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Platzt die Blase im Schuldnerparadies Spanien

by Frittenmeister

Spanien ist für viele von uns so etwas wie ein Ferienparadies. Endlose schöne Strände, gutes Essen, schöne Städte und spektakulärer Fußball! Alles was ein Mann sich eben für den perfekten Urlaub nie zu träumen wagen würde. Und das beste ist, es ist nicht so weit weg für uns, was ja auch mal einen kürzeren Urlaub versprechen würde. Was für uns jedoch schön und gut klingt, ist nur die Fassade. Unter der Fassade ist die Substanz dagegen sehr brüchig und marode. In Zeiten der Finanzkrise kann es dann in diesem Urlaubsparadies schon einmal vorkommen, dass das ein oder schön fragil aufgebaute System unter der finanziellen Last zusammenbrechen könnte. Den Vereinen ist das jedoch egal, obwohl viele schon lange nicht mehr richtig handlungsfähig sind.

spanien-schuldenVor allem Real Madrid leistet sich derzeit wieder einmal einen Anflug von Größenwahn und pumpt viel Geld in den Fußballmarkt. Dabei sollten sie es gerade wissen, haben sie doch schon im Jahr 2001 unter ihren hohen Schulden geächzt und konnten sich nur durch den Verkauf des Vereinsgeländes in der Innenstadt von Madrid davon befreien. Inzwischen haben sie jedoch schon wieder 400 Millionen Euro Schulden angehäuft und wenn man die Transferausgaben der letzten Wochen sieht, werden sie sicher noch mehr. Die spanischen Fussballvereine sind hoch verschuldet und Schulden Banken, Staat, Spielern und dubiosen Geldgebern viel Geld. Für mich war das ein Grund, mir mal die spanische Liga und vor allem das Finanzgebaren dort ein wenig genauer anzuschauen und dabei bin ich auf interessante Fakten, Zahlen, Interviews und Geschichten gestoßen.

Fangen wir dabei mal mit einer kompletten Übersicht an. Von den 20 Erstligaclubs in Spanien sind mit dem FC Sevilla, UD Almeria und Recreativo Huelva nur 3 Vereine frei von Schulden. Die anderen häufen laut dem spanischen Professor für Finanzwirtschaft und Buchhaltung José María Gay zusammen einen Schuldenberg von unglaublichen 3,5 Milliarden Euro (Stand: Ende Saison 2007/2008) zusammen. Wenn man das jetzt auf die 20 Vereine umlegen würde, dann hätte jeder 175 Millionen Euro Schulden auf dem Konto.  Vermögen (positives Kapital) haben die Vereine auch, zusammen ungefähr 252 Millionen Euro (durchschnittlich 12,6 Millionen Euro umgerechnet auf einen einzelnen Verein). Wenn man das jetzt einfach mal so gegenüberstellt, dann braucht man kein Experte sein, um festzustellen, dass die Schulden etwas überwiegen. Um das zu verdeutlichen gibt es hier für euch extra noch mal die Gegenüberstellung der Zahlen:

1.700.000.000 vs. 252.000.000

So viele Nullen muss man sich erst mal auf der Zunge zergehen lassen. Bei uns in Deutschland wäre so etwas undenkbar. Im Gegensatz zu Spanien gibt es bei uns strenge Lizenzierungsverfahren (in Spanien gibt es keine Lizenzierung und auch keinen wirklichenLizenzentzug – siehe Ende des Artikel — > weitere Informationen) und die Clubs trauen sich nicht, eine große Shoppingtour auf Pump zu machen. Ok, jetzt werden einige sagen, was war mit Dortmund. Ja, der BVB, die hatten auch viele Schulden (100 Millionen Euro rum), hätten aber keinen Stress bekommen, da sie ja ihrer Bilanz noch alle Kredite abgesichert hatten durch Vermögenswerte. Als aber auch noch Zuschauereinnahmen und Sponsoringeinnahmen verpfändet wurden, war es vorbei. Ohne regelmäßige Einkünfte kann eben kein Verein überleben, wie denn auch. Die DFL hat aber aus diesem Fall gelernt und hat in den letzten Jahren strenge Auflagen für die Finanzen und Bilanzen der Bundesligavereine eingeführt. Spielerkäufe auf Pump sind so fast nicht mehr möglich (klar ein bisschen geht immer) und ein Real Madrid auf deutschen Boden wird es auch nicht geben können.

