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Ein Novum bei den Spielabsagen droht

by Frittenmeister

Es gab ja schon viele Spielabsagen und Spielabbrüche im deutschen Fussball und alle hatten sie einen guten Grund. Oft war das Wetter schuld, manchmal auch ein schlechter Platz nach einem Konzert oder weil eine Baustelle im Stadion nicht rechtzeitig vor dem Wochenende fertig geworden ist. Was jetzt aber droht, ist ein Novum in der deutschen Spielausfallsgeschichte. In der 3. Liga droht das heiße Derby des SSV Jahn Regensburg gegen den SV Wacker Burghausen wegen Strommangels auszufallen. Hä? Was bitte…Strommangel? Wo gibt es denn heutzutage noch so etwas? Selbst in Bayern ist inzwischen jeder noch so entfernte Ort mit Elektrizität versorgt, auch wenn das in Norddeutschland nicht jeder glauben mag. Aber das ist ein anderes Thema, Fakt hier ist, dass den Regensburgern der Strom abhanden gekommen ist, weil ihnen schlichtweg wieder einmal das Geld ausgegangen ist.

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Wie schon so oft in der Vergangenheit ist bei dem oberpfälzischen Verein wieder einmal das Geld knapp und daher hat man in der Vergangenhei mehrere Rechnungen nicht bezahlt und immer darauf vertraut, dass der lokale  Stromversorger, die REWAG, den Saft schon nicht zudrehen wird. Das hat der Versorger auch jahrelang nur angedroht, aber nie wahrgemacht, obwohl seit dem Jahr 2005 angeblich 300 Mahnungen an den SSV Jahn Regensburg geschickt wurden und 48 Mal damit gedroht wurde, den Strom abzuschalten.

Anfang des Jahres wurde der Eklat gerade noch einmal verhindert, da trafen sich in einem Vermittlungsgespräch der Regensburger Oberbürgermeister Hans Schaidinger, Norber Breidenbach (Vorstandsvorsitzender der REWAG) und der Präsident des Jahn, Franz Nerb. Dort wurde ein letztes Ultimatum gesetzt bis zum Februar, bis dahin sollten die ausstehenden 21.000 Euro Schulden beglichen werden, ansonsten würde man den Strom endgültig abstellen. Diesen Termin konnte man jedoch auch nicht einhalten und erst Anfang März konnte man die Schulden bei der REWAG begleichen.

StromGrundversorgungsordnung
§ 14 Vorauszahlungen

(1) 1Der Grundversorger ist berechtigt, für den Elektrizitätsverbrauch eines Abrechnungszeitraums Vorauszahlung zu verlangen, wenn nach den Umständen des Einzelfalles Grund zu der Annahme besteht, dass der Kunde seinen Zahlungsverpflichtungen nicht oder nicht rechtzeitig nachkommt. 2Bei Verlangen einer Vorauszahlung ist der Kunde hierüber ausdrücklich und in verständlicher Form zu unterrichten. 3Hierbei sind mindestens der Beginn, die Höhe und die Gründe der Vorauszahlung sowie die Voraussetzungen für ihren Wegfall anzugeben.

(2) 1Die Vorauszahlung bemisst sich nach dem Verbrauch des vorhergehenden Abrechnungszeitraums oder dem durchschnittlichen Verbrauch vergleichbarer Kunden. 2Macht der Kunde glaubhaft, dass sein Verbrauch erheblich geringer ist, so ist dies angemessen zu berücksichtigen. 3Erstreckt sich der Abrechnungszeitraum über mehrere Monate und erhebt der Grundversorger Abschlagszahlungen, so kann er die Vorauszahlung nur in ebenso vielen Teilbeträgen verlangen. 4Die Vorauszahlung ist bei der nächsten Rechnungserteilung zu verrechnen.

(3) Statt eine Vorauszahlung zu verlangen, kann der Grundversorger beim Kunden einen Bargeld- oder Chipkartenzähler oder sonstige vergleichbare Vorkassensysteme einrichten.

Super, Schulden bezahlt und nun, Ende März sollte doch alles gut sein. Ist es aber nicht! Denn durch den abermaligen Zahlungsverzug ist die REWAG mehr als verärgert und verlangt nun eine Vorauszahlung von 30.000 Euro. Doch das Geld haben die Regensburger nicht und so machte die REWAG ihre Drohung war und stellte heute, 3 Tage vor dem Derby gegen die Burghausener, den Strom ab. Damit stehen auf der Geschäftsstelle des SSV Jahn Regensburg alle Computer, Faxe, Telefone still, das Trainingsgelände am Kaulbachweg  und auch das Jahnstadion sind ohne Saft. Die Profis trainieren noch, müssen allerdings zum Duschen in das nahegelegene Westbad…

Wenn der SSV Jahn Regensburg in den nächsten 2-3 Tagen das Geld für die Stromvorauszahlung nicht aufbringen kann, wird das Spiel ausfallen müssen. Ohne Flutlicht, ohne Licht in den Katakomben und auf den Toiletten, ohne die Möglichkeit einer Fernsehübertragung kann ein Spiel nicht durchgeführt werden. Das Spiel müsste dann ausfallen, ersten Gerüchten zufolge könnte das Spiel sogar gegen die Heimmannschaft gewertet werden. So oder so, der DFB als Verantwortlicher für die 3. Liga ist jetzt schon mächtig verärgert über den SSV Jahn Regensburg und zu was ein verärgerter Verband alles in Stande wäre, will sich in Regensburg niemand ausmalen. Schon jetzt kämpft man sportlich und finanziell ums Überleben, da kann man keine dritte Baustelle mit dem Verband gebrauchen. Wenn der Strom am Samstag um 14 Uhr jedoch nicht fließen sollte, dann hat man genau dieses Problem…

Quelle: Pressemitteilung des SSV Jahn Regensburg

4 comments

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4 comments

Wacker Fan 25. März 2009 - 17:15

Mach das Logo weg, ist ja widerlich!

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Jogi 25. März 2009 - 20:40

haut doch endlich diese Bayern aus unserem schönen Deutschland raus!

Die gehören mit ihrer Zahlungsmoral sowieso zu den Ösis! So ein Pack!

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Wacker Fan 25. März 2009 - 23:14

Geiles Zitat aus der Presseerklärung von dem Pleite-Verein: „Das heutige Training der Profis fand trotzdem statt. Die Spieler mussten im Westbad duschen und dafür 100,00 Euro bezahlen.“

Was war da mit Profiliga 🙂

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a boarischs mädl 27. März 2009 - 17:03

so kindas ja i mog de regnsburga a ned oba i find des bled wennts ihr uns bayern ois gesamtheit verarschts weil mia alle eigantlich nixn dafia kinna wenn de zu bled san d rechnunga zum zoin !!

jetz füa eich preißn zipfen (purer ernst)
So Leute , ja ich mag die regensburger auch ned aber ich finde das blöd wenn ihr uns bayern als gesamtheit verarschts weil wir aus IN können eigentlich nichts dafür wenn die zu dumm sind ihre rechnungen zu bezahlen

servus mitnand

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