Home Geld regiert die Welt! Innovatives Marketing: Doppelter Brustverkauf

Innovatives Marketing: Doppelter Brustverkauf

by Frittenmeister

Es war schon eine Sensation im Jahr 1973, als in der Bundesliga zum ersten Mal überhaupt ein Verein mit einem Trikotsponsor hochoffiziell auflaufen durfte. Für Eintracht Braunschweig waren das damals harte Kämpfe mit dem DFB und auch mit vielen Fans, schließlich wollte nicht jedermann auf einmal Werbung auf den Spielern sehen. Als Litfasssäulen wurden die Spieler beschimpft, als lebendige Werbung, für den Verein Eintracht Braunschweig war das damals aber genau die Rettung. Das Bankrott konnte durch die Einführung des Trikotsponsors abgewendet werden und die ganze Bundesliga erfreute sich in den nächsten Jahren an dem neuen Recht, Logos und Schriftzüge von bekannten Firmen gegen ein gewisses Entgelt auf die Brust der Spieler kleben zu dürfen. Eine Ära war geboren und wir sind bis heute mittendrin in dieser Ära des Trikotsponsorings. Noch, denn jetzt bahnt sich langsam etwas neues an…

In England, im selbsternannten Mutterland des Fussballs, will man jetzt beim Trikotsponsoring neue Wege gehen. Früher genügte einem Klub noch eine Firma als Sponsor, doch in Zeiten, in denen erstens das Geld knapp ist und zweitens jeder offen für innovative Ideen ist, ist es ja auch kein Problem, zu unterschiedlichen Spielen mehrere Sponsoren auf die Brust der Spieler zu kleben. Das Ganze ist eine Idee der Tottenham Hotspurs und sie wollen, um es ein wenig einfach zu formulieren, für verschiedene Wettbewerbe verschiedene Sponsoren. Der Liga-Hauptsponsor soll nur bei Premier League Spielen sein Logo auf die Brust setzen dürfen, der Pokalsponsor darf dann die übrigen Spiele bewerben (Champions League, FA, Carling Cup). Ein neues Geschäftsmodell, das sicherlich viele Nachahmer finden wird und damit sicherlich auch eine neue Ära einleiten wird…

Paket 1: Premier League

Paket 2: Champions League, FA, Carling Cup

Es gibt jedoch auch Kritiker, die vor einem zu kurzfristigen Denken warnen. Durch die Aufsplittung des Sponsorings kann man in sportlich schlecht laufenden Saisonen gleich mal deutlich weniger Geld einnehmen. Wie das geht? Ganz einfach, ist man nicht international dabei, weil das Jahr vorher schlecht gelaufen ist, so fallen in dieser Saison schon ein großer Teil der Sponsoringeinnahmen weg. Zurück bleiben dann nur die Einnahmen aus dem Liga-Trikotsponsoring und das ist im Normalfall nicht so viel Wert wie ein internationales Sponsoring. Des weiteren werden viele Sponsoren genau abwägen, wieviel ein Teilzeit-Sponsoring auf Dauer wert ist…

Ein Beispiel: Ein Sponsor sucht für das Publikum in Asien Pokalspiele. Wenn die Spiele hier am Abend gespielt werden, werden sie in Asien erst in der Nacht ausgestrahlt. Für die europäischen Sponsoren sind diese Spiele in der Hauptsendezeit auf Sendung und durch spezielle Angebote können Sponsoren überflüssiges weglassen und ihr Hauptpublikum erreichen. (Antony Marcou, Managing Director von Sports Media Agentur Sports Revolution)

Keine Ahnung, was er genau damit sagen will, der gute Herr Marcou, ein wenig spricht er in Rätseln. Was er jedoch meint, das verstehe ich sehr gut. Ich erklär euch seine Worte noch mal auf die einfache Art: Durch verschiedene Sponsoringpakete können Sponsoren zielgerichteter ihr Geld investieren. Die einen zum Beispiel in Asien und die anderen in Europa. Beide werben jedoch beim gleichen Team, nur an unterschiedlichen Tagen. Sag das doch gleich so…

The deal could completely change the landscape of football shirt sponsorship going forward. (Rupert Pratt, Manager bei Generate Sponsorship)

Ich glaube, am Ende kann ich hier nur wieder eine Person zitieren, die die Zukunftsaussichten dieses Modells genau zusammenfaßt. Die Worte „Schau mer mal…“ von Franz Beckenbauer sagen alles! Abwarten, Tee trinken und zuschauen ob das ganze ein Erfolg wird. Es könnte jedenfalls passieren, denn welcher Verein will nicht mehr und noch mehr Geld verdienen…

Quelle: www.football-marketing.com

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felix 26. Juli 2010 - 15:47

Die Idee an sich finde ich nicht blöd. Ob es sich letztlich rentiert muss jeder Verein für sich selbst entscheiden – genauso wie jeder Werbeträger. Alleiniger Sponsor zu sein ist natürlich noch was anderes als bloß einer von vielen zu sein. Ob sich das lohnt kommt dann darauf an, wie oft das Team in Pokalen spielt. Und gerade die Teams in diesen höheren Lagen haben solche Modelle – eigentlich – nicht nötig. Ich glaube deshalb nicht, dass es sich durchsetzen wird. Die Idee ist aber nicht verkehrt.

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