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Der alljährliche Ausverkauf in Brasilien

by Frittenmeister

Im Jahr 1964 war Zezé der Erste, sozusagen der Wegbereiter für die vielen Naldo´s, Grafite´s, oder Zé Roberto´s der Bundesliga. Er war der Erste brasilianische Gastarbeiter in der Bundesliga und wollte uns mit seiner feinen Technik ein wenig Südamerikanisches Flair bringen. Doch das ist ihm leider nicht geglückt, seine Mission beim 1. FC Köln war schnell wieder beendet. Aber das Interesse der Bundesligavereine war von nun an geweckt und hat sich im Laufe der letzten Jahre immer weiter gesteiert. Inzwischen heißt es ja, dass jede Mannschaft schon aufgrund der Technik und des Spielwitzes einen Brasilianer im Team nötig hat. Ok manche Vereine und Mäzen wollen schon alleine aus Prestigegründen einen Zuckerhutkicker haben, das gehört halt irgendwie dazu. Und so ist es dann kein Wunder, wenn jedes Jahr neue Brasilianer in der Bundesliga auftauchen und niemand genau weiß, wo sie überhaupt alle herkommen. Im letzten Jahr verringerte sich zwar die Anzahl der Kicker vom Zuckerhut in Deutschland, aber das heißt nicht, dass die Exportware Fussballer in Brasilien nicht mehr gefragt ist. In Deutschland merkt man einfach nur langsam, dass nicht immer alles nur gut ist mit den Profis aus Südamerika, oftmals haben sie Eingewöhnungsprobleme, sind nicht gerade billig oder man stolpert schon im Vorfeld einer Verpflichtung über die undurchsichtigen Vertragszustände. Alles eigentlich keine guten Voraussetzungen und trotzdem melde der brasilianische Fussballverbandes CBF, dass im Jahr 2009 wieder über 1.000 Fussballer das Land verlassen haben. Nach Deutschland gingen davon gleich 60 Spieler, was uns nach Portugal (181) den zweiten Rang in der Einkaufsliste einbringt. Allerdings muss man hier auch sehen, dass alleine 15 Spieler in die Verbandsliga zu dem kleinen brandenburgischen Verein „Prignitzer Kuckuck Kickers“ gewechselt sind und das sicherlich nicht wegen des Geldes! Aber für die Rangliste sind diese 15 Kicker natürlich schon ein großer Posten…

Brasilianer in den deutschen Profiligen: (in Klammern Saison 2008/2009)

  1. Bundesliga: 26 (38)
  2. Bundesliga: 7 (15)
  3. Bundesliga: 3 (2)

Von den 1017 Spielern, die im letzten Jahr von Brasilien in die großen weite Welt auszogen, landen aber nicht alle in den großen Ligen der Welt. Zwischen 2003 und 2008 gingen zum Beispiel auch 105 Brasilianer in den Vietnam, unter ihnen auch ein gewisser Denilson, der sich immerhin Weltmeister schimpfen darf. Er versuchte im Spätherbst einer Karriere noch einmal irgendwo um die Meisterschaft mitzuspielen und so ließ er sich für ein Jahr zu einem Engagement beim vietnamesischen Klub Hai Phong Cement hinreißen. Doch auch in den entlegensten Zipfeln der Erde findet man inzwischen in fast jeder Mannschaft einen Brasilianer, egal ob es in irgendeinen Staat in Afrika, in Sibirien oder auf den Färörer Inseln ist. Brasilianer sind begeehrt und wenn sie manchmal nur gekauft werden, um der restlichen Liga zu zeigen, dass man einen Samba-Kicker im Team hat.

Brasilien ist die Exportnation Nr.1 (Wie viele Spieler das Land jedes Jahr verlassen)
2009: 1.017
2008: 1.176
2007: 539

Wenn es so weitergeht, dann werden wir uns in den nächsten Jahren nicht mehr vor Brasilianer retten können, denn dass sie Fussball spielen können ist ja unbestritten. Aber immer öfters werden sie durch die wie Unkraut aus der Erde sprießenden Manager und Investorenfirmen ins Ausland transferiert, denn nur dadurch verdienen diese eben auch Geld. Also bedeutet das schlichtweg, Geld regiert die Welt und Geld bringt auch Brasilien zu uns…

Quelle: www.4-4-2.com, www.transfermarkt.de

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