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Das Beckham-Gesetz

by Frittenmeister

So etwas kommt sicher auch nicht alle Tage vor! Da wird einem als Fussballstar die große Ehre zu Teil, Namensträger für ein Gesetz werden zu dürfen. Der Fussballstar und das Gesetz, über die ich hier schreiben möchte, sind David Beckham und das „Beckham-Gesetz“. Natürlich heißt das Gesetz nicht offiziell so, aber im Allgemeinen Sprachgebrauch wird eigentlich nur dieser Begriff verwendet. Tja, wenn das nicht mal eine große Ehre ist…

Eine solche Steuerreform bedeutet für die spanischen Vereine zusätzliche Ausgaben in Höhe von 100 Millionen Euro. (José Luis Astiazarán, Präsident der spanischen Profi-Fussball-Liga LFP)

Doch was ist das „Beckham-Gesetz“ eigentlich genau? Eine Frage, mit der man sich als Anhänger des spanischen Fussballs derzeit wieder einmal zwangsweise beschäftigen muss, denn sollte das Gesetz wie es derzeit im spanischen Parlament diskutiert wird tatsächlich abgeschafft werden, dann drohen den Vereinen einiges an zusätzlichen Ausgaben im Jahr. Was das bei der sowieso schon angespannten finanziellen Situation in der Primera División bedeuten wird, könnt ihr euch ausmalen. Das „Beckham-Gesetz“ wurde im Jahr 2004 offiziell eingeführt und sorgte dafür, dass ausländische Fussballstars nur noch 24 % ihres Gehalts an Steuern abführen mussten. Dass dies ein großer Vorteil im Kampf um die Verpflichtung von neuen Stars ist, versteht sich ja wohl von selbst. In ganz Europa mussten Fussballer mehr Steuern an den Fiskus abführen als in Spanien und wohin gehen sie dann? Klar, dorthin, wo am Ende des Monats am meisten Geld überbleibt…

Die sozialistische Partei Partido Socialista Obrero Español unter der Führung des spanischen Regierungschefs José Luis Rodríguez Zapatero plant, das „Beckham-Gesetz“ stark zu reformieren und den Spitzensteuersatz auf 43 % anzuheben. Dies soll vor allem Ausländer betreffen, die nur vorübergehend in Spanien ihren Wohnsitz aufschlagen werden und mehr als 600.000 Euro im Jahr verdienen. Ganz blöd gesagt, das sind dann ja sowieso so gut wie alle Fussballer, den diese Sonderbehandlung war doch sowieso nur für sie gedacht. Sollte dies am Ende tatsächlich geschehen, werden in der Zukunft wohl nicht mehr so viele Stars nach Spanien wechseln, denn anderswo können sie dann effektiv genausoviel Geld verdienen. Es wird schwerer werden für die spanischen Klubs, ausländische Stars zu verpflichten bzw. sie überhaupt finanzieren zu können, denn die Vereine müssen beim Gehalt einiges dauflegen, um den Spielern die Steuerababen wieder auszugleichen. Für Christiano Ronaldo ist das aber kein Problem, denn das Gesetz wird ihn vorerst einmal nicht betreffen außer er wechselt in nächster Zeit noch einmal innerhalb Spaniens den Verein und schließt dabei einen neuen Vertrag ab…

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