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Nach mir der Weltuntergang…

by Frittenmeister

FIFA-Präsident Sepp Blatter ist bei uns Fans höchst umstritten. Einer von vielen Gründen dafür ist, dass er immer ein paar unpassende Sprüche auf Lager hat und sich immer als der alleinige Gott auf Erden und gleichzeitig als Weltherrscher aufführt. Gleichtzeitig zeigt er jedoch nur sehr selten sein fussballerisches Fachwissen, aber darauf kommt es ihm anscheinend auch nicht an. Hauptsache das Geld fließt und die FIFA wird reicher und mächtiger…und er natürlich auch! Klar kommt es ihm da ungelegen, dass sich die FIFA alle paar Jahre mal ein paar demokratischer Strukturen unterwerfen muss und er eine Wahl über sich ergehen lassen muss. Meistens kann er sich schon im Vorfeld sicher sein, dass er die Wahl gewinnt, denn durch ein wenig Geldeinsatz, durch ein paar geschickt platzierte Projekte in Afrika und Asien konnte er sich immer eine gute Mehrheit schaffen. In diesem Jahr ist das aber anscheinend anders, irgendwie scheint es nicht ganz so zu laufen, wie er sich das vorstellt. Anders lässt sich das nicht erklären, dass FIFA-Präsident Sepp Blatter Angst vor der Wahl und vor Herausforderer Mohamed Bin-Hammam hat…

Die Wahl vom 1. Juni kann zu einer tektonischen Plattenverschiebung führen, mit irreversiblen Schäden. Es geht um den Fortbestand der FIFA schlechthin. Darum, ob die erfolgreich gewachsene Weltorganisation des Fußballs nach diesem Datum noch weiterbesteht oder in einem schwarzen Loch verschwindet. (Sepp Blatter zeigt in der Schweizer Zeitung BLICK so etwas wie Angst vor der Wahl…)

Für Sepp Blatter ist die Sache klar. Die FIFA muss von einem einzelnen starken Mann geführt werden, der alles entscheiden darf und alles machen darf, was er will. Anders kann die Fussballweltorganisation nicht funktionieren. Für ihn ist das die demokratischste Art der Führung, die er kennt. Mitspracherecht, Basisdemokratie usw. ist ihm ein Greuel und da nimmt er auch kein Blatt vor den Mund, das ist in seinen Augen einfach so. „Pyramidal“ muss die FIFA geführt werden, und nicht anders! Herausforderer Mohamed Bin-Hammam hat angekündigt, dass er das anders machen will, er will mit allen regieren!

Ob Deutschland oder Papua-Neuguinea – jeder der 208 Nationalverbände hat eine Stimme, ist gleichberechtigt. Wenn schon, müsste man mir vorwerfen, den demokratischen Gedanken bis ins Extreme ausgedehnt zu haben – nur so kann die Universalität des Fußballs garantiert werden. Die Entscheidungsgewalt allerdings kann und muss zentral geregelt werden, wie in jedem Weltkonzern auch. (Sepp Blatter in der Schweizer Zeitung BLICK)

Und was sagen uns Sepp Blatters Worte? Er hat Angst und er droht, dass die FIFA ohne ihn untergehen wird. Das aber wird nicht passieren, denn wie in jeder guten Demokratie geht es nach einer Wahl immer gut weiter, jedoch mit einer veränderten Ausrichtung und Strategie. Was der Sepp Blatter hier macht, hat eher schon diktatorische Züge, denn er stellt sich als der alleinige Herrscher der FIFA und des Weltfussballs hin. Es gibt auch noch einige weitere Punkte, die für ein Diktatur mit leicht oberflächlich demokratischen Zügen sprechen. Aber es sind nur einige Punkte, es gibt kein Mord- und Todschlag bei der FIFA, es gibt keine Gewalt und auch keine großangelegten Verhaftungen und Folter. Daher sind das wie gesagt nur diktatorische Züge, aber diese sind dafür sehr offensichtlich vorhanden. Dazu habe ich mal ein paar Zeilen aus einem Wikipedia-Artikel hier reinkopiert und ihr werdet selber schnell merken, was Sache ist. Bevor ich mich hier aber noch zu weit aus dem Fenster lehne mit irgendwelchen Behauptungen, lass ich den Artikel hier mit diesen Zitaten ausklingen und eurer eigenen Interpretation offen…

Merkmale einer Diktatur

(…)

  • Justiz ohne Unabhängigkeit
  • Ignorieren ethischer Grundregeln
  • formelle oder soziale Außerkraftsetzung der Unschuldsvermutung
  • Das Fehlen von Rechtsstaatlichkeit führt zur Schaffung von rechtsfreiem Raum, die politischen oder partikulären Zielen unterworfen werden
  • Zensur in Presse und Medien
  • Einschränkungen der Meinungsfreiheit
  • Einschränkungen der Presse (z. B. keine allgemeine Information, nur besondere/eingebundene Journalisten)
  • Einschränkungen der Pressefreiheit (z. B. Verbot eines journalistischen Beitrags oder einer Zeitung)
  • In modernen demokratischen Staaten sind die Wahlen allgemein, frei, gleich und geheim. Das heißt, alle Erwachsenen (teilweise sogar ab 16 Lebensjahren) haben das Wahlrecht, alle Stimmen sind gleichwertig und die Wahlentscheidung wird nicht eingeschränkt oder überprüft. Die Stimmauszählung erfolgt öffentlich. Bei Zweifeln bezüglich des Auszählungsergebnisses ist ein Einspruch zulässig und eine erneute Auszählung der Stimmzettel möglich. Insofern wählt das Volk seine Vertreter ins Parlament oder den Präsidenten etc. und bestimmt im Idealfall, wer es regiert. In einer Diktatur dagegen werden die Wahlen manipuliert, zum Beispiel werden die Wähler bei der Stimmabgabe beobachtet oder auch „ungültige“ Stimmen als Ja-Stimmen gezählt. Die Stimmauszählung ist nicht öffentlich. Eine erneute Auszählung wird nicht zugelassen oder ist wegen fehlender Stimmzettel oder ausschließlich elektronischer Stimmabgabe nicht möglich. Leute, die mit „Nein“ oder ungültig stimmen, werden eingeschüchtert, beruflich benachteiligt, verhaftet oder sie „verschwinden“ einfach. Im Vorfeld von Wahlen kann es zu Verbot, Ausschaltung oder Verfolgung von Oppositionsparteien oder Andersgläubigen bzw. deren Institutionen kommen.

Also ein paar Tendenzen sind da und für Sepp Blatter ist es sowieso klar. Nach ihm geht es nicht mehr weiter, nach ihm geht die Welt unter, nach ihm bricht das Dach, das Fundament und der Boden weg und übrig bleibt nichts. Der Fussball wird ohne ihn auf der ganzen Welt sterben. Ja klar, was denn sonst, nach ihm der Weltuntergang, das und sonst nichts…

Was für jeden Zimmermann gilt, gilt auch für uns: Das Dach hält nur so lange, wie das Fundament steht. Bricht der Boden weg, stürzt das Ganze ein. Genau darum geht es am 1. Juni – um alles oder nichts! (Sepp Blatter)

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