Home Kultclub Bekommt Juve den Meistertitel 2006 zurück?

Bekommt Juve den Meistertitel 2006 zurück?

by Frittenmeister

Die Fans von Juvenus Turin haben in den letzten Jahren vieles erleiden müssen. Zum einen mussten sie nach dem Zwangsabstieg wegen des Manipulationsskandals bei Auswärtsspielen ein Jahr lang die italienische Provinz besuchen und zum anderen wurden ihnen auch noch der Meistertitel der Saison 2005/06 nachträglich aberkannt. Für die stolzen Turiner Tifosi ist das das eigentliche Verbrechen, über die Schiedsrichterbeeinflußungen des Vereins spricht man dagegen nicht. So etwas ist halt passiert, aber das man dafür gleich einem Verein den Meistertitel aberkennen muss?!? Unverständlich für die Turiner Fans und auch für eine Gruppe Parlamentarier…

In Italien ist Fußball nicht nur Sport, sondern kollektive Kultur sowie einer der wichtigsten Wirtschaftszweige des Landes. Die Politik hat daher die Pflicht, dem Fußball wieder Glaubwürdigkeit zurückzugeben. (Maurizio Paniz, Mitte-Rechts-Parlamentarier in Itallien, spricht in der italienischen Sporttageszeitung „Tuttosport“ über den Skandal )

Doch die Rettung naht, denn die Verantwortlichen von Juventus Turin haben einige Rechtsanwälte beauftragt, neue Beweise des Manipulationsskandals zu überprüfen. Angeblich zeigen diese Beweise, dass die Turiner bei weitem nicht so tief in der Affäre von 2006 stecken wie bisher von allen angenommen wird. Noch dazu soll auch Inter Mailand Schiedsrichter bestochen haben, was angeblich Mitschnitte von Telefongesprächen von Inter Mailands Präsident Massimo Moratti beweisen. Pikant an der Angelegenheit ist, dass Inter Mailand der große Nutznießer des Manipulationsskandals war und nachträglich den Meistertitel zugesprochen bekommen hat. Nun fordert Juventus Turin in einem öffentlichen Apell an Italiens Fußballverbands FIGC, dass die Entscheidung von damals rückgängig gemacht wird, denn andere Vereine haben ja genauso in der Affäre mitgewirkt und sind deshalb ja nicht besser als die Turiner. Wieso sollten Sie also für die Fehler der Turiner belohnt werden, wenn Sie genauso mit drinstecken wie eigentlich alle. Die Justiz solle jetzt doch gefälligst gerecht sein und alle gleich bestrafen oder noch besser gar niemanden. Die Unterstützung der italienischen Politiker haben die Turiner jedenfalls schon einmal, die wollen gleich eine parlamentarische Untersuchung einleiten und den Skandal endlich richtig aufarbeiten. Nach inzwischen vier Jahren und vielen verhängten Strafen, die inzwischen abgesessen und abgeleistet worden sind, wird das auch langsam mal Zeit…

Die „Initiative Juventus“ ist absurd, bestimmt handelt der Verein unter dem Druck der Fans. (Massimo Moratti, Präsident von Inter Mailand, kommentiert den Vorstoß von Juventus Turin nach einer Rückgabe des Meistertitels von 2006)

Ein weitere Episode im inzwischen erbarmungswürdigen Fussball. Die Bestechung von damals ist für viele kein schlimmes Vergehen und heute zeigt sich auch wieder wieso. Es haben ja sowieso alle mitgemacht und ich denke mir hier aus der Distanz, vermutlich machen sie es auch heute noch. Was soll man dazu sagen, am besten: Macht doch was ihr wollt, es ist ja egal, was bei euch im Fussball passiert! Ciao bella Italia und Auf Wiedersehen…

Quelle: www.derstandard.at

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Ronny 15. April 2010 - 10:36

Wenn die Italiener etwas machen, dann aber richtig. Der Betrug des Vereins ist zwar nachgewiesen und muss sowohl aufgeklärt als auch bestraft werden, doch einem Verein im Nachhinein die Meisterschaft abzuerkennen, finde ich persönlich zu hart und auch eigentlich nutzlos. Denn die Gelder sind geflossen und der gesamte Verein hat bereits von dieser Meisterschaft profitiert. Und auch wenn es immer schmerzhaft ist, einen Meistertitel abzugeben, käme die Strafe doch wohl zu spät, oder?

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