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Da bauen wir doch mal schnell ein neues Stadion…

by Frittenmeister

Das sind ja mal Nachrichten, die bei vielen Fans für ein gewaltiges Kopfschütteln sorgt. Die Stadt Düsseldorf baut der ortstansässigen Fortuna für drei Spiele ein neues Stadion, denn die eigentliche Arena ist im Mai 2011 durch die Titelverteidigung von Lena Meyer-Landrut beim European Song Contest (Eurovision Song Contest) belegt und kann daher nicht für Fussball genutzt werden. In der heutigen Zeit ist das ja kein Problem, schnell mal fast über Nacht ein neues Stadion aufzubauen, aber ist es denn auch sinnvoll? Das ist die Frage, die sich die Düsseldorfer Fans wirklich stellen, denn mit dem alten Paul-Janes-Stadion im Flinger Broich, in dem Fortuna Düsseldorf lange Zeit selber gespielt hat und das von den Fans immer noch so geliebt wird, hat man doch eigentlich eine gute Alternative für den temporären Neubau…

Eine Rückkehr zum Flinger Broich hätte zwar nostalgischen Charme gehabt. Aber insbesondere unter Berücksichtigung der Sicherheits-Aspekte sind wir mit der jetzigen Lösung sehr zufrieden. (Peter Frymuth, Vorstands-Chef von Fortuna Düsseldorf)

Am Anfang der Diskussion, im Oktober, war ein Umzug für die drei Spiele, die das Stadion für den European Song Contest blockiert ist, ins alte und absolut beliebte Paul-Janes-Stadion im Flinger Broich so gut wie beschlossen und jetzt im Dezember heißt es vom Düsseldorfer Stadtrat auf einmal, dass vorübergehend ein neues Stadion gebaut wird. Sicherheitsaspekte haben den Ausschlag gegeben und laut Düsseldorfs Sportdezernent Burkard Hintzsche hätte man im Paul-Janes-Stadion nur Sonntags spielen können, da an diesem Tag die Geschäfte rund um das Stadion geschlossen sind. Ansonsten wäre das Verkehrsaufkommen zu hoch geworden und die „Fan-Ströme“ könnte man nicht sicher ins Stadion leiten. Ja, Sicherheit geht vor, ganz klar! Aber irgendwie hört es sich trotzdem so an, als hätte die Politik das so entschieden. Tja, sorry liebe Fortuna Fans, da habt ihr euch umsonst gefreut auf euer geliebtes Paul-Janes-Stadion gefreut…

Das neue provisorische Stadion soll für 20.000 Zuschauer konzipiert werden und gleich neben der ESPRIT-Arena aufgebaut werden. Im Stadtrat wurde die als Kostenfaktor etwas um die 1,5 Millionen Euro gemurmelt, genaueres will man aber nicht preis geben. Vielleicht auch deswegen, weil man den Kritikern keine Nahrung geben will, denn eines der Hauptargumente für das provisorische Stahlrohrstadion ist, dass es wesentlich günstiger ist, als das alte Paul-Janes-Stadion für die DFL-Anforderungen zu renovieren. Ob das allerdings stimmt, wird von den Fans jetzt schon bezweifelt. Die drei Gegner von Fortuna Düsseldorf (Union Berlin, Arminia Bielefeld und Alemania Aachen), die in dieser Zeit zu Spielen anreisen, wird es egal sein. Vielleicht freuen sie sich sogar darauf, denn oftmals sind solche temporären Umzüge in andere Stadien für die Heimmanschaft von großem Nachteil…

Heimspiel muss Heimspiel bleiben, deshalb war der Alternativstandort Bochum nie ein Thema für uns. Nach Abwägung aller Argumente haben wir jetzt die bestmögliche Lösung gefunden. (Dirk Elbers, Oberbürgermeister von Fortuna Düsseldorf)

Nach den drei Spielen wird das Stadion übrigens wieder komplett abgebaut und dann sind die 1,5 Millionen Baukosten komplett verpufft. Ich geb jetzt hier den Kritikern aber doch noch ein wenig Nahrung mit mit dem Argument, dass ein umgebautes und leicht renoviertes Paul-Janes-Stadion ja auch später noch genutzt werden kann und die Fans, andere Vereine und Sportler davon nachhaltig profitieren könnten. Aber was solls, die Politik hat entschieden und da zählen nun mal andere Dinge…

Die Fakten auf dem Tisch:

  • Kapazität: 20.000 Plätze (davon ca. 7.500 Stehplätze)
  • Baufirma: Nüssli (aus der Schweiz)
  • Bauweise: Stahlrohkonstruktion
  • Kosten: 1,5 Millionen Euro
7 comments

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7 comments

scorer 25. Dezember 2010 - 21:44

Fanströme? Die Herrschaften aus der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt reden wirklich von FanSTRÖMEN??

