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Die Premier League überholt die Bundesliga

by Frittenmeister

Die Premier League überholt die Bundesliga. Was für eine Meldung, genau jetzt wo es überall heißt, das wirtschaftliche Nonplusultra im Fussball ist in Deutschland zu finden und sonst nirgends. Genau jetzt aber macht laut dem „European Jersey Reports“ die Premier League einen Sprung beim Trikotsponsoring, der es in sich hat. Bei Verhandlungen mit Trikotsponsoren konnten die Bosse der Premier League Klubs satte 53,5 % mehr an Einnahmen aquirieren und haben damit die Vorherrschaft  in Europa im Bereich Trikotsponsponsoring übernommen. Die Bundesligavereine konnten ihre Einnahmen ebenfalls steigern, allerdings relativ moderat. Um die 10 % Einnahmesteigerung ist zwar auch ganz ok, aber im Großen und Ganzen muss man mal wieder festhalten, dass das große Geld in England fließt.

1. Premier League (England: 128 Millionen Euro (2009/2010: 83,5)
2. Bundesliga (Deutschland): 108,6 Millionen Euro (2009/2010: 98,7)

Das ganze relativiert sich wieder ein wenig, wenn man die Tatsache beachtet, dass in der Premier League 20 Vereine mitspielen und in der Bundesliga nur 18. Diese zwei Klubs machen in der Gesamtstatistik natürlich viel aus und damit wir uns auch gut fühlen, haben wir schnell man den Durchschitt berechnet, den jeder Klub durch Trikotsponsoring in den Ligen einnimmt. Und schon ist Deutschland wieder vorne, wenn auch nur ganz knapp, aber 6,6 Millionen Euro (Deutschland) stehen 6,4 Millionen Euro (England) gegenüber. Also Einnahmetechnisch bewegt sich die ganze Bundesliga beim Trikotsponsoring ungefähr auf dem gleichen Niveau wie die Premier League. Noch, denn die Premier League hat aufgeholt und wird uns vermutlich in den nächsten Jahren überholen. Egal, zuschauerfreundlicher und schöner ist es halt doch noch bei uns und das kann man hoffentlich mit keinem Geld der Welt ändern.

Kommen wir damit zu den einzelnen Klubs. Auch hier haben die Engländer die Vorherrschaft übernommen und belegen mit den Klubs Manchester United und dem FC Liverpool Platz 1 und 2, dicht gefolgt von Real Madrid aus Spanien und dem FC Bayern München. Diese vier Klubs haben es geschafft, ihre Marke am besten zu vermarkten, alles was in der Rangliste dahinter kommt, bekommt schon deutlich weniger Geld für den Werbeplatz auf dem Trikot. Der FC Chelsea, eigentlich ja auch eine Marke, kann sich mit 16,3 Millionen im Jahr zwar auch zu den großen Verdienern der Branche zählen, aber zu den ganz großen konnte man bisher noch nicht aufschließen. Trotzdem sind das alles sehr stattliche Summen, da würde sich jeder mittelmäßige Klub die Finger danach abschlecken. Aber es ist natürlich wie so überall im Leben, die Reichen werden noch Reicher und die Armen bleiben Arm. Wieso sollte das im Fussball und beim Sponsoring anders sein…

1. Manchester United: 23,6 Mio Euro (Sponsor: AON)
2. FC Liverpool: 23,6 Mio Euro (Standard Chartered)
3. Real Madrid: 23 Mio Euro (bwin)
4. FC Bayern München: 22 Mio Euro (Deutsche Telekom)
5. FC Chelsea: 16,3 Mio Euro (Samsung)

In den nächsten Jahren werden uns vermutlich die Engländer in der Rangliste endgültig überholen. Damit machen sie der ganzen Welt klar, das Nonplusultra beim Fussball ist in England und nirgends sonst. Für die Sponsoren ist der englische Fussball natürlich vor allem wegen der weltweiten Präsenz interessant. Es gibt ja kein Spiel aus der Premier League, was nicht auf der ganzen Welt zu sehen ist und so etwas gefällt den großen Firmen natürlich. Wann hat man sonst schon die Möglichkeit, mit einem Aufwasch in England, Asien, Australien, Afrika und Südamerika bekannt zu werden? Und hier müssen sie auch nur einmal zahlen, zwar viel Geld, aber das ist es ihnen ja wert…

Quelle: European Jersey Report von Sport+Markt

2 comments

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2 comments

Jens 29. Oktober 2010 - 13:49

Zitat: „[…]zuschauerfreundlicher und schöner ist es halt doch noch bei uns […].“

Schöner? Geschmacksache. Zuschauerfreundlicher? Was genau denn bitte?

Hooligans in Uniform, die einen vom Gästeblock zum Bahnhof treiben, dort in irgendeinen Regionalzug stecken, obwohl man in eine ganz andere Richtung muss?
Die Vollidioten neben Dir, die Schuld an solchen Auswüchsen sind?
Eintrittspreise, die sich immer mehr dem Premier-League-Niveau angleichen (ohne dass der dargebotene Sport das tun würde)?
Ein Pay-TV-Sender, der mit schlafwandlerischer Sicherheit seine zu wenigen Kunden vergrault?
Die immergleichen Copy&Paste-Bauten, gerne auch als „Schmuckkästchen“ bezeichnet?
Der immergleiche Catering-Fraß samt Bezahlkarte?
Der DFB?
Die DFL?
Der WFV?
13:30 Uhr Anstoß?

Würde mich ernsthaft interessieren.

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Frittenmeister 29. Oktober 2010 - 15:20

Alleine die Preise sind Zuschauerfreundlicher und werden es wohl immer bleiben. So stark können wir gar nicht mehr aufholen. Die Stadien sind geschmackssache, aber ich finde sie hierzulande besser…

Hooligans, Vollidioten, usw gibt es überall, auch in England.

Pay-TV? Interessiert das noch jemanden? Die bringen hierzulande ja eh nix auf die Reihe und das wird immer so bleiben. Aber um das gehts ja eigentlich gar nicht…

Anstoss? Schau dir mal die Anstosszeiten in England, Spanien oder Italien an. Viel Spass, da ist 13.30 Uhr teilweise noch das kleinere übel.

DFB, DFL, WFV verhalten sich alle nicht besonders „klug“, aber die gibts so in der Art ja wohl in jedem Land. Scheint ein Fehler im System zu sein…

Du hast Recht, es ist eine Geschmackssache und in dem Fall war es meine. Viele Engländer sind aber auch dieser Meinung, denn es gibt nicht zu wenige Fans dort, die für ein Wochenende regelrecht nacht Deutschland flüchten. Flug ist billig, Bier auch und die Eintrittskartn sowieso. Und Stimmung gibt es bei uns auch noch, und das liegt (auch) an den noch vorhandenen Stehplätzen. Aber auch das ist eine Geschmackssache, bei uns fahren die Leute dafür nach England zu den Spielen, weil sie das so geil finden, oder nach Mailand. Aber jeder so wie er es braucht, ich für meinen Teil finde es hier noch am besten.

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