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Hinstellen verboten!

by Frittenmeister

Die Engländer sind schon ein merkwürdiges aber auch ein konsequentes Völkchen. Wie wir ja alle wissen, sind seit der Katastrophe von Hillsborough im Jahr 1989 die Stehplätze in den englischen Stadien verboten. Bisher war das noch nie ein großes Problem. Dadurch hat sich eine neue Fankultur, die wenig Support und Stimmung im Stadion macht sondern sich lieber locker und leicht auf den Sitzplätzen entspannt. In den letzten Jahren haben sich aber etliche Fangruppierungen gebildet, denen genau das ein Dorn im Auge ist. Natürlich schielen sie auch ein wenig neidisch zu uns nach Deutschland rüber, denn bei uns gibt es noch genügend Stehplätze und damit auch genügend Möglichkeiten, um in den 90 Minuten für Stimmung zu sorgen. Eine Fans des FC Sunderland haben es jetzt sogar gewagt, das Stehplatzverbot in England zu umgehen. Das haben sie nach einem ganz einfachen Plan gemacht. Sie haben sich normale und teure Stehplatztickets gekauft, sind ganz normal ins Stadion gegangen und haben sich dann, als das Spiel losgegangen ist, einfach hingestellt. Krasse Aktion, dachte sich da wohl der Sicherheitsverantwortliche des FC Sunderland, Paul Weir, und sprach den Fans gleich mal ein Stadionverbot aus…

Wir wollen den Fans nicht ihr Erlebnis verderben, aber wir haben auch rechtliche Verpflichtungen, die wir befolgen müssen. (Paul Weir, Sicherheitsverantwortlicher des FC Sunderland)

Insgesamt haben 38 Anhänger des FC Sunderland ihre Dauerkarten verloren. Damit setzt der FC Sunderland die Bestimmungen der englischen Liga mehr als hart um. Natürlich muss man immer berücksichtigen, wieso es überhaupt zu dem englandweiten Sehplatzverbot gekommen ist. Im Jahr 1989 starben bei der Katastrophe von Hillsborough 96 Menschen, als es in einem überfüllten Block zu einer Panik gekommen war. Daraufhin wurden strenge Kontrollen beschlossen, aber ob man mit einem generellen Stehverbot nicht über das Ziel hinausschießt? Schließlich kann man heute immer noch sehr genau nachvollziehen, wieviele Leute in den Blöcken sind bzw. wieviele Tickets für die Blöcke verkauft worden sind. Wenn jetzt vereinzelt ein paar Leute aufstehen und laut schreien, dann kann das doch nicht eine Katastrophe auslösen? Anscheinend doch, zumindest denkt der FC Sunderland so und deswegen hat der Verein die Fans aus dem Stadion verbannt. Ist vielleicht aus besser so, denn jetzt können wieder neue Fans in den Genuß der Sitzplätze kommen – Fans, die vielleicht weniger singen, dafür aber mehr trinken und essen…

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