Home Fussball ist u. Leben Die Brasilianer bei der EM2012

Die Brasilianer bei der EM2012

by Frittenmeister

Die Europameisterschaft bedeutet ja, dass die besten Mannschaften Europas mit den besten europäischen Spielern gegeneinander antreten und dabei die beste Nation Europas ermitteln. Aber so ganz genau wird das auch nie genommen und so haben in der Vergangenheit bei älteren Turnieren schon viele Spieler aus nichteuropäischen Nationen für eine europäische Nationalmannschaft gespielt. Ganz klar war das im jahr 2008 bei der letzten Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz. Da haben wir uns nur einmal das Spielchen erlaubt, die (eingebürgerten) Brasilianer, die dann bei der EM mitspielen konnten, zu suchen und wir sind damals auf ganze sechs Spieler gekommen. Unsere Prognose war vor vier Jahren, dass es immer mehr werden und wir bald mindestens 11 Spieler aus Brasilien bei der Europameisterschaft sehen werden. Das war wie gesagt vor vier Jahren und der Trend schien in unseren Augen ja genauso weiterzugehen. Spieler, die in ihrer eigenen Nationalmannschaft keine Chance haben, wechseln eben mal so den Verband und spielen halt dann woanders. Da kann es dann auch mal sein, dass man als Südamerikaer mal eine Europameisterschaft spielen muss.

Gut, aber zum Thema zurück. Wir haben uns jetzt – genauso wie vor vier Jahren – auf die Suche nach den Brasilianern bei der Europameisterschaft 2012 gemacht. Und natürlich sind wir wieder fündig geworden, aber kleine Überraschung, es sind weniger geworden. Nach unserem Stand sind nur noch drei Brasilianer bei der diesjährigen Europameisterschaft mit dabei. Einige wie z.B. der Spanier Marcos Senna oder der Portugiese Deco stehen auch schon am Ende ihrer Karriere oder haben diese sogar schon beendet und sind deswegen auch nicht mehr im Kreise der Nationalspieler mit dabei.

 Spieler Nationalmannschaft
 Eduardo Alves da Silva Kroatien
 Pepe Portugal
 Thiago Motta Italien

Bei der letzten Europameisterschaft spielte für die polnische Auswahl noch ein gewisser Roger Guerreiro. Ebenfalls Brasilianer und kurz vor dem Turnier schnell mal eingebürgert, da man noch einen kreativen Mittelfeldspieler gebraucht. Leider zeigt sich hier an Roger Guerreiro, was so alles passieren kann mit Leuten, die ihr neues Land nicht so wirklich lieben und nur der Karriere wegen in der Nationalmannschaft gespielt haben. Sie verlassen die Mannschaft genauso schnell wieder wie sie gekommen sind und sind darüber nicht einmal traurig. Bei Roger Guerreiro war sein Leben in der Nationalmannschaft zu Ende, als er aus der polnischen Liga in die griechische Liga gewechselt ist…

Und auch aus Deutschland gibt es noch Neuigkeiten bezüglich des Brasilien-Themas. Zwischenzeitlich gab es ja mit Kevin Kuranyi und „Helmut“ Cacau zwei gebürtige Brasilianer im Team. Beide sind derzeit aber nicht für den DFB im Einsatz. Der eine ist dabei in Ungnade gefallen und der andere absolut formschwach und hat dadurch wirklich nur knapp die EM-Endrunde verpasst.

Zusammengefaßt lässt sich nur sagen, der Trend zu mehr Brasilianern in europäischen Nationalmannschaften ist nicht mehr so stark vorhanden wie vor ein paar Jahren mal. Das liegt zum einen daran, dass es viel mehr gute und junge Spieler in den Ländern gibt und zum anderen, dass es leichter ist im europäischen Ausland Spieler für die eigene Nationalmannschaft zu finden. Diese haben meistens über ihre Eltern auch noch einen Bezug in ihre Heimat und identifizieren sich so viel besser mit der Nationalmannschft als andere. Und natürlich ist die Einbürgerug auch viel einfacher oder oft auch gar nicht mal nötig, denn viele Spieler haben dank ihrer Vorfahren sogar eine Doppelstaatsbürgerschaft. Von daher werden wir immer weniger Exoten bei den Europameisterschaften sehen…

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