Wie sich jetzt herausgestellt hat, sind die letzten großen Transfers von Kaka und C.Ronaldo alle über Kredite finanziert worden. Transfers über Kredite finanzieren ist nicht nur eine Methode von Real Madrid, Nein das machen so ziemlich alle Vereine dort. Ein bisschen muss man die Schuld hier aber auch auf die Präsidenten schieben, denn in Spanien werden diese oft nur aufgrund ihrer utopischen Versprechen gewählt. Da werden schnell mal 4 bis 5 neue Stars versprochen ohne dass lange über die Kosten nachgedacht wird und am Ende muss ja der Verein für die Schulden gerade stehen. Da wir gerade von den Transferausgaben sprechen…ein zweiter Kostenpunkt, der direkt aus den Transfers entsteht ist das Gehalt. Zum einen muss hier wiederum Handgeld bezahlt werden und bei hohen Ablösesummen sind diese auch sehr hoch und zum anderen verlangen teuere Spieler auch ein hohes Gehalt. Nehmen wir hier wieder unser Musterbeispiel Christiano Ronaldo. Angeblich soll er 13 Millionen Euro Gehalt im Jahr fordern und noch dazu einen großen Teil der Einnahmen aus den Fanartikelverkäufen. So geht einem Verein wie Real Madrid natürlich gleich mal ein großer Teil der direkten Refinanzierungsmöglichkeiten verloren. Wenn man sich auf so einen Deal einlässt, dann ist es kein Wunder, dass die Schulden exorbitant steigen und man auch keine Chance hat, diese zurückzuzahlen.

Aber will man das überhaupt? Das ist die Frage, die ich hier mit Sicherheit nicht beantworten kann. Vermehrt habe ich darüber gelesen, dass man eher darauf spekuliert, dass rund um das neue Trainingsgelände Bauland entsteht und man dieses dann teuer verkaufen kann. Und wenn nicht? Ja, dann…äh…Plan B bitte? Gibt es wohl nicht, oder wer zahlt für einen Christiano Ronaldo in 3 bis 4 Jahre die angeblich festgeschriebene Ablösesumme von 1 Milliarde Euro? Niemand, aber das war nicht zu erwarten…

Etliche Vereine haben sich aber auch mit der Immobilienkrise verzockt. Auch hier habe ich ein Musterbeispiel für euch herausgesucht. Der FC Valencia baut seit einigen Jahren ein neues Stadion vor den Toren der Stadt. Das ganze begann im Jahr 2005, als der Immobilienmogul Juan Soler, gleichzeitig Präsident des FC Valencia, einen besonders schlauen Einfall hatte.

Wenn ich Mediziner wäre, hätte ich einen Impfstoff erfunden. Ich bin aber Bauunternehmer, deshalb habe ich diesen Schlag erfunden. (Juan Soler, ehemaliger Präsident des FC Valencia, über seine geniale Idee mit dem neuen Stadion im Jahr 2001)

