Home Kultclub Ein modernes Sponsoringkonzept verlost alle Finanzprobleme

Ein modernes Sponsoringkonzept verlost alle Finanzprobleme

by Frittenmeister

Die guten Tage von Tennis Borussia Berlin sind auch schon wieder einige Zeit. In den letzten Jahren dümpelte man in den Niederungen der Oberliga Nordost und der Regionalliga Nord umher und wie derzeit jeder Amateurverein kämpft man auch hier ein wenig mit dem Geld. Nicht dass es besonders knapp wäre oder dass man viele Schulden hätte, aber wenn man wenig Sponsoreneinnahmen hat, kann man eben auch keine großen Sprünge machen und nicht an die glorreichen alten Zeiten anknüpfen. Da trifft es sich gut, dass die Marketing-Abteilung des Berliner Vereins  um den Vorstandsvorsitzenden Mario Weinkau eine sehr hilfreiche Idee hatte, wie man nach dem Rückzug der Treasure AG einen neuen Trikotsponsor finden kann. Und vor allem soll mit dieser Idee mehr Geld als mit dem alten Sponsor verdient werden. Doch welche ach so neue Idee hatte man denn nun? Die Sache ist eigentlich ganz einfach, man will in diesen schlechten Zeiten den Platz auf der Brust schlichtweg verlosen. Verlosen? Richtig, ganz einfach soll das funktionieren und zwar kann jedermann für 500 Euro ein Los kaufen. Sollte dann dein Los bei der Ziehung am 27. Juli 2009 gewinnen, dann darfst du ein Jahr lang auf dem Trikot von TeBe Werbung machen. Und zwar für alles wozu du Lust hast…

Mit dieser Verlosung kann sich jeder, ob Unternehmen oder Privatperson, den Traum erfüllen, seine Werbung im Fernsehen zu sehen. Stellen sie sich ein Pokalspiel gegen Bayern München vor und auf der Brust von Tennis Borussia die Werbung „Claudia, ich liebe Dich“. Wie ein Sechser im Lotto für den Gewinner. (Peter Antony, Mitarbeiter der Marketing-Abteilung von Tennis Borussia Berlin)

Mich interessieren jetzt einmal ein paar Zahlen. Geplant sind, dass am Ende 125.000 Euro Einnahmen zusammenkommen, um dies zu erreichen müssen bei einem Lospreis von 500 Euro 250 Leute mitmachen. Wenn es mehr werden, dann hat Tennis Borussia Berlin sicher auch nichts dagegen. Schon jetzt sprechen sie in der Öffentlichkeit von einer dreistelligen Teilnehmerzahl. Aber das interessiert uns eigentlich noch gar nicht. Wieviele es am Ende werden und wer die 10 Preise bekommen wird, wird die Glücksfee entscheiden. Vielleicht ist es eine Firma aus der Umgebung, vielleicht ein treuer Fan oder vielleicht nur der Schorsch von nebenan. Wer weiß, es bleib spannend. Jetzt habe ich natürlich in einer Selbstverständlichkeit von 10 Preisen geschrieben und diese will ich natürlich auch noch nennen, denn es gibt mehr als nur ein bißchen Trikot gewinnen. Ich liste mal die Gewinne, soweit sie mir bekannt sind auf:

  1. Trikotsponsoring (Brust)
  2. Trikotsponsoring (Ärmel)
  3. sechs Meter Werbebande
  4. sechs Meter Werbebande
  5. sechs Meter Werbebande
  6. sechs Meter Werbebande
  7. drei Meter Werbebande
  8. drei Meter Werbebande
  9. drei Meter Werbebande
  10. drei Meter Werbebande

Zusätzlich bekommt jeder Loskäufer ein Trikot, 2 Jahreskarten und einen Ball mit allen original Unterschriften der aktuellen Mannschaft. Alleine das hat schon einen Wert von ein paar hundert Euro, kostet den Verein aber natürlich in der Herstellung bzw. im Einkauf so gut wie nichts. Der kleine „Sponsor“ dagegen freut diebisch über seine Errungenschaften und hat gleichzeitig immer noch die Chance auf einen der Hauptgewinne. Die Gewinnchance ist übrigens (wenn man mit den kalkulierten 250 Personen rechnet) mit 1:25 fantastisch, im Vergleich dazu lag sie beim normalen Samstagslotto im November 2007 bei 1:1.400.000 (1:1,4 Millionen).

In Zeiten von Wirtschaftskrise, Schweinegrippe und Ozonloch ist die Wahrscheinlichkeit nicht groß, dass ein betuchter Hauptsponsor auf uns zukommt. Auf die Idee hat mich ein Geschäftspartner gebracht, der eine ähnliche Aktion beim österreichischen Zweitligisten Austria Lustenau bemerkt hatte. (Mario Weinkauf, Vorstandsvorsitzender von Tennis Borussia Berlin)

Das ganze ist nicht neu, sondern leicht abgekupfert aus dem Sponsoring-Wunderland Österreich. Dort wird ja alles verkauft, was eine freie Fläche und/oder einen Namen zu bieten hat. Unsere Kollegen vom Spielfreldrand-Magazin haben sich die Aktion der Erfinder aus Lustenau mal genauer angesehen und weisen auch auf einen kleinen Denkfehler in diesem modernen Sponsoringkonzept hin. Wenn euch das interessiert, dann klickt euch doch dort mal rein…

5 comments

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5 comments

Gregor 22. Juni 2009 - 18:14

Schöner Beitrag, schön zu Wort gebracht.

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Wacker Fan 22. Juni 2009 - 19:35

Ähm, was war denn bei dem Samstagslotto im November 2007 so anders als bei ner normalen Lottoziehung 🙂

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Wacker Fan 22. Juni 2009 - 19:37

Normal sinds ja 1:14 Mio (ohne Superzahl)..daher wirds immer spannender mit dem Novemberlotto 🙂

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Frittenmeister 22. Juni 2009 - 23:28

Und wo ist jetzt der Stress? Ist doch immer noch ne saumiese Chance oder?

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Chris 23. Juni 2009 - 08:26

Genau auf den Punkt!

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