Home Kultspieler Jermaine Jones erliegt dem Karrieregedanken oder dem Nutella-Fluch

Jermaine Jones erliegt dem Karrieregedanken oder dem Nutella-Fluch

by Frittenmeister

Jermain Jones wechselt. Nein, liebe Schalke-Fans, euch bleibt er erhalten, aber die deutsche Nationalmannschaft verlässt er. Er ist der erste Spieler, der die neue FIFA-Regelung vom Kongress in Nassau/Bahamas in Anspruch nimmt. Demnach kann ein Spieler, egal wie alt er ist, die Nationalmannschaft wechseln. Einzige Voraussetzung ist, dass er nach seinem 21. Lebensjahr kein Pflichtspiel mehr für ein Land bestritten hat. Wäre dies der Fall, dann hätte er sich festgelegt und ein Wechsel wäre damit verboten.

Ich finde, dass ich nie so richtig die Chance bekommen habe im DFB-Team, obwohl ich im Verein meine Leistungen immer gebracht habe. Ich will da nicht nachkarten. Ich habe schon lange im Kopf gehabt, für die USA zu spielen. Für mich beginnt jetzt ein neuer Lebensabschnitt. (Jermaine Jones in der Sport-Bild)

Jermaine Jones erfüllt alle Vorrausetzungen. Ja Moment, halt…ich höre schon die ersten ungläubigen Fragen. Geht das denn? Er hat doch 3 Länderspiele für Deutschland bestritten. Waren diese Spiele denn keine Pflichtspiele? Die Antwort darauf ist ganz klar, NEIN! Denn laut der FIFA sind Pflichtspiele nur in der WM- und EM-Qualifikation und bei Weltmeisterschaften und Europameisterschaften möglich. Und da hat er ja noch kein Spiel bestritten. Er will jetzt in die Nationalmannschaft der USA wechseln, was dank seiner Doppelstaatsbürgerschaft (sein Vater war Amerikaner) problemlos möglich ist.

usa

Laut seiner eigenen Aussage wollte er ab dem Moment wechseln, als er erfahren hatte, dass er für die Asienreise der Nationalmannschaft nicht nominiert war. Hä? Viele andere Spieler waren froh, dass sie nicht mitfahren mussten. Sportlich gesehen war das sicherlich kein Highlight und gegen China haben sich unsere Nationalspieler auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Da sollte man doch lieber ein paar Tage mehr Urlaub genießen und dann frisch erholt in eine anstrengende Saison gehen, wo am Ende ja auch noch eine Weltmeisterschaft gewartet hätte. Ich glaube, dass sein Abgang schon viel früher beschlossen war. Spätestens seit seiner öffentlichen Kritik an Jogi Löw, was ja schon seit längerem ein absolutes No-Go in der Nationalmannschaft ist.

Wir haben die Entscheidung von Jermaine Jones zur Kenntnis genommen und akzeptieren sie. Ich wünsche ihm viel Glück für seine sportliche Zukunft. (Jogi Löw, Trainer der deutschen Nationalmannschaft, kommentiert den Abgang von Jermaine Jones sehr trocken und nüchtern)

Jogi Löw sieht das ganze  relativ gelassen. Kann er auch, denn Jones war jetzt nicht gerade ein sonderlich wichtiger Spieler für ihn. Seine Leistung in den letzten Wochen und Monaten sprach auch nicht unbedingt dafür, dass er unangefochtener Stammspieler in der Nationalmannschaft sein müsste und meiner Meinung nach wird er auch in der amerikanischen Nationalmannschaft kämpfen müssen. Sonst wird er dort auch nur bei „unwichtigen Spielen“ mitkicken dürfen und genau deswegen hat er ja die Nationalmannschaft gewechselt.

Wir haben mehrfach betont, wie sehr wir uns darüber freuen, dass wir mehrere Spieler mit Migrationshintergrund in den Reihen der deutschen Nationalmannschaft haben. Dies entspricht der gesellschaftlichen Entwicklung in unserem Land, und das spiegelt auch unsere Nationalmannschaft wider. Wir haben aber immer wieder darauf hingewiesen, dass jemand, der das DFB-Trikot trägt, sich klar zur Nationalmannschaft und Deutschland bekennt. Wenn ein Spieler das nicht so sieht, ist das seine Entscheidung, die wir respektieren. (Oliver Bierhoff, Manager der deutschen Nationalmannschaft)

Oliver Bierhoff spricht einen weiteren Punkt an, der in meinen Augen auch sehr gerechtfertigt ist. Wieso sollte ein Spieler, der die Nationalmannschaft nur als Karrierefördernde Maßnahme sieht und der anscheinend auch nicht sonderlich viel von seinem Geburtsland hält für das Land spielen? Gute Frage, Oliver Bierhoff respektiert die Entscheidung von Jermaine Jones, aber das war es auch schon. Im Geheimen werden sie alle froh sein, dass sich Jones mit dieser Aktion selbst ins Abseits geschossen hat, so muss man keinem Nationalspieler erklären, dass er Stolz darauf sein sollte, für sein Land zu spielen. So, das Thema ist damit beendet, viel Spass mit der amerikanischen Nationalmannschaft.

Ein anderes Thema ist jedoch noch nicht beendet. Es ist mal wieder der inzwischen deutschlandweit bekannte „Nutella-Fluch„. Eines der bekanntestes Opfer bisher war Kevin Kuranyi, der genauso wie Jermaine Jones in der Bundesliga für Schalke 04 spielt. Beide spielten in den Nutella-Werbespots mit und beide warfen sie danach ihre Nationalmannschaftskarriere freiwillig einfach weg. Muss am Fluch liegen, oder doch am Berater? Beide haben mit Roger Wittmann von der ROGON Sportmanagement GmbH & Co. KG den gleichen Berater, aber ob der Einfluss auf solch eine Entscheidung nehmen würde???

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