Home int. Meisterschaften Kommt eine neue Sowjetliga oder kommt sie nicht?

Kommt eine neue Sowjetliga oder kommt sie nicht?

by Frittenmeister

Ist das ein spektakulärer Plan oder nur ein Hirngespinst einiger zu mächtiger Oligarchen? In Osteuropa will man eine große Fussballliga erschaffen, sozusagen eine Liga in den Gebieten der ehemaligen Sowjetunion. Die neue Superliga soll aus den besten Vereinen aus Russland, der Ukraine und aus Weissrussland gebildet werden und soll eine der stärksten Ligen Europas werden.

Das wird einer der stärksten Wettbewerbe in Europa, deshalb wird jeder Spieler gerne in diesem prestigeträchtigen Turnier mitspielen wollen. (Waleri Gassajew, Präsident und Trainer von Alania Wladikawkas)

Die Vorteile der neuen länderübergreifenden Liga liegen klar auf der Hand. Die Oligarchen, die viele Vereine in Osteuropa besitzen, erhoffen sich sportlich bessere Duelle gegen die besten osteuropäischen Klubs. Damit wollen sie die Qualität der Spieler und der Mannschaften steigern und so auf Augenhöhe mit den großen europäischen Vereinen wie Barcelona, Bayern München oder Manchester United kommen. Vielleicht klappt es dann endlich mit dem großen Wurf in der Champions League…

Aber es gibt nicht nur sportliche Gründe für die Sowjetliga. Vielmehr steht das finanzielle mehr im Mittelpunkt, denn die Spiele gegen tausenden von Kilometern entfernte Provinzklubs sind für die großen Vereine nicht sonderlich lukrativ. Wenig Zuschauer, kein Interesse der Fernsehsender und da liegt es auf der Hand, dass man die großen Duelle wie zu Zeiten der Sowjetunion wiederbeleben möchte. Bei diesen Spielen ist immer noch eine große Rivalität zu verspüren und die Fans würden die Stadien mit Sicherheit voll machen. Auch die TV-Stationen würden in Russland viel Geld für die Fernsehrechte bezahlen und so die Kassen der Vereine voll machen.

Allerdings hat der Plan der Oligarchen, der auch vom russischen Ligachef Sergej Prjadkin unterstützt wird, eine Haken. Die Zustimmung von russischen Verband um Verbandspräsident Nikolai Tolstych fehlt und damit würde die neue Liga vom Verband nicht anerkannt werden. Das hätte zur Folge, dass sie keine Starterplätze für die europäischen Wettbewerben bekommen würden. Aber ohne die europäischen Anreize und damit ohne den finanziellen Mehrwert wäre die Liga für die Vereine komplett sinnlos. Der Streit ist also vorprogrammiert und wenn man nur ein klein wenig hinter die Kulissen schaut, dann ist auch klar, wieso Nikola Tolstych diese neue Superliga auf keinen Fall will. Im Jahr 2018 wird in Russland nämlich die Weltmeisterschaft ausgetragen und dafür braucht man auch eine attraktive Liga und keine Aufteilung in länderübergreifener Superliga und in zweitklassiger Provinzliga ohne die großen Vereine wie Zenit St. Petersburg, ZSKA Moskau oder Anchi Machatschkala.

Die russische Regierung hat sich ebenfalls auf die Seite des Verbandspräsidenten geschlagen. Man will den russischen Fussball weiterentwickeln. Außerdem kündigte der russische Sportminister Witali Mutko bereits an, dass „der nationale Verband Vertreter einer Sowjetliga nicht für Europapokalspiele melden werde“. Damit mischt sich die Regierung zwar in die Belange des Verbands mit ein, ist aber damit auch klar auf einer Wellenlänge mit diesem. Die UEFA würde solange der Streit noch nicht geklärt ist der neuen Superliga sicherlich auch nicht zustimmen und diese auch nicht anerkennen. Die Oligarchenpräsidenten müssten also erst einmal die Regierung und gleichzeitg den Verbandschef umstimmen. Ob sie es aber schaffen würden, beide umzustimmen, glaubt im Moment niemand. Von daher wird sich in nächster Zeit nicht viel ändern, aber warten wir mal die WM 2018 in Russland ab. Vielleicht ist anschließend die Stimmung im Land positiver für die neue Liga eingestellt…

Wir unterstützen die nationale Liga und wollen den Fußball in unserem Land entwickeln. (Witali Mutko, Sportminister Russlands)

Mögliche Teilnehmer der neuen Sowjetliga wären:

Russland:

ZSKA Moskau

Anchi Machatschkala

Zenit St. Petersburg

Ukraine:

Dynamo Kiew

Schachtjor Donezk

Weissrussland: 

BATE Borissow

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