Home Geld regiert die Welt! Sorgen in der Bundeslia – Sky braucht Geld!

Sorgen in der Bundeslia – Sky braucht Geld!

by Frittenmeister

Sky braucht mal wieder Geld! Viel Geld, denn es steht wohl nicht gerade gut um den Pay-TV-Sender aus dem Münchner Umland. Damals, also im letzten Jahr, als man noch Premiere hieß, war das auch nicht viel anders. Auch da brauchte man viel Geld und immer wieder mussten die Besitzer des Senders, allen voran Rupert Murdoch mit seiner Firma News Corp einspringen (alleine seit 2007 gab es sieben Finanzspritzen für den Sender). Angeblich soll die jetzige Kapitalspritze über 340 Millionen Euro die letzte Chance für Sky sein und falls sich die Firma dann immer noch nicht selber finanzieren kann, will Rupert Murdoch Sky schnellstmöglichst loswerden. Ob dann aber irgendjemand bereit ist, den Sender zu kaufen ist noch fraglich, denn seit seiner Gründung Anfang der 90er Jahre hat es DF1/Premiere/Sky nur einmal in die Gewinnzone geschafft und das war im Jahr des Börsengangs im Jahr 2005 (Dank der Einnahmen aus dem Börsengang!). Ein hoher Erfolgsdruck, der da für das Management von Sky Deutschland entstanden ist…

Was aber wird passieren, wenn das große Ziel, im Jahr 2012 endlich schwarze Zahlen zu schreiben, auch nicht erreicht wird und der PayTV-Sender Konkurs anmelden muss? Was würde das dann für die TV-Gelder und für den deutschen Fussball bedeuten? Fragen, die man eigentlich mit einem Blick in die noch gar nicht so ferne Vergangenheit leicht beantworten kann. Bei der großen Kirch-Insolvenz im Jahre 2002 stolperte die Bundesliga gerade so noch an einem Ruin vorbei. Viele Klubs waren total abhängig von den hohen Fernsehgeldern, die Leo Kirch damals an die Deutsche-Fussball-Liga (DFL) überwies. Gleichzeitig gab es aufgrund des vielen verfügbaren Geldes im deutschen Fussballmarkt eine starke Steigerung bei Ablösesummen und Spielergehältern. Kurz und knapp gesagt stiegen die Ausgaben der Klubs enorm an während gleichzeitig alles auf eine einzige große Einnahmequelle hinauslief. Und genau diese Einnahmequelle brach mit der Pleite im Jahr 2002 urplötzlich weg. Noch dazu wurde selbst eine Rate über 350 Millionen Euro für die Bundesliga-TV-Rechte nicht bezahlt. Das Geld fehlte und was die DFL nicht hatte, konnte sie auch nicht an die Vereine ausschützen. Die Klubs hatten auf einen Schlag viele Probleme, denn genau damit hatte niemand gerechnet. Viele kämpften nun selbst gegen einen Konkurs an, verkauften in der Not Spieler und sparten an allen Ecken und Enden. Irgendwie haben es die meisten Vereine am Ende geschafft, wenn auch teilweise mit  langfristigen Schulden verbunden…

In den Jahren danach legte die DFL viel Wert darauf, die TV-Lizenzen nur gegen Bürgschaften und Garantien zu verkaufen. Das bedetet, dass die DFL und und die Vereine immer ihr Geld bekommen, egal was passiert. Eine neuerliche Pleite eines Rechteinhabers kann der DFL nicht mehr viel anhaben. Genauso hat man damals begonnen, die Rechte weiter in die Breite zu streuen. Es gibt jetzt Mobile Rechte, IPTV-Rechte, Online-Rechte, Auslandsrechte, Free-TV-Rechte, Zweit- und Drittverwertungsrechte und natürlich die Fernsehrechte im Allgemeinen, die wir alle kennen und die sich bei jeder Verhandlungsrunde ein Pay-TV-Sender schnappt. Fast schon undurchsichtig, aber auch gar nicht blöd, denn das Risiko, plötzlich einen Totalausfall bei den Einnahmen zu haben besteht so nicht.