Er könnte doch seinen Beruf mit seinem Präsidentenamt vereinen und so mit sich selber Geschäfte machen. Gesagt, getan und so besorgte er dank seiner gute Kontakte zu den Stadtbediensteten erst einmal etliche Baugenehmigungen für das Stadion und des Trainingsgelände. Beste Innenstadtlage sei das und dafür würde man mit Sicherheit 4.800 Euro pro Quadratmeter bekommen. Am Ende wollte er eine halbe Milliarde Euro für den Verein einnehmen und mit diesem Geld vor der Stadt das neue Mestalla-Stadion bauen und neues Land für die Trainingsplätze ankaufen. Ach und 150 Millionen Euro Gewinn wollte er nebenbei damit auch noch machen und das Geld ausschließlich in die Mannschaft investieren. Eine schöne Milchmädchenrechnung, den spanischen Banken war es egal und so gaben sie dem Verein schon mal im Voraus mindestens 200 Millionen Euro Kredit. Und so kamen und gingen Spieler und Trainer im Monatstakt, man fing an das neue Stadion zu bauen ohne das alte überhaupt verkauft zu haben und natürlich zahlte man viele Abfindungen und Gehälter. Man spricht heute davon, dass 107 Millionen Euro Gehaltskosten im Jahr in den Bilanzbüchern des FC Valencia stehen. Steuern und Sozialabgaben zahlte man sowieso nicht, der Staat wird schon nichts sagen. Doch auch beim spanischen Staat war irgendwann die Geduld erschöpft und er forderte sein Geld zurück und soweit ich informiert bin, fordert er bis heute noch. Denn der FC Valencia ist zahlungsunfähig und schon froh, wenn er mal die 2 Millionen Euro an Zinsen zahlen kann, die pro MONAT anfallen. Der Verein ist wirklich am Ende und hat jetzt auch noch das Problem eines halbfertigen Stadions an der Backe. Weitergebaut wird nicht mehr, denn die Handwerker und Bauarbeiter konnten nicht mehr bezahlt werden. Tja und so steht ein ehemals erfolgreicher Verein wirtschaftlich und sportlich am Abgrund, nennt eine halbfertige Bauruine vor der Stadt sein Eigen und ein nicht zu verkaufenden Innenstadtgelände auch…

Wenden wir uns nun aber noch einmal der kompletten spanischen Liga zu. In den letzten Jahren gab es hier eine Schuldenentwicklung, die man sonst wohl nirgends in Europa findet. Anfang 2007 hatte die komplette Liga nur 2,7 Milliarden Euro, bis Ende dieses Jahres (2009) wird man laut Schätzungen die 4 Milliarden Grenze locker überspringen.

Entwicklung der Schulden in der spanischen Liga:

2007: 2,7 Milliarden Euro
2008: 3,5 Milliarden Euro
2009: 4,2 Milliarden Euro (geschätzt)

Mit Hilfe des Internet hat der Frittenmeister es auch geschafft, eine komplette Übersicht über den Schuldenstand der einzelnen Verein zusammenzubekommen. Ob diese allerdings richtig ist, dann ich nicht garantieren, sie beruht nur auf frei zugänglichen Informationen des Internets.

Die Rangliste des Verderbens:

1.    563 Millionen Euro: FC Valencia
2.    400 Millionen Euro: Real Madrid
3.    300 Millionen Euro: Athletico Madrid

4.    189 Millionen Euro: FC Barcelona
5.    160 Millionen Euro: Deportivo La Coruna
6.    150 Millionen Euro: FC Villareal
7.      55 Millionen Euro: Real Betis Sevilla
8.      45 Millionen Euro: Espanyol Barcelona
9.      40 Millionen Euro: Real Mallorca
10.    35 Millionen Euro: Racing Santander
11.     35 Millionen Euro: Athletic Bilbao
12.    35 Millionen Euro: CA Osasuna
13.    30 Millionen Euro: Real Valladolid
14.    25 Millionen Euro: FC Getafe
15.    18 Millionen Euro: Sporting Gijon
16.    16 Millionen Euro: FC Malaga
17.      3 Millionen Euro: CD Numancia
18.      0 Millionen Euro: FC Sevilla
19.      0 Millionen Euro: UD Almeria
20.      0 Millionen Euro: Recreativo Huelva

