Home ReviewBuch Leseprobe aus Toni Meyer´s Buch „Münchner Bande“: Des Vaters Freud – des Vaters Leid

Leseprobe aus Toni Meyer´s Buch „Münchner Bande“: Des Vaters Freud – des Vaters Leid

by Frittenmeister

Fritten, Fussball & Bier hat vom EMPA Verlag und von Autor Toni Meyer die Erlaubnis bekommen, einige Leseproben aus dem Buch „Münchner Bande“ zu veröffentlichen. Wir stehen auf gute Bücher und wir unterstützen auch sehr gerne neue Projekte wie den EMPA Verlag. Daher freuen wir uns um so mehr und hoffen, Euch gefallen diese Leseproben auch. Erwerben könnt ihr das Buch nur beim EMPA Verlag.

Zur Story:
Der junge Toni Meyer wächst im bürgerlichen Münchner Osten auf. Die Begeisterung zum Fußballspiel, des FC Bayern schwenkt schnell in Hooliganismus um. Als die Hooligan-Welle Anfang der 80er Jahre aus England nach Deutschland schwappt, kämpft sich Toni durchs Leben und durch ganz Europa. Weit über ein Jahrzehnt gibt es nichts anderes für ihn und seine „Münchner Bande“. Doch im Laufe der Zeit zweifelt Toni am Sinn seines Handelns. Sein exzessives Leben lässt ihn straucheln und er versucht noch im letzten Moment einen Ausweg zu finden.

Leseprobe / Kapitel 15 / Des Vaters Freud – des Vaters Leid / Seite 333-335
Hektisch lief ich einen Rotlichtschuppen nach dem anderen ab und forderte die Jungs auf sich an der Straßenecke zu sammeln. Etwas verloren und sehr übernächtigt standen die Jungs auf dem nassen Kopfsteinpflaster in der engen Gasse herum, um Sauerstoff für den bevorstehenden Kampf zu tanken. Auf die Hamburger war verlass, das wusste ich. Ruhig, aber sehr entschlossen, kamen sie um die Ecke. Es dürften ungefähr 25 bis 30 Mann gewesen sein, die mit ihren dunklen Bomber- und Lederjacken sehr einheitlich aussahen.

Geschlossen liefen sie auf uns zu. „Drauf jetzt!”, hallte es durch die Gassen. Wir waren fast genau so viele, wie die Fischköpfe, aber leider traten wir nicht so geschlossen auf. Irgendwie waren wir doch etwas überrascht von dem schnellen Auftauchen der Nord- Koalition. Ich lief mit zwei Jungs vorneweg und auf den Feind zu. Den Hinteren brüllte ich zu, schneller nachzurücken. Da war es wieder, diese geile Gefühl: Schneller Puls, noch schnelleres Herzklopfen, schnelles Atmen. Oder besser gesagt, der Versuch gleichmäßig zu atmen, um nicht außer Puste zu sein, wenn ich vor dem Feind stehe.

Ich traf auf einen Glatzkopf, der mich erst mal mit einem Trommelfeuer seiner Fäuste eindeckte. Sofort nahm ich die Schutzhaltung, wie im Boxring, ein und er traf nur meine Deckung. Sekunden vergingen bis ein Knäuel von Menschen um mich herum entstand. Einer meiner Leute zog meinen Gegner von mir weg. Als er offen vor mir stand, trat ich ihm mit meinem rechten Fuß heftig in den Bauch. Jetzt trommelten wir beide mit den Fäusten heftig aufeinander ein.

Dann wurde ich von hinten weggezogen. Den Bruchteil einer Sekunde hatte ich Zeit, einen Blick auf die Lage des Kampfes zu machen und stellte schlagartig fest, dass der Fight auf der Kippe stand. Ich fing an zu brüllen.

„Durchlaufen, durchlaufen!” Im Augenwinkel sah ich, wie ein paar unserer Jungs zögerten. Jetzt nahmen wir all unsere Kraft zusammen und traten und boxten uns durch, bis die scheiß Sirenen aufheulten. „Bullen, Bullen, weg hier!”, hörte man von beiden Seiten. Wir machten uns gemeinsam mit unseren Feinden aus dem Staub.

Diskussion zum Buch: www.facebook.com/muenchnerbande

Buch kaufen: EMPA Verlag

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