Home Kultclub Wie werde ich Ihn los in 7 Tagen…äh sofort!

Wie werde ich Ihn los in 7 Tagen…äh sofort!

by Frittenmeister

Der FC Schalke 04 will den Felix Magath loswerden. Das aber ist gar nicht so einfach, denn Felix Magath ist nicht nur Trainer in Gelsenkirchen, sondern auch noch Vorstandsmitglied. Und damit fangen die Probleme an, denn den Trainer kann der Vorstand nur einstimmig entlassen und da der Felix ja im Vorstand sitzt, müsste er ja seiner eigenen Entlassung zustimmen. Das aber wird er sicher nicht einfach mal so tun und hier fangen dann die Probleme an. Schalke hat kein Geld um ihn einfach mit einer Abfindung vor die Tür zu setzten (es stehen ca. 20 Millionen Euro im Raum). Was soll man also tun? Wie wird man das Vorstandsmitglied Felix Magath schnell und möglichst billig los? Diese Frage beschäftigt Clemens Tönnies, Aufsichtsratsvorsitzender und der starke Mann auf Schalke, schon länger und er hat jetzt einen Plan geschmiedet. Im Großen und Ganz läuft alles darauf hinaus, dass Felix Magath Fehler vorgeworfen werden und er daher fristlos und ohne Abfindung entlassen werden kann. Sobald das Geschehen ist, kann man auch den Trainer entlassen und ist so das Problem Felix Magath los. Um aber genauer zu verstehen, wie das funktionieren soll, muss man den Aufbau ein Aktiengesellschaft zumindest rudimentär verstehen. Daher schauen wir uns das mal in Ruhe an:

Vorstand (Geschäftsführung):

Der Vorstand ist die Geschäftsführung der AG. Nach §§ 77,78 des AktG hat er die alleinige Vertretungsmacht und die Geschäftsführerbefugnis. Die Mitglieder des Vorstandes können nur gemeinsam Beschlüsse fassen und auch nur gemeinsam die Geschäftsführertätigkeit bewerkstelligen (§ 77 AktG). Der Vorstand wird für höchstens 5 Jahre vom Aufsichtsrat gewählt (§ 84 AktG). Eine anschließende Wiederwahl ist jedoch ohne Probleme möglich. Der Vorstand muss regelmäßig, mindestens jedoch vierteljährlich, dem Aufsichtsrat Bericht erstatten.

Aufsichtsrat:

Der Aufsichtsrat kontrolliert und überwacht den Vorstand, wählt diesen und kann diesen auch jederzeit abberufen. Die Mitglieder des Aufsichtsrates werden von den stimmberechtigten Aktionären der Hauptversammlung für maximal 4 Jahre gewählt.

Hauptversammlung:

Die Hauptversammlung kontrolliert den Vorstand. An der Hauptversammlung darf jeder, der nur eine einzige Aktie besitzt, teilnehmen. Die Hauptversammlung wählt den Aufsichtsrat.

Aktionär (Eigentümer des Vereins)

Wenn man es so nennen will, ist der Aktionär ein Miteigentümer des Vereins. Der kassiert dafür natürlich auch Geld, die Gewinnausschüttung, oder auch Dividende genannt. Jeder Aktionär hat auch ein Stimmrecht in der Hauptversammlung und kann damit den Aufsichtsrat mitwählen. Bei Sportvereinen ist oftmals der Verein einer der Großaktionäre der AG. So ist gewährleistet, dass der Verein überhaupt noch Einfluss hat auf die Mannschaft, das Stadion, usw. usw.

So damit haben wir jetzt  mal einen kleinen Überblick, wie eine Aktiengesellschaft im Allgemeinen aufgebaut ist. Was das jetzt im Fall der Schalke 04 AG bedeutet und wie dort die Machtverhältnisse sind, zeige ich Euch gleich jetzt.

Die Machtverhältnisse der Schalke 04 AG:

Vorstand (3 Mitglieder):

  • Felix Magath (Sport und Kommunikation, Vorstandssprecher)
  • Peter Peters (Finanzen und Verwaltung)
  • Horst Heldt (Sport/Spielbetrieb/Marketing)

Aufsichtsrat (10 Mitglieder)
Nur sechs Mitglieder wurden von der Hauptversammlung gewählt. Die übrigen vier wurden als Vertreter diverser Organisationen entsandt oder von den gewählten Aufsichtsratsmitgliedern bestimmt)

  • Clemens Tönnies (Vorsitzender des Aufsichtsrates)
  • Peter Lange (stellv. Vorsitzender des Aufsichtsrates)
  • Dr. Jens Buchta
  • Uwe Kemmer
  • Andres Schollmeier
  • Till Zech
  • Hans-Joachim Burdenski (vom FC Schalke 04 entsandt)
  • Rolf Rojek (vom Schalker Fan-Club-Verband entsandt)
  • Karl-Heinz Beul (vom Aufsichtsrat bestimmt)
  • Horst Poganaz (vom Aufsichtsrat bestimmt)
  • Ulrich Köllmann (vom Aufsichtsrat bestimmt)

