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Ein typisches Wechseltheater…

by Frittenmeister

Heute präsentieren wir Euch das Stück „Ein typisches Wechseltheater“ am Beispiel von Rafael van der Vaart. Viel Spass beim Lesen und Ärgern…

2007: Die „Ich-bin-Valencia-Aktion“

Valencia ist eine schöne Stadt, dachte sich Rafael van der Vaart und zeigte den Fans in Spanien schon mal, dass er sehr gewillt war, zum dort ansässigen Club zu wechseln. Er lies sich für die Presse in Valencia-Trikot ablichten und dachte nicht daran, dass dank der Globalisierung auch in Deutschland jeder die spanische Sportpresse liest. Hätten wir natürlich auch ohne Globalisierung mitbekommen! Die HSV-Fans waren zu Recht entsetzt und als er sogar noch das UEFA-Cup-Qualifikationsspiel gegen Honvend Budapest schwänzte um ja für internationale Aufgaben für seinen eventuellen neuen Verein nicht gesperrt zu sein, da war es erst mal ganz vorbei. Pfiffe begleiteten ihn einige Spiele lang, doch nach einigen guten Spielen in der Bundesliga hatte er die Fans (vor-)erst mal wieder auf seiner Seite.

Januar 2008: Ich bleibe in Hamburg, es gefällt mir

Ein klares Bekenntnis zum HSV, doch wie viel ist es wert? Jetzt, einige Monate später, wissen wir, nicht viel…

09.Juli 2008: Ich liebe den HSV

Ich habe schon so oft gesagt, dass ich mich in Hamburg unheimlich wohl fühle, den HSV liebe und nur zu einem absoluten Top-Verein wechseln würde. Aber anscheinend hört mir niemand zu oder will es nicht hören. (Rafael van der Vaart zu den Wechselgerüchten um seine Person)

10.Juli 2008: Marca verkündet den Wechsel

Die spanische Zeitung Marca berichtet von dem bevorstehenden Wechsel van der Vaarts zu Real Madrid. Der HSV-Spielmacher soll sich mit Real bereits auf einen 5-Jahres-Vertrag geeinigt haben…

Es wäre gut, wenn die Spekulationen um meine Person jetzt aufhören. Wenn es etwas zu sagen gibt, dann sage ich es. (Rafael van der Vaart zu den Wechselgerüchten um seine Person)

Kleine Geschichte am Rande: das Magazin www.goal.com hat eine Geschichte ausgegraben, die sich jetzt jeder selber interpretieren kann wie er will. van der Vaart kauft sich Anfang Juli in Hamburg eine Harley Davidson und fragte nach, ob er für das Motorrad auch eine Zulassung für Spanien, genauer für den Raum Madrid bekommen könnte. Ja wieso braucht er denn so was? Will er eine Urlaubsfahrt machen?

11.Juli 2008: Kein Wechsel

Rafael van der Vaart und der HSV dementieren!…

Wenn am 31. August ein Verein 100 Millionen bietet, dann bin ich weg. (Rafael van der Vaart verkündet mit einem lockeren Spruch, dass er beim HSV bleiben wird.)

Sören Lerby, der Berate von van der Vaart, forciert die Wechselabsichten sogar noch öffentlich.

Es gibt viele Vereine, die Interesse an Rafael haben und wir schauen sie uns alle an. (Sören Lerby, Berate von Rafael van der Vaart)

17.Juli 2008: Sneijder weiß mehr über die Wechselabsichten

In einem Interview mit der spanischen Sportzeitung AS verrät Wesley Sneijder, dass er mit van der Vaart über den Wechsel gesprochen hat und der HSV-Spielmacher unbedingt zu Real Madrid wechseln möchte. Und zwar am liebsten sofort…

Ich habe in den vergangenen Tagen häufig mit ihm telefoniert. Rafael hat mir gesagt, dass er gern sofort nach Madrid kommen würde, er aber nicht wisse, ob sich der Wechsel realisieren lasse. (Wesley Sneijder, Mittelfeldspieler bei Real Madrid und Freund van der Vaarts)

23.Juli 2008: Sylvie van der Vaart will in Hamburg bleiben

Ich fühle mich hier in Hamburg so wohl wie noch nie irgendwo sonst. Eine herrliche Stadt, die ich nicht missen möchte. (Sylvie van der Vaart, Ehefrau von Rafael van der Vaart, spricht in der BILD über die Wechselgerüchte)

Ich freue mich, wenn wir in Hamburg bleiben würden. (Sylvie van der Vaart, Ehefrau von Rafael van der Vaart, spricht in der BILD über die Wechselgerüchte)

24.Juli 2008: HSV lehnt Angebot von Real Madrid über 6 Millionen Euro ab

Völlig zu Recht lehnt der HSV das Angebot für van der Vaart ab. Nur 6 Millionen Euro wollen die Königlichen für den derzeit angeblich besten Spielmacher der Welt zahlen. „Indiskutabel“ sei das Angebot laut Sportdirektor Beiersdorfer…

26.Juli 2008: BILD kennt die Schmerzgrenze

Die BILD-Zeitung will die Schmerzgrenze der Hamburger erfahren haben. Bei 13 Millionen Euro könnte man verhandeln, darunter geht gar nichts. Ob das nicht nur ein Wink mit dem Zaunpfahl für Madrid ist? Die lesen doch sicher auch die BILD-Zeitung…

