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Das neue Grünwalder Stadion

by Frittenmeister

In München wurde nach über einem Jahr Umbau das Grünwalder Stadion wiedereröffnet.

Wir schreiben das Jahr 2013. Es ist Mitte September, es ist kalt und es regnet. Der Münchner Herbst hat voll zugeschlagen und sorgt bei den Leuten auf der Straße für traurige Gesichter. Nicht aber im Münchner Stadteil Giesing, denn heute am 14. September 2013 wurde das Stadion an der Grünwalder Straße nach eineinhalb Jahren Umbau offiziell wieder eröffnet. Natürlich waren Nachbarn, Fans und Münchner Fussballfreaks absolut gespannt, was sich in dem alten Stadion alles verändert hat und was jetzt alles neu ist.

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Bei einer Stadionführungen erzählte uns je ein für den Umbau verantwortlicher Bauplaner sowie ein technischer Leiter was genau alles getan werden musste, um das Stadion zum einen auf den heutigen Stand der Technik zu bringen und zum anderen das Stadion wieder sicher zu machen. Dafür musste baulich viel verändert werden. Branschutzabschnitte mussten eingerichtet werden, die Holzsitze auf der Haupttribüne mussten entsorgt werden und etliche Notausgänge mussten eingebaut werden. Das alles hatte natürlich zur Folge, dass am Ende nichts mehr so war wie man es vorher mehr als 50 Jahre gewohnt war. Aber so ist das nun mal wenn man ein Stadion für die Zukunft, sprich in diesem Fall für die 3. Liga fit machen muss…

gruenwalder2013-(13)Als erstes führte uns die Stadionführung zu den neuen Logen. Ah, eigentlich stimmt das so nicht, denn es sind keine wirklichen Logen. Es gibt dafür aber eine VIP-Gaststätte, die an Spieltagen von einem der spielenden Vereine gemietet werden kann. Normale Fans kommen dort nicht rein außer es findet sich kein Verein, der die neue VIP-Wirtschaft an einem Spieltag mieten will. Da der VIP-Raum im Eck des Stadions liegt ist die Sicht auf das Spielfeld von dort natürlich nur suboptimal. Aber das ist ja nicht so wichtig, denn für die VIP´s geht es ja meistens eh nur um Essen, Trinken und die Gespräche, die man dort führen kann…

gruenwalder2013 (28) Unser nächste Stopp war die sanierte Haupttribüne. Diese wurde komplett entkernt und innen komplett neu aufgebaut. Anstatt der alten Stadionwirtschaft und einer einzelnen, alten Dusche für alle Spieler und Schiedsrichter gibt es jetzt getrennte Bereiche für die Mannschaften und für die Schiedsrichter. Gleichzeitig hat auch die Presse neue Arbeitsplätze bekommen und auch der Raum für die Pressekonferenzen ist neu. Beinahe hätten wir aber gar nicht in den Katakomben des Stadions stehen können, denn beinahe wäre bei der Sanierung die Haupttribüne eingestürzt. Tja, es hat halt doch niemand damit gerechnet, dass man früher etwas einfacher gebaut hat und daher Stützstreben und Fundamente nicht immer vorhanden sind. Aber auch dieses Problem haben die Bauleiter gelöst – auch wenn es eine zweimonatige Bauverzögerung bedeutet hat.

gruenwalder2013 (18)Lustig sind auch die Sprecherkabinen unter dem Dach der Hauptribüne. Hier sieht es teilweise noch aus wie vor 50 Jahren. Holzboden, Holztüren, alles etwas windig und zugig. Aber dafür mit bester Aussicht auf das Spielfeld und auf die Tribüne, die direkt unter diesem Bereich liegen. Hier gibt es noch weitere Kabinen für Pressevertreter sowie allerhand kleine Hilfsmittel für das Fernsehen. Zum Beispiel erwähne ich hier die kleinen Schnienen und Leitern unter dem Dach, die eigentlich dafür da sind, dass hier bei Liveübertragungen die Kameras installiert werden können. Ob das aber passieren wird ist fraglich, denn so richtig zeitgemäß ist dieser Teil der Technik immer noch nicht.

So nebenbei gaben die zwei Bauleiter noch reichlich kleine Anekdoten zum Beisten…zum Beispiel weiß ich jetzt auf den Punkt genau, wo die Bauarbeiter nur 80 cm unter dem Spielfeld die Fliegerbombe gefunden haben. Oder wie heiß es im inneren der Flutlichtmasten wird…oder dass die grauen Sitzschalen extra in drei verschiedenen Grautönen geordert wurden, damit man später einzelnen Sitze leichter austauschen kann ohne dass es groß auffällt, wenn produktionsbedingt ein anderes Grau verbaut wird. Den Hammer fand ich ja die Story, wieso es überhaupt graue und nicht wie gruenwalder2013 (39)früher grüne Sitzschalen gibt. Hier hatte bei der Planung nämlich die Polizei Ihre Finger drin, denn von dort kam die Auflage mit den grauen Sitzen. Das hat den einfachen Hintergrund, dass bei der Kameraüberwachung so ein sehr guter Kontrast von Gesicht und Hintergrund gegeben ist und damit Personen leichter identifizert werden können. Aha, daran hätte ich nicht gedacht. Ach überhaupt, die Polizei. Es gibt jetzt so schicke Gefangenensammelstellen im Grünwalder Stadion und in der will ich vor allem im Winter nicht sitzen müssen. Hinter dem Block P ist eine Nische in der neuen Tribüne mit dicken Stäben abgesperrt und der Wind pfeift dort so was von rein. Ach, vielleicht ist es so gedacht, dass einem dort automatisch warm wird, denn in dieser Sammelzelle sollen Fans beider Fanlager „gesammelt“ werden…

Ich habe mir die Zelle natürlich nur von außen angeschaut 😉

Die Tour war super und der Umbau ist den Planern und Bauarbeitern wirklich gut gelungen. Klar, das ein oder andere alte Detail musste der Modernisierung weichen, aber es hilft ja nichts. Man muss mit der Zeit gehen und man muss die Auflagen des DFB erfüllen, ansonsten hätte es bald keinen Fussball mehr im Grünwalder Stadion gegeben. Von daher, Respekt, gut gemacht und ich werde sicher bald wiederkommen. Es gibt ja jetzt auch wieder genug Spiele im Städtischen Stadion an der Grünwalder Strasse, auch wieder höherklassigen. Die Frauenmannschaft des FC Bayern München ist nun auch ins frisch sanierte Stadion gezogen und die Damen spielen bekanntlich ja in der 1. Bundesliga. Von daher kann man jetzt wirklich sagen, dass die Bundesliga zurück ist im Grünwalder Stadion…

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