Am heutigen Mittwoch soll eine Aufsichtsratssitzung bei den Schalkern stattfinden. Dort will man die die Vorwürfe, die der Aufsichtsrat gegenüber Felix Magath hat, diskutieren und ihn anschließend als Vorstandsmitglied entlassen. Die Vorwürfe beschränken sich laut der Bild-Zeitung auf angeblich zwei Rechtsgutachten der Universitäten Bochum und Köln. Die hat dort der Aufsichtsratvorsitzende Clemens Tönnies in Auftrag gegeben und beide bestätigen, dass Prämienausschüttungen für die Champions League an Spieler und Berater nicht rechtmäßig waren. Angeblich soll bei diesen Zahlungen der Aufsichtsrat vorher nicht gefragt worden sein und das wäre bei diesen Summen eine große Verfehlung des Vorstandmitglieds Felix Magath und auch ein Grund für eine fristlose Kündigung ohne Anspruch auf eine Abfindung. Aha, wenn das nur mal so einfach ist wie es auch klingt. Für mich hört sich das eher nach einem langen Weg durch etliche Gerichtsinstanzen an, schließlich geht es für Felix Magath ja auch um mehr als 20 Millionen Euro.

Sein Anwalt hat schon mal vorsorglich protestiert, denn wenn man ein Vorstandsmitglied abberufen will, muss diesem vorher die Möglichkeit gegeben werden, dass dieser sich beim Aufsichtsrat rechtfertigt. Dazu muss das betreffende Vorstandsmitglied einige Tage vorher eingeladen schriftlich und in richtiger Form eingeladen werden und hier fängt man schon an sich zu streiten:

Der Verein hat Herrn Magath gestern nur eine unvollständige, stichwortartige Tagesordnung des Treffens geschickt. Das genügt nicht. Denn wenn Herr Magath die Gelegenheit zur Aussprache erhalten soll, muss er wissen, worum es in der Sitzung überhaupt geht. Wir haben den Verein deshalb aufgefordert, uns endlich mitzuteilen, ob und welche konkreten Vorwürfe im Raume stehen und uns die entsprechenden Unterlagen zur Verfügung zu stellen. (Ralf Höcker, Medienanwalt von Felix Magath in einer Stellungnahme)

Es scheint keine einfache Trennung zu werden und wenn man jetzt noch weiß, dass von den 10 Aufsichtsratsmitgliedern drei sicher gegen Felix Magath stimmen werden (Tönnies,  Lange, Rojek), dann ist sein Ende nah. Aber wie wir ihn kennen wird er nicht kampflos aufgeben. Die Schlammschlacht ist also eröffnet und Felix Magath mischt ganz entspannt mit. Kann er auch, denn der Plan von Clemens Tönnies hat einen gewaltigen Fehler. Wenn er Felix Magath mit diesen Vorwürfen entlässt, wird dieser mit Sicherheit vor ein Gericht ziehen und versuchen, seinen (guten) Ruf wieder reinzuwaschen. Und dabei geht es dann auch um eine Abfindung und wenn Felix Magath gewinnen sollte, hat Schalke ein gewaltiges Problem in Form von ca. 20 Millionen Euro. Angesichts des derzeit des horrenden Schuldenbergs wäre das fast nicht zu stemmen und könnte den Verein auf Jahre hinweg in den Abgrund stürzen…

Quelle, mehr Infos zur Schalker AG : www.schalke04.de

5 comments

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5 comments

Frittenmeister 16. März 2011 - 11:11

Schwups und schon ist er weg!

http://www.sportschau.de/sp/fussball/news201103/16/magath_schalke.jsp

„Inhaltlich ist das, was wir entschieden haben, für den FC Schalke 04 ein gutes Ergebnis.“ (Clemens Tönnies)

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Frittenmeister 16. März 2011 - 12:16

Aus Sicht des FC Schalke 04 gibt es sehr gute Gründe für diese Trennung. Wir werden diese in der Öffentlichkeit nicht kommunizieren, weil nun ein juristisches Verfahren bevorsteht. Wir sehen diesem Verfahren sehr gelassen entgegen. (Clemens Tönnies)

Da weiß wohl schon jemand, was jetzt kommt. Eine juristische Schlammschlacht…

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Anonymous 16. März 2011 - 13:42

Artikel ist voller Fehler. Der FC Schalke 04 ist e. V. und nicht AG und Tönnies ist kein Vorstandsmitglied.

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Frittenmeister 16. März 2011 - 16:35

2000 wurde die „FC Schalke 04 AG“ und mehrere Tochtergesellschaften unter anderem für den Stadionbetrieb gegründet. (u.a. Wikipedia)

Schalke gibt es als e.V. und als AG. In der AG ist (wie bei viele anderen Vereinen in der Bundesliga) die 1. Mannschaft, das Stadion, usw. organisiert. Im Verein die Jugend / Ausbildung und die anderen Vereinssportarten (falls welche vorhanden sind).

Tönnies ist kein Vorstandsmitglied. Das stimmt, da hab ich mich blenden lassen. Der ist nur im Aufsichtsrat!

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Peter 17. März 2011 - 12:37

So schnell kann es gehen! Der Fußball wird leider auch immer mehr zur Schlammschlacht und die Vereine gehen dabei unter, oder sind zumindest bedroht. Ich finde das wirklich schade, denn letztenendes wollen wir doch alle einfach ein gutes Spiel sehen, oder??!!

Hoffentlich bleiben das Einzelfälle…

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