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Kauf Dir einen Fussballclub – jetzt auch in Deutschland!

by Frittenmeister

Vor einiger Zeit habe ich und auch einige andere über www.myfootballclub.co.uk berichtet, einer englischen Webseite, wo man zusammen mit vielen anderen Fans seinen eigenen Fussballclub kaufen und dann auch managen kann. Damals habe ich auch vorausgesagt, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis das auch jemand in Deutschland anbieten wird. Tja, nur ein paar Monate sind seitdem vergangen und schon gibt es das tatsächlich hier in Deutschland.

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Das ganze ist hier unter www.klub-der-fans.de zu finden und die Macher gehen genau den gleichen Weg wie das englische Vorbild.

Wir suchen 50.000 fussballbegeisterte Personen die bereit sind jeweils 50,- € in eine Teamkasse zu investieren. (www.klub-der-fans.de)

Im Prinzip finde ich das schon sehr interessant. Nur ich kann mir nicht vorstellen, dass sich ein Verein aus dem bezahlten Fussball finden wird, den man tatsächlich kaufen kann. Auf www.klub-der-fans.de kann man jedoch sogar voten, an welchen Verein sich die Community mit dem Geld beteiligen soll. Derzeit ist der TSV 1860 München der absolute Favorit, doch die Frage, wie das funktionieren soll, wird mir nicht beantwortet?

Bleiben wir mal bei dem Beispiel des TSV 1860 München. Dort tobt ja eh schon seit Monaten ein erbitterter Machtkampf zwischen verschiedenen Fan-Gruppierungen, dem Präsidium, Vorstandsmitgliedern…eigentlich geht es den Fangruppierungen wie der ARGE oder PRO1860 nur um Mitbestimmung im Verein. Sie wollen bei großen Entscheidungen auch gefragt werden. Doch schon jetzt schaffen sie es nicht, richtig mitzureden. Es gibt ständig Streit und Ärger, und Entscheidungen beeinflußen kann dort niemand so richtig. Und dabei sind die Mitglieder der Fan-Gruppierungen alles eingefleischte Anhänger des Vereins. Was meint Ihr, wie das Präsidium und auch die anderen Fans erst reagieren werden, wenn eine externe Gruppierung, in der nur ein gewisser kleiner Teil Fans des Vereins sind, versucht, an die Macht zu kommen? Das kann nur in Mord und Todschlag enden…

Die eigentliche Frage, die ich mir stelle, ist aber folgende: Wer wäre denn eigentlich der Verkäufer des Vereins? Die Vereinsmitglieder? Das Präsidium? Und was würde verkauft werden? Die Lizenzspielerabteilung? Der Verein an sich? Und was passiert, wenn die Vereinsmitglieder dem Verkauf nicht zustimmen, aber das Präsidium schon?

Ok, da muss ich jetzt gestehen haben die Macher der Webseite sich zumindest ausreichend informiert. So wie ich das verstehe, wollen sie den Verein nicht übernehmen oder kaufen, aber zumindest wollen sie direkten Einfluss auf die wichtigsten Vereinsentscheidungen nehmen.

Mit ausreichend Kapital kann die Community direkten Einfluss auf folgende Aktivitäten eines Vereins nehmen:

1. Spielereinkäufe und –verkäufe
2. Mannschaftsaufstellungen
3. Personal- und Vereinsmanagement
4. Merchandising und bspw. Trikotdesigns
5. Fananliegen und vieles mehr… (www.klub-der-fans.de)

Also ich bin extrem skeptisch, ob das funktioniert. Derzeit, glaube ich, kann das hier in Deutschland einfach nicht klappen. In England ist es einfacher, mal eben einen Verein zu übernehmen. Bei uns kommen da doch ziemlich viele Faktoren ins Spiel, die einen Kauf gewaltig erschweren, allen voran der DFB. Irgendwo habe ich gelesen, dass dieser bei einer Vereinsübernahme ein Wörtchen mitreden will…und ob dem das gefällt, wenn ein paar Fans einen Verein übernehmen wollen? Glaub ich ja eher nicht…

Zum Abschluss will ich noch einen Hinweis an den Handelskraft-Blog schicken, denn der Schreiber wartet ja seid langem schon sehnsüchtig auf die deutsche Ausgabe von Myfootballclub.co.uk! Also hier ist sie, die deutsche Version, die enttäuschten Fans wieder Hoffnung geben will: www.klub-der-fans.de

6 comments

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6 comments

stephan 6. Juli 2007 - 11:28

Ich denke das dürfte nur unterhalb der Profiligen bei finanzschwachen Vereinen machbar sein. Ich glaube die Vereine selbst haben vor dem Einfluß der Fans mehr Angst als der DFB.

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Dlp 7. Juli 2007 - 01:13

Ist eigentlich eine ziemlich einfache Rechnung: 50 * 50.000 sind 2,5 Millionen. Für diese Summe kann man einen überdurchschnittlichen Zweitligisten ein Jahr lang als Trikotsponsor unterstützen. Waldhof Mannheim hat als ambitionieter Viertligist einen Saison-Etat von einer Million für das Profi-Team. Mit anderen Worten: Von der Kohle kann man sich extrem wenig kaufen. 1860 München schonmal gar nicht – selbst wenn die Bedingungen dort aufgrund der wirtschaftlichen wie der strukutrellen Bedingungen am besten wären. Wo stabile Strukuren herrschen, kann man es mal ganz vergessen. Um in den echten Profi-Breich einzusteigen, wären also eher 500 Euro notwendig oder aber 500.000 zahlende Fans. Völlig illusorisch das Ganze.

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stephan 7. Juli 2007 - 12:17

Leeds United steht vor der Auflösung. Wenn der Club bis Montag Forderungen in Höhe von gut 11 Millionen Euro nicht begleichen kann ist Schicht im Schacht. Leeds ist bei myfootballclub.co.uk an erster Stelle gelistet.

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Frittenmeister 7. Juli 2007 - 12:52

Ich hätte da auch noch ne andere Rechnung parat: 10 * 50.000 sind 500.000 ! Und das stecken sich die Macher der Webseite als Unkostenbeitrag selber ein…und wenn es dann nichts wird mit dem Kauf einen Clubs, dann bekommst du als zahlender Fan nämlich nur 40 zurück, den Rest behält der Webseitenchief!

Und die Finanzleute unter Euch werden gleich jetzt schon STOPP schreien, ist ja klar, in der Zwischenzeit kann er mit dem Geld, das Ihr ihm zur Verfügung stellt, auch noch arbeiten…

Ich bin daher doppelt skeptisch, ob das ganze 1. in Deutschland funktionieren kann und
2. ob da nicht nur finanzkalkül dahintersteckt…

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Fritten, Fussball & Bier 7. Juli 2007 - 14:18

Wollt Ihr Leeds United kaufen?…

Gestern erst haben wir etwas über den deutschen Ableger vom englischen Original Myfootballclub geschrieben, und schon heute wird das Thema in England wieder brandheiß! Denn dort steht der Traditionsverein Leeds United vor der Auflösung!…

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Wollt Ihr Leeds United kaufen? - Fritten, Fussball & Bier 7. Juli 2007 - 14:18

[…] erst haben wir etwas über den deutschen Ableger vom englischen Original Myfootballclub geschrieben, und schon heute wird das Thema in England […]

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