Herausstellen muss man auf jeden Fall die drei Vereine FC Sevilla, UD Almeria und Recreativo Huelva, die dank ihres sorgfältigen Umgangs mit ihren Finanzen einer sorgenfreien Zukunft entgegensteuern. Bei etlichen Vereinen, vor allen den kleineren, bewegt sich die Schuldenlast auch noch in einem erträglichen Rahmen. Wenn man sich aber jetzt die großen Klubs ansieht wie Real Madrid, FC Barcelona oder auch den FC Valencia, dann merkt man schnell, dass hier der Erfolg in der Vergangenheit und auch im Jetzt auf das Geld der Banken gebaut war und ist. José María Gay ist Professor für Finanzwirtschaft und Buchhaltung in Barcelona und untersucht jedes Jahr die Finanzen der spanischen Erstligisten. Er sieht die Schuldenentwicklung als sehr gefährlich an und erklärt auch, dass diese bereits soweit fortgeschritten ist, dass etliche spanische Profivereine quasi technisch bankrott wären. Spielergehälter werden da nicht mehr bezahlt, der Staat erhält keine Steuerabgaben und die Sozial- und Krankenkasse warten auch schon längere Zeit auf ihr Geld. Solange es jedoch noch Banken und ein paar Immobilienhaie als Präsidenten gibt, ja solange wird das Spielchen weitergehen.

Die Immobilien- und Finanzkrise, die letztes Jahr weltweit die Leute Zukunftsängste versetzte hat aber schon ihre ersten Opfer gefordert. Und es werden noch weitere im spanischen Fussball folgen, dass ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Die Frage ist nur, ob Morgen oder erst Übermorgen der spanische Fussball am Ende ist…

Das ist eine einfache Rechnung. Die Klubs haben in der Vergangenheit enorm hohe Investitionen getätigt, in erster Linie für neue Spieler. Wenn schon eine Investition zu einem normalen Preis zu Verschuldung führt, ist das umso mehr der Fall, wenn man einen sehr hohen Preis zahlt. Dazu kommt, dass die meisten Klubs mit Verlusten gearbeitet haben. Nimmt man Real Madrid und den FC Barcelona aus, so liegen die Einnahmen aus TV-Übertragungsrechten, Mitgliedsbeiträgen, Marketing und Eintrittskarten fast aller Klubs niedriger als die Ausgaben. Die Klubs glichen das durch außerordentliche Ergebnisse aus, sei es durch Befreiungsschläge am Immobilienmarkt, oder durch Spielerverkäufe. Aber die Zeit, da man so etwas machen konnte, ist vorbei. Der Immobilienmarkt macht in Spanien eine Anpassung durch, und astronomische Preise für Fußballer zahlt nur noch ein Klub: Real Madrid. (José María Gay, Professor für Finanzwirtschaft und Buchhaltung in Barcelona, beantwortet im Interview mit der Süddeutschen Zeitung die Frage, wie es im spanischen Fussball so weit kommen konnte)

Quellen und weiterführende Links:

weitere Information: Vor 20 Jahren fing alles an mit der Sociedades Anónimas Deportivas

Schon vor 20 Jahre hatten spanische Vereine mit einer hohen Schuldenlast zu kämpfen. Damals entwart man das System der „Sociedades Anónimas Deportivas“ (Sport-Aktiengesellschaften), die eine bessere Finanzkontrolle durch eine Umwandlung in spezielle Sport-Aktiengesellschaften ermöglichen sollte. Die Stabilität hat sich für die Vereine allerdings erst im Jahr 2004 richtig ergeben. In diesem Jahr wurde beschlossen, dass das spanische Konkursgesetzt auch auf die Fussball-AG´s anwendbar ist, was für die Vereine bedeutete, dass sie trotz Zahlungsunfähigkeit nicht mehr zum Zwangsabstieg verdonnert werden konnten. Für die Spieler bedeutet das, dass bei einem Konkursverfahren ihres Vereines sie nur noch das Recht auf die Hälfte ihrer ausstehenden Gehälter haben.

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Andi 25. Juni 2009 - 11:19

Ein sehr guter Artikel!

Man kann nur hoffen, dass so manch spanischen Vereinen bald mal ernste Konsequenzen bevor stehen. Was sich bei Real momentan abspielt, ist nicht mehr feierlich. Eine solche Einkaufstour hat es noch nie gegeben. Wer da von Wettbewerbsverzerrung spricht, hat nicht unrecht. Wünschenswert wäre es, wenn auch im internationalen Fußball in naher Zukunft etwas Ordnung einkehrt. Allein schon die Champions League wäre viel attraktiver, wenn nicht nur die immer gleichen, hoch verschuldeten Teams ins Halbfinale kommen. Schön wäre es, wenn die großen Stars nicht auf drei, vier Mannschaften verteilt wären, sondern evtl. auf 12. Das würde den Fußball in Europa sehr beleben.

