Home Geld regiert die Welt! Zeiten ändern sich – Steuersätze auch!

Zeiten ändern sich – Steuersätze auch!

by Frittenmeister

Was haben wir uns in den letzten Jahren immer wieder die Frage gestellt, wieso die großen Stars im Fussballgeschäft nicht in der deutschen Bundesliga spielen wollen. Wir haben neue und moderne Stadien, beste Trainingsplätze, ein gesundes sportliches Niveau, begeisterte Fans und natürlich eine super Stimmung. Noch dazu wird bei fast allen Klubs in Deutschland das Gehalt immer pünktlich überwiesen. Also alles in allem kann ein Profi bei diesem Paket doch nur glücklich sein und trotzdem kommen die großen Stars einfach nicht. Aber das wird sich jetzt ändern, da bin ich mir ziemlich sicher. Jetzt wo in Spanien und England die Steuersätze für Spitzenverdiener hochgesetzt wurden, fällt vermutlich der einzige Grund weg, wieso Fussballprofis lieber in Spanien kicken wollen als bei uns. Bis Anfang dieses Jahres war es im europäischen Vergleich einfach so, dass in Spanien und in England Fussballprofis (gehören zu den Spitzenverdienern) nur ungefähr die Hälfte an Steuern gezahlt haben als in Deutschland. Dadurch hatten die Profis nach der Lohnauszahlung bei gleichem Bruttogehalt mehr Geld auf dem Konto, oder anders gesprochen: Der Verein musste weniger Bruttogehalt für ein höhere Nettogehalt zahlen, was sich wiederrum darin ausgewirkt hat, dass Vereine die Stars mit höheren Nettolöhne nach Spanien oder England gelockt haben.

3 Millionen Euro Nettogehalt ergeben ab dem 01.01.2010…

  • 5,3 Millionen Euro Bruttogehalt in Spanien
  • 5,4 Millionen Euro Bruttogehalt in Deutschland
  • 5,7 Millionen Euro Bruttogehalt in Italien
  • 6,7 Millionen Euro Bruttogehalt in Frankreich
  • 6,8 Millionen Euro Bruttogehalt in England

Das jedoch können sich nach den Gesetzesänderungen die Vereine nicht mehr erlauben. Viele haben sowieso schon hohe Schulden und sind auf einen strikten Sparkurs angewiesen und da sie jetzt nicht mehr von den Steueroasendasein ihres Staates profitieren können, werden sie schweren Herzens auf neue Stars verzichten müssen. Erwähnen sollte man hier auch, dass diese Regelung nur für neu abgeschlossene Verträge gilt, wenn also ein Christiano Ronaldo mit seinen Spitzenvertrag erfüllt, dann hat er auch keine erhöhten Steuersätze zu befürchten. Sollte er aber unbedingt zu einem anderen Verein innerhalb Spaniens wechseln wollen, dann müsste er entweder Gehaltseinbußen hinnehmen oder der Verein müsste ihm ein deutlich höheres Bruttogehalt zahlen. Wie ihr seht, es wird noch ein paar Jahre dauern bis etliche Verträge auslaufen, aber dann werden sie kommen die großen Fussballstars. Sie werden in der Bundesliga zeigen, wieso wir alle neidisch nach Spanien blicken…

Einkommenssteuersätze für Spitzenverdiener ab dem 01.01.2010…

  • Spanien: 43% (bisher 24%)
  • Deutschland: 45%
  • Italien: 45%
  • Frankreich: 48%
  • England: 50% (bisher 26%)

Also fassen wir die ganze Soße noch mal kurz zusammen: Vereine in Spanien oder auch in England hatten dank der geringen Steuerabgabe bisher immer deutlich mehr Geld zur Verfügung als deutsche Vereine und konnten so ihren Stars höhere Gehälter anbieten als in Deutschland. Wie wir aber aus der Tabelle entnehmen können, erwischt es vor allem die englischen Vereine ganz hart. Dort müssen die Vereine jetzt so richtig tief in die Tasche greifen und für ihre Stars zukünftig (brutto) mehr bezahlen als der Rest in Europa. Wir hier in Deutschland sind, obwohl bei uns nichts geändert wurde, jetzt ziemlich gut dran, nur die Spanier sind noch geringfügig besser gestellt als wir mit dem Steuersatz.

Es wird in den nächsten fünf Jahren zu einer Umverteilung der Spitzenspieler auf alle anderen Ligen in Europa kommen. (Reinhard Rauball, Präsident der Deutschen Fussball Liga)

Das war es dann wohl mit dem „Beckham Gesetz„! Stars, kommt zu uns, hier zahlt ihr seid Jahren zwar auch hohe Steuern, aber dafür habt ihr hier noch volle Stadien, gepflegte Vereinsanlagen und Fans, die auch anhimmeln. Also kommt, wir warten auf euch…

Quelle: Beratungsagentur Deloitte, SPONSORS, Spiegel Online

2 comments

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2 comments

Jannek 28. Februar 2010 - 13:00

cool! Interessant zu beobachten! Finanziell sind viele Spanier und Engländer ohnehin nicht auf Rosen gebettet.

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Frittenmeister 11. Mai 2010 - 00:07

Interessant ist auch (vor allem im Zuge des Kevin Kuranyi Wechsels), dass in Russland der Spitzensteuersatz bei 13% liegt…

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