Du liebe Zeit, es sind gerade mal 25.000 bis 30.000 Zuschauer, die die Fortuna sehen wollen. Das ist für die Polizei einer Landeshauptstadt nur an Sonntagen zu bewältigen? Und was macht die Trachtengruppe so unter der Woche??

Nein, bedaure, aber ein temporäres Stadion für diese Provinztretertruppe ist pure Hybris; gut nur, dass der Name des langjährigen deutschen Rekordnationalspielers Paul Janes davon unberührt bleibt.

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Frittenmeister 26. Dezember 2010 - 01:11

Ja sie reden von Fanströmen, aber bei so Sicherheitsbesprechungen wird schon ab 10 Fans auf jeder Seite von „Strömen“ geredet, die man irgendwie ja auch trennen muss…

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Roman 27. Dezember 2010 - 00:36

Also das wird sich finanziell nicht lohnen für die Fortunen, die Gegner alleine locken den Hund nciht vor dem Ofen her auch wenn es in der Zeit doch schon Recht warm ist… 🙂

Nee aber ganz ehrlich, da hätte man wirklich besser sich eines anderen Stadions bedient was verfügbar wäre innerhalb Düsseldorfs oder einfach in die BayArena verlegt wie es Bayer04 umgedreht auch gemacht hat.

Was ich mich auch Frage ist ob die Dauerkartenbesitzer einen sicheren Platz im Provisorium haben?

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chris 27. Dezember 2010 - 13:28

Lohnen wird es sich für die fortunen, da die stadt für eventuelle ausfälle aufkommen will. grundlage dafür sind die letztjährigen begegnungen gegen diese gegner. und da gab es letztes jahr jeweils 30.000+ zuschauer.
auch etwaige sponsorenausfälle sollen durch die stadt kompensiert werden.
ob sich dann dieser ganze esc-kram überhaupt lohnt oder die kosten für die stadt eventuelle einnahmen überragen, man wird sehen.
den steuerzahler wird es wohl dennoch ärgern können, wenn er denn davon erfährt oder es überhaupt erfahren will.

dauerkartenbesitzer werden natürlich einen sicheren platz haben, wurde so schon durch den verein kommuniziert.

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fahnenmeier 5. Januar 2011 - 11:25

Ich verstehe es einfach nicht! Oder will es nicht verstehen! Aber aufgrund 3 Spielen insgesamt 1,5 Mio raushauen geht nicht in meinen Schädel! Das steht in keinem Zusammenhang.
Für mich wäre die einzige logische Lösung ein Umzug in ein fremdes, sicherheitsunbedenkliches Stadion. Und hier hat Düsseldorf wohl die beste Lage in ganz Deutschland: 30 km nach Gladbach, 30 km nach Duisburg, 32 km nach Leverkusen, 41 km nach Köln, 50 km nach Bochum. Alles Stadion mit ausreichender Kapazität.
Die Überschneidungen der Fortuna Spiele (Union am 17.04., Bielefeld am 24.04. und Aachen am 08.05.):
Gladbach: am 23.04. vs BVB und am 07.05. vs SCF.
Duisburg: am 24.04. vs Hertha und am 08.05. vs Paderborn.
Leverkusen: am 23.04. vs TSG und am 07.05. vs HSV.
Köln hat nur ein Heimspiel am 16.04. vs VFB!!
Bochum hat sogar gar keines während des Zeitraumes!
Demnach wäre Köln oder Bochum die bestmöglichste Alternative! Hier geht’s doch nur wieder rein um Geldmacherei. Dicker Skandal in meinen Augen! PS: Hätte mal Lena nicht gewonnen.

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düdorf 21. September 2011 - 20:38

Und du glaubst die Fans wären davon begeistert gewesen nach Köln umzuziehen ?
In das Stadion des „Erzfeindes“?

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Frittenmeister 21. September 2011 - 21:32

Mit Sicherheit …. nicht! Ich versteh bis heute nicht, wie man das Stadion gleich mal doppelt vermieten kann! Hat die Fortuna da nicht einen Mietvertrag für die ganze Saison? Oder zumindest für die Samstage?

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