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Fantastische Welt der Kreisliga

by Jan-Mikael Teuner

Während in den Profiligen unter mehr oder weniger strikter Einhaltung der Hygiene-Regeln wieder Fußball gespielt wird, ruht der Ball im Amateurbereich noch. Die Regionalligen wurden nun abgesagt, die weiteren Amateurligen werden sicher folgen. Wie auch soll man dort den derzeitigen Bestimmungen nachkommen? Beim Spiel einen Mundschutz zu tragen oder gar die 2-Meter-Abstandsregel einzuhalten, mutet schon in der Theorie äußerst seltsam an – wobei gibt es da nicht dieses Halbzeitspiel in manchen Bundesliga-Stadien? Das sogenannte Bubble Soccer.

Der Frittenmeister persönlich hatte bereits vor einigen Jahre auf diese Kuriosität hingewiesen. Man könnte Spieler also in diesen Plastikschutz mit zwei Metern Radius unterbringen. Ob man damit allerdings zweimal 45 Minuten wird spielen können, ist die andere Frage. Weniger laufintensiv wäre dagegen das Spiel an menschengroßen Krökelstangen. Mit einem Abstand von ebenfalls zwei Metern in jede Richtung wäre der Einhaltung der Schutzmaßnahmen zumindest Folge geleitstet.

Leider sind all die Ideen wenig praktikabel. Es wird also zunächst bei unseren auf unsere Erinnerungen und der lieben Fantasie bleiben müssen, wenn wir uns an die sonntäglichen Highlights auf dem Dorfplatz erinnern. In der verblassenden Gedankenwelt reihen sich plötzlich Traumtore und wunderschöne Passtafetten aneinander, aber ob es die wirklich gegeben hat? Davon wissen zumeist nur wahre Kreisligalegenden zu berichten – und auch über sie selbst gibt es genügend Geschichten.

Wer kennt nicht den Mannschaftsbetreuer, der jedes Mal emsig das Spielformular ausfüllt, für den Halbzeittee sorgt und bei einer Verletzung eigenhändig den Medizinkoffer auf den Platz trägt. Oder den Trainer, der mit Tasche zum Spiel erscheint und sich kurz vor Schluss selbst einwechselt, der Vereinspräsident, der persönlich an den Türen des Ortes klingelt, um Anzeigen für das kommende Vereinsmagazin schmackhaft zu machen und am Grill die Bratwurst wendet. Von diesen Legenden gibt es reichlich.

Wem selbst keine Typen mehr einfallen, aber wieder Lust auf duftendes Grün und skurrile Typen hat, dem sei mit freundlicher Erlaubnis des Frittenmeisters der ersten Kunibert-Eder-Roman ans Herz gelegt (erschienen im Adakia Verlag in Leipzig). Ganz eigennützig, aber ziemlich wohlwollend, versteht sich. Die Geschichte spielt in der letzten aller Fußball-Ligen, wo der Bomber (Gerrit Gülle mit amtlichem Namen) für den SV Brauberg 37 Tore in 19 Spielen erzielt hat.

Schon beginnt Kunibert Eder zu ermitteln, denn irgendwas stimmt da nicht. Kuniberts Schnurrbart beginnt zu kitzeln, wie immer als verdächtiges Zeichen, das etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Ob der Bomber wirklich ein Betrüger ist? Kunibert Eder wird es herausfinden und ganz nebenbei die Dorfschönheit Annabelle Lerche beeindrucken. So zumindest denkt er. Denn denken tut er ziemlich viel, aber irgendwann muss er auch mal etwas tun und vor allem diesen Betrug afuklären.

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Die 11 Freunde war zum Glück ganz angetan: „Schön lakonisch erzählt und mit liebenswerten Figuren wie Chefermittler Kunibert Eder“, meinte ihr Redakteur Andreas Bock in seiner Rezension.

Einen Trailer hat übrigens der Frittenmeister höchstpersönlich kreiert:

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