das Spiel gegen die Bayern hatte Armin Veh damit auch einfach leichtfertig verschenkt und war das arrogant? Oder war es vielliecht klug, da man sowieso keine Chance gegen den großen FC Bayern München gehabt hätte? Vielleicht war es eine „Kapitulation vor der Übermacht“ wie diverse Medien damals geschrieben haben, vielleicht auch nur der gesunde Egoismus, den man als Verein, der in der Bundesliga überleben will, auch haben muss.

Ich wäge das schon ab, weil das Spiel dann gegen Eintracht Braunschweig – gegen einen unmittelbaren Konkurrenten – schon einen anderen Stellenwert hat. (Armin Veh, Trainer von Eintracht Frankfurt, vor dem Auswärtsspiel seiner Eintracht beim FC Bayern München)

In meinen Augen war es einfach nur eine realistische Einschätzung der aktuellen Begebenheiten und deswegen auch vollkommen legitim, dass Armin Veh diese Spieler für wichtigere Spiele geschon hat und so in Kauf genommen hat, dass seine Eintracht vielleicht eine deftige Niederlage bekommt. Pep Guardiola hat jetzt in Augsburg eigentlich nichts anderes gemacht. Die Bundesliga ist durch, die Meisterschaft gewonnen. Wieso soll er dann seine besten Spieler spielen lassen, sie in unwichtigen Spielen verheizen und evtl. sogar noch wegen Verletzungen für einige Wochen verlieren? Für den FC Bayern München kommen in den nächsten Wochen in der Champions League und im DFB-Pokal die wirklich wichtigen Spiele und dort will Pep Guardiola verständlicherweise die besten Spieler aufbieten können. Folglich rotiert er in „unwichtigen“ Spielen seine Mannschaft groß durch und gibt so nebenbei auch seinen jungen Spielern im Kader eine Bewährungschance in der Bundesliga. Das aber gefällt der restlichen Liga nicht, denn wenn ein Verein in der Bundesliga nichtm it der bestmöglichsten Mannschaft antritt, empfinden das viele Manager der Bundesliga als die reine Wettbewerbsverzerrung. Allen voran Armin Veh, der seinen Spieler auch gerne mal zum richtigen Zeitpunkt eine Pause gönnt, ist damit ganz und gar nicht einverstanden…

Wenn man das gegen Mannschaften macht, die um die Europa-League-Plätze oder gegen den Abstieg spielen, und du schenkst nur ab, dann finde ich das nicht gut. (Armin Veh, Trainer von Eintracht Frankfurt)

Dabei hat er doch noch beim Auswärtsspiel seiner Eintracht bei den Bayern die Lage genau richtig eingeschätzt.

Es wird wahrscheinlich wieder so kommen wie jedes Jahr, wenn wir denken, dass sie gegen so einen kleinen wie die Eintracht ein paar andere aufstellen. (Armin Veh, Trainer von Eintracht Frankfurt, vor dem Auswärtsspiel seiner Eintracht beim FC Bayern München)

Aber auch Schalke´s Manager Horst Heldt wettert ganz groß gegen die Rotation von Pep Guardiola. Dabei geht es ihm – wie eigentlich alle Kritikern – nicht darum, dass die Bayern jetzt endlich verloren haben, sondern um den eigenen Vorteil. Schließlich kämpfen die Schalker noch um Platz 2 in der Bundesliga und damit auch um die direkte Champions League Qualifikation. Daran hängt viel Geld und das würde Horst Heldt natürlich gerne verdienen. Aber das ist nicht so einfach, denn in seinen Augeben besteht jetzt die Gefahr, dass die Bayern die Liga nicht mehr ernst nehmen und so nächste Woche gegen derzeit Zweitplatzierten Dortmund sang und klanglos verlieren werden. Diese Niederlage des BVB hat Horst Heldt aber scheinbar schon eingeplant…

Natürlich hat man das mitgekriegt, dass Spieler auf dem Platz gestanden haben, die selten bis noch gar nicht gespielt haben. (Horst Heldt, Manager auf Schalke, spricht im Deutschlandfunk über den FC Bayern München)

Das ist kein guter Stil, wenn man so agiert, dass es für andere Probleme geben könnte. Es gibt ja auch immer schlaue Sprüche aus München, die alle anderen aufzunehmen haben. Das hat auch etwas mit Charakter zu tun. (Horst Heldt, Manager auf Schalke, spricht direkt nach Spielende seiner Knappen beim SV Werder Bremen über den FC Bayern München)

Und was bleibt am Ende als Resultat stehen? In meinen Augen nur eines. Es geht mal wieder nur ums Geld und deswegen machen Verantwortliche wieder mal Stimmung. Verpasst man am Ende die eigenen Ziele, dann sind halt die anderen Schuld. Gern gesehener Sündebock: Der FC Bayern München! Die Liga ist verlogen und jeder sucht nur seinen eigenen Vorteil. Das ist nichts Neues, das ist altbekannt und das ist normal, wenn es um so viel Geld geht wie in der Bundesliga. Deswegen kann man aber den ganzen Lautsprechern der Liga auch kein Wort glauben, wenn sie jetzt von Wettbewerbsverzerrung, von Charakter und anderen Dingen sprechen. Es sollte sich jeder mal an die eigene Nase fassen und überlegen, wieso die Bayern so früh wie noch nie Meister geworden sind. Vielleicht liegt es auch daran, dass man sich in München nicht groß darum kümmert, was die anderen sagen. Diese  „Die-anderen-können-uns-mal“ Einstellung, die Trainer Pep Guardiola perfekt vorlebt, sorgt dafür, dass sich die Spieler perefekt auf die jetzt wirklich wichtigen Spiele vorbereiten können. Da können Armin Veh und Horst Heldt reden wie sie wollen, in München kommen Ihre Worte sowieso nicht an…

Die Bundesliga ist vorbei, wir haben gewonnen. Das wichtigste Spiel für unsere Zukunft ist am Mittwoch. (Pep Guardiola, Trainer des FC Bayern München)

P.S. Hätten die Bayern mit dieser Aufstellung auch gegen Augsburg gewonnen, dann hätte Horst Heldt und andere Bundesligamanager sicher gleich wieder davon gesprochen, dass die Liga langweilig sei und selbst die A-Jugend des FC Bayern München jeden Gegner in der Bundesliga schlagen könne. So ganz nebenbei, die A-Jugend des FC Bayern München spielt im Gegensatz zur Jugend von Schalke 04 dieses Jahr eher gegen den Abstieg als um die Meisterschaft mit…

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