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Das Finale der Champions League der Frauen

by Frittenmeister

Unfassbar! Am Vatertag ist das Endspiel der UEFA Women’s Champions League? Wo gibt es denn so etwas? Natürlich…in München, im Olypmpiastadion. Für mich war das genau der richtige Tag, um einen schönen, gemütlichen Nachmittag beim Fussball zu verbringen. Vatertag hin oder her, es gibt wichtigeres als sich komplett ins Nirvana zu trinken und das ist eben unser heißgeliebter Fussball. Nicht umsonst steht das Wörtchen Bier in unserem Blogtitel „Fritten, Fussball & Bier“ am Ende, denn wichtiger sind einfach die Fritten und der Fussball. Ok, das glaubt mir jetzt zwar keiner, aber ich lasse es trotzdem mal so stehen. Mich hat es gestern trotzdem mit meinem geliehenen, viel zu kleinem Trikot des 1. FFC Frankfurt ins altehrwürdige Münchner Olympiastadion getrieben, um die Mädels vom 1. FFC Frankfurt im Finale gegen Olympique Lyon zu unterstützen. Gebracht hat es leider nichts, die Frankfurterinnen haben verloren, aber egal, Spaß gemacht hat es trotzdem. Für mich war es etwas ganz besonderes, wieder einmal in dem Stadion zu sein,wo ich früher so viele Fussballspiele gesehen habe und wo ich so viel erlebt habe. Vom verrückten Stadtderby gegen die 60er bis hin zu internationalen Nebel/Geisterspielen, wo man 90 Minuten lang nur den Ball gesucht hat. Ach lustig war das immer, aber ich weiß jetzt schon, dass das nur ein einmaliges Fussball-Gastspiel  war und das hier bald wieder die DTM Rennsserie ihre Runden drehen wird. Aber damit muss man leben und den Tag im Olympiastadion um so mehr genießen.

Rund um das Stadion und auch im Stadion selbst war es dann eigentlich wie früher. Viele Fans waren im Park unterwegs, sonnten sich oder besuchten noch das Champions League Fanfest direkt neben dem Stadion. Aber auch im Stadion selber war schon gut etwas los und auch wenn zu diesem Zeitpunkt noch niemand an einen neunen Besucherrekord für ein internationales Damenfussballspiel geglaubt hat, so war das doch schon irgendwie absehbar. Über 50.000 Fans sollten es am Ende werden und dabei waren sicher auch einige Väter, die sich als letzten Reisepunkt ihrer Vatertagstour ein gepflegtes Bier im alten Olympiastadion genehmigen wollten. Blöd nur, dass es ein internationales Spiel mit den Regeln der UEFA auszuführen ist und es daher nur ein alkoholfreies Gebräu aus Hopfen gab. Nun ja, das hatte sich für den ein oder anderen etwas gutes, denn es gibt auch schlimmere Nachmittage als jene, wo man im Fussballstadion sitzt und dort schön in der Sonne ausnüchtern kann.

Der heimliche Star an diesem Abend war aber das Olympiastadion selbst. Nach mehr als sieben Jahren Fussballabstinenz hat endlich wieder eine Fussballatmosphäre erlebt wie damals zu seinen besten Bundesligazeiten. Solch eine Atmosphäre kann ein neues modernes Stadion nicht erzeugen und man merkte, auch die Spielerinnen waren beeindruckt. Das Stadion ist einfach nur eine Legende und ich bin froh, dass in dieser Legende auch noch einmal der Fussball Einzug halten durfte, wenn auch nur für einen Abend. Leider, denn ab jetzt dürfen wieder andere Veranstaltungen wie der Motorsport und die ein oder andere Messe das Stadion verunstalten. Schade, denn ein Stadion ohne Rasen ist einfach kein richtiges Stadion. Zumindest in meinen Augen…Aber man muss halt auch dazu sagen, ohne diese Sondereranstaltungen würde es vermutlich kein Olympiastadion mehr geben. Von daher drückt man als Olympiastadionfan schon mal ein Auge zu und freut sich über den gestrigen Abend. Ich vermute mal, dass auch einige weitere der 50.212 Zuschauer beim Champions League Finale der Frauen genau so dachten wie ich. Schade, dass der Geist des Olympiastadions mit seiner sagenhaften Kulisse aus Plexiglas, Olympiaberg und den fantastisch großen Flutlichtstrahlern so gut wie gar nicht mehr für den Fussball benutzt wird. Schade, dass dieses Spiel nur ein Kurzcomeback war und Schade, dass in den Geschichtsbüchern des Olympiastadions nicht der 1. FFC Frankfurt als Gewinner der Champions League 2011/2012 steht.

Den zahlreiche Fans des FC Bayern München wird das gestern Abend aber egal gewesen sein. Sie haben ja noch anderes im Sinn und doch kamen sie reichlich ins Olympiastadion in ihre alte Südkurve. Dort wollten sich die einen Warmsingen für das große Spiel am Samstag und die anderen wollten einfach noch einmal den Geist der Südkurve wiedererleben. Das ergab zu Beginn des Spiels eine fast schon eigenartige Stimmung, als aus der Südkurve Rufe nach dem FC Bayern München laut wurden und sich die Teams auf dem Rasen verwundert die Augen rieben. Kein Anfeuerungsrufe für Lyon oder Frankfurt, sondern für den FC Bayern München. Aber schnell hörten die FC Bayern München Sprechchöre auf und man besann sich darauf, das Spiel anzuschauen, den Mädels zuzujubeln und gleichzeitig einfach nur das alte Wohnzimmer zu genießen. Mitte der zweiten Halbzeit sollte von der Südkurve ausgehend auch die La Ola Welle minutenlang durch das Stadion gehen und nicht nur bei mir erzeugte das ein Gänsehautfeeling hoch 10. „Wie in alten Zeiten…“ hörte man des öfteren und genau so war auch es so. Also der FC Bayern München noch hier spielte, gehörte die Welle auch ganz klar zu jedem Spiel mit dazu. Heute in der Arena ist das nicht mehr so und irgendwie ist das Schade. Gut, man kann aber auch nicht ewig den alten Zeiten hinterherhängen und deswegen war es einfach nur schön, noch einmal nach über 7 Jahren Pause, hier ein großes Fussballspiel zu genießen. Alle die nicht da waren, haben etwas versäumt, nämlich einen großen Fussballabend mit einem verdienten Sieger aus Frankreich und einer rauschenden Fete rund um das Stadion. Fantastisch…

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