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nedfuller 25. Juni 2009 - 13:28

Ich glaube nicht, dass es eine Art Lizenz für alle europäischen Ligen geben wird.
Es findet sich immer ein Verband, der dagegen sein wird.

Toller Text!

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Wacker Fan 25. Juni 2009 - 22:34

Nicht schlecht, Danke Herr Frittenmeister!

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Frittenmeister 26. Juni 2009 - 16:36

Es war mir wie immer eine Ehre 😉

Ob es Konsequenzen in Spanien geben wird, hängt in meinen Augen ganz alleine von den Banken ab. Der Fussballverband ist schlichtweg zu schwach und kann den großen Vereine daher nie etwas vorschreiben. Wenn die Banke jedoch ihre Kredite zurückhaben wollen, dann bleibt den Vereinen nichts mehr an Kapital und dann müssen sie so oder so irgendwann absteigen. Wenn schon nicht vom Verband aus, dann halt weil die Spieler streiken…

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Frittenmeister 7. Juli 2009 - 12:37

Bis auf Barcelona sind die Champions-League-Teilnehmer aus Italien, Spanien und England in einem Maß verschuldet, dass irgendwann der Zusammenbruch droht. (Theo Zwanziger, Präsident des deutschen Fussballbundes, im Interview mit der Rhein-Neckar-Zeitung)

Jetzt hat auch der Theo es erkannt…

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Ohne Rückennummer auch kein Vertrag - Fritten, Fussball & Bier 14. August 2009 - 17:51

[…] einen Vertragskündigung sucht. Geschehen ist das ganze erst vor wenigen Tagen beim spanischen Geldscheißerklub Real Madrid. Dort spielt ja (gelegentlich) unser ehemaliger Lieblingsholländer Rafael van der […]

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Fussball Transfer-Ausgaben 1. September 2009 - 10:04

[…] Platzt die Blase im Schuldnerparadis Spanien – Fritten, Fussball & Bier Gerade gefunden, fand ich interessant und will ich euch nicht vorenthalten! […]

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Wieso der Chelsea Football Club keine Spieler mehr kaufen darf… - Fritten, Fussball & Bier 4. September 2009 - 09:01

[…] wäre ganz einfach. Ein Verein, der jedes Jahr aberwitzig viele Millionen (ähnlich wie in Spanien Real Madrid) auf dem Transfermarkt verschleudert, der wird, wenn er 2 Transferperioden kein Geld ausgegen darf, […]

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JHofmann 12. November 2013 - 18:48

Ich denke man muss in diesem Zusammenhang auch sehen, dass der spanische Staat und damit der Steuerzahler immer wieder in die Presche gesprungen ist, wenn es bei einem Club brenzlig wurde. Sowas würde es in mittel- und nordeuropäischen Ländern wohl nicht geben, wie die zahlreichen Insolvenzverfahren der letzten Jahre in Deutschland, Österreich und der Schweiz gezeigt haben. Zumeist scheiterten die Clubs an den staatlichen Abgaben, sprich Steuer und Sozialversicherung. Und das nicht, weil der Staat so böse ist, sondern weil meist Dilettanten am Werk sind, die nur den kurzfristigen Erfolg sehen. Der vielleicht gut gemeinte aber auf jeden Fall schlecht gemachte Versuch, mit dem financial Fair Play etwas an der Sache zu ändern, darf wohl als Feigenblatt gesehen werden, mit dem man die Untätigkeit und damit verbunden auch die Wettbewerbsverzerrung auf europäischer Ebene unter den Teppich kehren möchte. Solange es nicht zumindest europaweite Regulative gibt, wird sich an der Situation auch nichts ändern.

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