27.Juli 2008: Bringt mir van der Vaart

Bernd Schuster, der Trainer von Real Madrid, will Rafael van der Vaart unbedingt in seinem Kader haben. Das ganze wird zwar von Real-Präsident Calderon als unrealistisch abgetan, aber wenn so etwas über die Presse diskutiert wird, dann ist da doch sicher noch etwas mehr dahinter. Also doch nur Verhandlungstaktik…

Bringt mir van der Vaart. (Bernd Schuster, Trainer von Real Madrid)

29. Juli 2008: Real will van der Vaart nicht mehr

Hochoffizell spricht Ramon Calderon mit der Presse und gibt bekannt, dass man van der Vaart nicht mehr haben möchte. Man werde Christiano Ronaldo von Manchester United holen oder gar niemanen mehr…

Entweder es kommt Cristiano Ronaldo oder niemand mehr. Es gibt keinen Plan B. (Ramon Calderon, Präsident von Real Madrid)

30.Juli 2008: Real erhöht das Angebot

So schnell geht es dann, nur einen Tag später erhöht Real Madrid angeblich das Angebot für van der Vaart auf 10 Millionen Euro. Auch der Real-Präsident kling auf einmal ganz anders…

Wir hoffen auf eine endgültige Einigung mit dem HSV. Dies ist eine Operation, die keine Schwierigkeiten birgt. (Ramon Calderon, Präsident von Real Madrid, in der Sportzeitung AS)

Der HSV dagegen weiß zu diesem Zeitpunkt noch nichts von einem neuen Angebot…

01.August 2008: In Hamburg sind alle genervt

Das gehört dann auch zu einem Wechseltheater, in Hamburg sind alle genervt. Mitspieler, Trainer und Fans stehen nicht mehr hinter van der Vaart…

Für uns ist das wie eine Show oder eine Sitcom. Es ist allen zu wünschen, dass möglichst bald Klarheit herrscht. (Vincent Kompany, Mitspieler van der Vaarts beim HSV)

Wir wissen, welchen Wert ein Spieler wie Rafael van der Vaart hat. Wenn Real Madrid kein vernünftiges Angebot unterbreitet, wird er auch in der nächsten Saison für den HSV spielen . (Jörn Wolf, Vereinssprecher des HSV)

02.August 2008: van der Vaart nicht mehr im Kader

Martin Jol, Trainer des HSV, streicht van der Vaart vor den Freundschaftsspielen gegen Real Madrid und Juventus Turin aus dem Kader. Er sei „mental nicht zu hundert Prozent“ bei der Mannschaft, das kann hier beim HSV niemand brauchen…

Das dauert jetzt schon drei Wochen an – deshalb habe ich ihm heute gesagt: Du spielst nicht! (Martin Jol, Trainer des HSV, streicht Rafael van der Vaart im Freundschaftsspiel gegen Real Madrid aus dem Kader)

03.August 2008: Geht er jetzt oder geht er nicht

Sneijder verletzt sich bei Real Madrid schwer und schon gibt es ein neues Angebot für van der Vaart. Er soll jetzt möglichst schnell wechseln, denn Madrid braucht einen neuen Mittelfeldspieler…

Ich muss zugeben, sie haben ihr erstes Angebot nachgebessert. (Dietmar Beiersdorfer, Sportdirektor des HSV, über die im Raum stehenden 9-Millionen Ablöse)

Für mich ist es ein Traum, für Real Madrid zu spielen. Ich hoffe, dass man rasch eine Lösung findet und beide Klubs sich einigen. (Rafael van der Vaart in der spanischen Zeitung AS)

04.August 2008: Endlich der Wechsel

Am 04.August 2008 ist es dann endlich soweit, der Wechsel van der Vaarts wird offiziell bekanntgegeben. Real Madrid und der HSV haben sich auf eine Ablösesumme geeinigt. van der Vaart und Real Madrid haben sich ja anscheinend schon weit vorher geeinigt, der von der Presse schon sehr früh angesprochene 5-Jahres-Vertrag wurde jetzt auch unterzeichnet. 16 Millionen Euro (2 Millionen muss der HSV gleich weiter an Ajax Amsterdam überweisen) war der Holländer den Spaniern wert, ein Schnäppchen!

Er ist ein ungewöhnlicher Spieler. Wir sind sicher, dass er die ohnehin schon starke Mannschaft komplett machen wird. Und zudem einer, der zur Hälfte von spanischem Blut ist. (Ramon Calderon, Präsident von Real Madrid, einen Tag nach dem offiziellen Wechsel van der Vaarts)

Ein heutzutage ganz normales Transfertheater findet sein glückliches Ende! Die einen haben ihren Wunschspieler, die anderen ein paar Millionen mehr auf dem Konto und der Spieler hat mal wieder einen Verein und eine Stadt, wo er sein ganzes Leben lang bleiben will. Es ist doch manchmal so einfach alle zufrieden zu stellen…

Quelle: www.zeit.de

2 comments

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2 comments

Markus 11. August 2008 - 21:07

Hm, das einzig wirklich tragische ist doch, dass die Sylvie weg ist… 😉

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Frittenmeister 11. August 2008 - 21:09

Hahaha, das war mir doch klar, dass du so denkst 😉

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