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Ex-Eurofighter Yves Eigenrauch schreibt an Schalke 04

by Frittenmeister

Ex-Eurofigther Yves Eigenrauch ist enttäuscht von seinem Verein Schalke 04, so enttäuscht, dass er einen offenen Brief schrieb und Schalke NICHT die Meisterschaft wünscht. Dumm gelaufen, Schalke, so vergrault man einen ehemaligen Liebling…

Lieber Gerd Rehberg, lieber Olaf Thon,
vergangenen Samstag erhielt ich postalisch eine Einladung des FC Schalke 04 zu »10. Jahre Eurofighter«. Stattfinden soll das Ganze am 21.05.2007 in der Veltins-Arena. Ich nehme an, dass ihr das Schreiben kennt, schließlich befinden sich am Ende des Anschreibens eure digitalisierten Unterschriften. Wohl weiß ich, dass ich kein einfacher und anspruchsloser Zeitgenosse bin; dennoch komme ich aufgrund des Schreibens nicht umhin, an euch ein paar geschriebene Zeilen zu richten.

Schon bitter. Euer Schreiben datiert vom 27.04.2007, erreicht die Angeschriebenen somit nicht einmal einen Monat vor der geplanten Veranstaltung. Ist etwas knapp kalkuliert, oder? Ich denke nicht, dass alle Spieler und Beteiligten sehnsüchtig auf euer Schreiben gewartet haben. Oder vielleicht doch? Ich zumindest kann schon mal mitteilen, dass ich an besagtem Tag beim Zelten bin, somit also nicht zugegen sein werde. Eigentlich irgendwie schade!

Schon bitter. Ihr schreibt uns an mit »Liebe Eurofighter, … «, textet dann im zweiten Absatz: »Kaum zu glauben, aber es ist wirklich schon zehn Jahre her, dass uns die Eurofighter auf jeder ihrer Stationen zum UEFA-Cup-Sieg einmalige Momente bescherten.«. Fühlt sich nicht wirklich persönlich an! Warum personalisiert ihr solch ein Schreiben nicht? Ihr könnt doch Serienbriefe erstellen – das könnt ihr doch!!! »Lieber Yves, … Kaum zu glauben, aber es ist wirklich schon zehn Jahre her, dass ihr uns auf jeder eurer Stationen zum UEFA-Cup-Sieg einmalige Momente beschertet.«.

Schon bitter. Was für mich jedoch wirklich schwer wiegt, ist die Tatsache, dass ihr offensichtlich nicht einmal die Zeit fandet, die Einladungen persönlich zu unterschreiben, stattdessen eure digitalisierten Unterschriften habt einfügen lassen. Echt komisch.

Alles in Allem scheint dieses aber nur eine (unpersönliche) Fortsetzung aus dem Jahr 1997 zu sein. Was hatten sich damals die Spieler gewünscht, neben der Siegermedaille der UEFA, auch ein personalisiertes oder einmaliges Andenken von Schalke zu erhalten? Einen »Siegerring«, ähnlich dem, den die 58ziger erhielten, oder eine Mini-Nachbildung des UEFA-Cups. Oder was auch immer. Keine Ahnung. Gerne hätten wohl viele – wenn auch nicht alle – dafür auf ihre Prämie verzichtet. Für sie bedeutete Schalke (damals) mehr als Geld! Nun ja, stattdessen erhielten einige bei ihrer Verabschiedung 2002 eine bescheuerte, blaue Breitling Uhr, auf deren Rückseite schlicht eingraviert wurde: ZUR ERINNERUNG FC S04

Vielleicht greift ihr ja die Anregungen auf, solltet ihr dieses Jahr wirklich Deutscher Meister werden. Wünschen tue ich es euch jedenfalls bei Allem, was ich sehe, höre und lese nicht wirklich. Sorry, so spielt das Leben nun mal.

Liebe Grüße,
Yves

P.S.: Ich bin weder enttäuscht noch verärgert, sondern nach wie vor erstaunt, wie Business funktioniert. Zumal ich weiß, dass ich nur einer von vielen Spielern bin, der für Schalke aktiv war.


Quelle: www.reviersport.de

3 comments

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3 comments

Hanse 7. Mai 2007 - 22:31

Eurofighter?!?

AUSSTEIGEN, JETZT!

😉

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Ärger bei den Eurofightern - Fritten, Fussball & Bier 1. Juni 2007 - 13:33

[…] der 10-Jahres-Feier anlässlich des Uefa-Cup-Triumphes 1997 von Schalke 04 hat sich schon mal Yves Eigenrauch den Frust von der Seele geschrieben und jetzt auf der Feier selbst, sind sich Ex-Manager Rudi Assauer und Olaf Thon näher […]

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ausgewanderter Schalke 04-Fan 8. November 2009 - 23:57

War schon eine tolle Zeit mit den Eurofightern damals. Die Mannschaft bestach durch ein unglaubliches Zusammengehörigkeitsgefühl.
Ich kann Yves verstehen, dass er über einen digitaliserten Einladungsbrief enttäuscht ist. Genau das wäre ich auch. Ich stand nicht in der Mannschaft, sondern nur als Fan in der Kurve.
1997 war das Jahr, in dem ich aus Deutschland auswanderte. Natürlich ist heutzutage alles zu sehr kommerzialisert, wir leben in einer egoistischen Gesellschaft. Das gilt für viele Länder. Leider ist daran nicht viel zu ändern.
Danke schön, Yves, dass Du für Schalke 04 Deine Knochen hingehalten hast. Hoffe, Du hattest viel Spass beim Zelten oder es geht Dir gut!
Liebe Grüsse vom ausgewanderten Schalke 04-Fan

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