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Patrick Ebert zeigt Zivilcourage…

by Frittenmeister

Patrick Ebert ist ein Held! Was für eine Aussage, vor ungefähr einem Jahr hätte man mich ausgelacht, wenn ich das behauptet hätte, aber das war einmal! Jetzt ist der ehemalige Chaot und Raufbold vom Aufsteiger Hertha BSC Berlin ein richtiger Held, der mitgeholfen hat, ein Menschenleben zu retten. Nicht jeder Fussballer hätte in dieser Situation geholfen, aber für Patrick Ebert ist es eine Selbstverständlichkeit zu Helfen. Von Starallüren keine Spur! Das ist allen Ehren wert, vor allem weil zur gleichen Zeit etliche Passanten mal wieder den Modus „Wegschauen, betrifft mich nicht, interessiert mich nicht“ angewendet haben und ihn und eine tapfere Mitstreiterin bei der Rettung eines Menschenleben einfach alleine gelassen haben. Dafür gebührt ihm und seiner Helferin alle Ehre.

Am Sonntag, morgens um 3 Uhr, fuhr Patrick Ebert mit seinem Range Rover von einer Geburtstagsparty nach Hause. Als er an einer Ampel in Charlottenburg anhalten muss, hört er die verzweifelten Hilfeschreie einer Frau und sieht am Eingang eines U-Bahnhofes eine Frau, die versucht, einen Mann festzuhalten.

Ich habe den Wagen geparkt, bin ausgestiegen und zu ihr hin. Erst als ich sie fragte, ob ich helfen könne, sah ich, dass sie verzweifelt versuchte, einen Mann festzuhalten. (Patrick Ebert in der Berliner Zeitung)

Der betrunkene und lebensmüde Mann will unbedingt in einen 5 Meter tiefen Schacht springen und sich so vermutlich das Leben nehmen. Gemeinsam mit der Frau schafft es Ebert schließlich den Mann so lange festzuhalten, bis nach einigen Minuten wiederum ein Taxifahrer auf die dramatische Szenerie aufmerksam wird und ihnen zu Hilfe kommt. Gemeinsam schafften sie es, den 130 Kilo Mann zu sichern und anschließend der Polizei zu übergeben.

Er wog vielleicht 130 kg. Die Frau hätte das niemals allein geschafft. Selbst zu zweit hatten wir große Probleme. Wir haben um Hilfe geschrieen, doch niemand fühlte sich angesprochen. Fünf, sechs Leute sind einfach vorbeigelaufen. Schlimm. Ich bin so erzogen worden, immer zu helfen. Und ich würde immer wieder so handeln. (Patrick Ebert in der Berliner Zeitung)

Während Patrick Ebert ohne zu überlegen der Frau zu Hilfe gekommen ist und so einen lebensmüden Mann vermutlich das Leben gerettet hat, haben aber etliche andere Personen wieder einmal NICHTS getan. Zivilcourage? Fehlanzeige! Ich kann die Wut verstehen, die Patrick Ebert später gepackt hat, niemand auf der Welt fühlt sich mehr verantwortlich, niemand will irgendwo hineingezogen werden und niemand hilft dem anderen. In was für einer Welt leben wir nur… (Patrick Ebert in der Berliner Zeitung)

Für mich war es eine Selbstverständlichkeit, der Frau zu helfen. Ich kann nur an jeden appellieren, nicht zuzusehen, sondern einzuschreiten. Die jüngere Vergangenheit hat leider gezeigt, dass es keine Zivilcourage mehr gibt. Ich habe erst vor zwei Wochen mit meiner Mutter darüber gesprochen. Und jetzt passiert mir so etwas selbst, einfach unglaublich.

Liebe Leser von Fritten, Fussball & Bier: Auch wir appellieren an Euch, schaut nicht weg, sondern packt mit an wenn Hilfe benötigt wird! Das sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Vielen Dank!

3 comments

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3 comments

Trainer Baade 16. Juni 2011 - 17:55

Dein Appell in aller Ohren, aber das Phänomen ist ja nicht neu und auch kein Grund, über die Schlechtigkeit der Menschen an sich zu jammern.

Finde ich. Zuschauereffekt.

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Frittenmeister 16. Juni 2011 - 18:00

Doch…ab und an mal ein wenig gejammert und einfach ein klitzekleinwenig für Aufmerksamkeit gesorgt, schadet ja nicht. Ich könnte ja auch sagen, ich versuche ein paar Leute ins Bewußtsein zu reden 😉

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Hanse 17. Juni 2011 - 15:52

das erinnert mich an die geschichte von gestern:
ein deutscher medienmanager geht aus dem büro, in seinen händen ipad und notebook und geht so am gehsteig nach hause.

eine fahranfängerin verursacht ein ausweichmanöver eines anderen, der dadurch diesen medienmanager am gehsteig umsäbelt, welcher darauf zu tode kommt.

Einer der Passanten überzuckert diese Situation am schnellsten, greift sich das iPad und läuft davon, währenddessen dieser besagte Herr mit dem Tode ringt und schlussendlich stirbt.

Hier wird die Grenze nochmals überschritten und man kann gar nicht oft genug darauf hinweisen, wo die Grenzen sind und was sich gehört!

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