Bisher hat Sky noch alle seine Rechnungen mit der DFL pünktlich bezahlen können und alle hoffen, dass dies auch so bleiben wird. Allen voran Reinhard Rauball, der Präsident des Ligaverbandes, will keine unliebsame Überraschung erleben. Gleichzeitig baut er aber auch schon mal vor und hat angekündigt, alle Profivereine in Deutschland ausführlich und schriftlich über die Situation bei Sky zu informieren. Ob man sich Sorgen machen sollte? Reinhard Rauball sieht das nicht so, aber viele Bundesligamanager beobachten das Ganze sehr distanziert und mit einer gewissen Sorge.

Es wäre uns sicherlich lieber, wir hätten einen TV-Anbieter, der kerngesund wäre. Aber das Produkt Fußball wird im Pay-TV immer einen Abnehmer finden. (Dieter Hoeneß, Manager des VfL Wolfsburg)

Falls die Einnahmen des Münchner Pay-TV-Sender doch wegfallen sollten, dann würden erst mal ca. 200 Millionen Euro pro Saison fehlen. Bis dann ein neuer Sender bzw. Rechtehändler eingesprungen ist, kann es dann auch dauern. Da sich solch hohe Summen über Werbeeinnahmen meistens nicht mehr refinanzieren lassen, würde sich wohl nur ein Pay-TV-Anbieter dafür anbieten und davon gibt es in Deutschland allerdings nicht so viele und schon gar keinen, der eine so hohe theoretische TV-Reichweiten hätte wie Sky. Tja, Sky ist eben schon lange im Geschäft und hat sich die nötige Sendeinfrastruktur und Vertriebswege aufgebaut. Jeder neue Anbieter aber müsste sich erst mal die Strukturen schaffen, so wie das ARENA vor einigen Jahre versucht hat. Wenn ihr euch noch erinntert, ARENA ist vor allem an den Ausstrahlungsproblemen gescheitert. Flächendeckend war man erst sehr spät empfangbar und selbst dann klagten noch etliche Fans, dass sie über Kabel wiederrum nichts sehen konnten und auf eine Satellitenschüssel umsteigen mussten. Für solche eine Markteinführung würde ein neuer Pay-TV Sender natürlich keine 200 Millionen Euro pro Saison hinblättern.

Wir sind informiert und verfolgen die Zahlen mit dem nötigen Interesse. Nach dem, was wir bisher wissen, hält sich alles noch im Rahmen. (Reinhard Rauball, Präsident des Liga-Verbandes)

Eigentlich glaube ich nicht, dass in nächster Zeit viel passieren wird. Sky ist durch das frische Kapital erst einmal wieder gerettet und hat weitere zwei Jahre Zeit, endlich in die Gewinnzone zu kommen. Die Bundesliga bekommt ihr Geld durch gute Absicherung und Rechte-Streuverkauf und außerdem meine lieben Fussballfreunde, haltet euch fest, Andreas Rettig von der DFL hat erkannt, wieso Sky diese Probleme hat: Daran ist nämlich nur die GEZ Schuld! Müssten die Leute diese nicht bezahlen, würden sie wohl ins Pay-TV investieren. Sicher…

Ich sehe das nicht so aufgeregt. Die Kapitalerhöhung zeigt das Vertrauen in Produkt und Unternehmen. Das viel größere Problem des Fußballs ist das Zwangs-Pay-TV GEZ, dass die Leute bezahlen müssen. (Andreas Rettig, Mitglied des Vorstandes der Deutschen Fußball-Liga)

Weitere Infos, Quellen, usw.: welt.de, finanzen.de, spox.com

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Henning 16. September 2013 - 08:43

Hat sich ja leider zwischenzeitlich nicht viel geändert, ganz im Gegenteil, auch heute noch bestehen diese Sorgen, die sich auch in den Zahlen von Sky wiederspiegeln.

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