Home Geld regiert die Welt! Die Einnahmequelle, die eigentlich nicht sein dürfte…

Die Einnahmequelle, die eigentlich nicht sein dürfte…

by Frittenmeister

Jeder von uns hat es schon mal erlebt. Man geht in ein Stadion, muss ich zwangsweise so eine Bezahlkarte im Scheckkartenformat kaufen um im Stadion damit an Bier und Bratwurst zu kommen und am Ende hat man noch Geld über, aber nirgends mehr eine Möglichkeit, sich das restliche Geld zurückzuholen. Saublöd, nun gut, dann haben wir halt schon mal etwas Guthaben für den nächsten Stadionbesuch. Eigentlich ja ein guter Plan, aber wie viele von Euch haben beim nächsten Mal im Stadion die Karte dabei gehabt? Natürlich fast niemand und soll ich Euch etwas verraten? Genau damit rechnen die Vereine und Stadien-Betreibergesellschaften…

Jedes Jahr verfallen um die 10 Millionen Euro Guthaben auf den Bezahlkarten. Geld, das Fans extra auf ihre Karten geladen haben, wird nicht gegen Essen, Getränke oder der Parkgebühr eingelöst. Das Geld bleibt auf den Karten, denn für die Fans ist es meistens mühsam, sich das Geld wieder auszahlen zu lassen. Automaten dafür sind rar auf dem Stadiongelände und wenn man böse Absichten unterstellen will, dann wollen die Vereine genau das. Je weniger Fans sich ihre Guthaben wieder ausbezahlen lassen, desto mehr bleibt den Vereinen und zwar in Form von Reingewinn. Eine Gegenleistung gibt es dafür dann nicht mehr, denn irgendwann, meistens nach einem Jahr verfällt das Guthaben, was nichts anderes bedeutet, als dass es an den Verein übergeht und der Fan nichts mehr davon hat. Fantastisch, dieses Geschäftsmodell ist der Traum für jeden Geschäftsmann. Geld kassieren für ungenutzes Guthaben und für das Kartenpfand. Gerüchten zufolge soll es im Jahr 2009/2010 alleine beim FC Bayern München, bzw. der Tochtergesellschaft Allianz Arena Payment GmbH, ca. 2 Millionen Euro an zusätzlichen Gewinn durch diese Geschäftspraktik gewesen sein. Auch für die Arena auf Schalke geistern Zahlen durchs Netz. Dort sollen in der Saison 2009/2010 knapp 700.000 Euro durch diese Geschäftspraktik zusammengekommen sein. Lukrativ, als Verein braucht man da sicher nicht zu meckern…

Die Vereine begründen ihr Faible für die Bezahlkarten jedoch ganz anders. Für sie hat die Einführung der Karte hauptsächlich organisatorische Gründe und damit als Resultat auch wieder finanzielle Gründe. Zum einen geht der Verkauf von Speisen und Getränken deutlich schneller und kein Fan muss mehr lange warten und verpasst so eventuell einige Minuten des Spiels. Zum anderen kann dadurch natürlich schlichtweg auch mehr verkauft werden, was in manchen deutschen Stadien schon zu Umsatzsteigerungen von über 100% geführt haben soll. Der größte Vorteil für die Vereine an der bargeldlosen Bezahlung ist jedoch, dass dadurch weniger Verwaltungskosten entstehen und somit eine spürbare finanzielle Einsparung vorhanden ist. Das bedeutet am Ende natürlich auch wieder mehr Reingewinn, was sonst.

Der Bezahlvorgang konnte von ehemals 25 Sekunden auf 8 verringert werden. (Meinolf Sprink, Geschäftsführer Bayer 04 Marketing GmbH)

Was aber kann man als Fan dagegen tun? Gönnt man seinem Verein das Geld und ärgert sich vielleicht gar nicht? Oder sagt man, so ein Mist, die drei Euro fünzig wollte ich eigentlich schon wieder zurückhaben? Fühlt ihr euch am Ende gar verarscht oder ärgert ihr euch nur über euch selber, weil ihr wieder nichts auf die Reihe gekriegt habt?

4 comments

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4 comments

Rico 19. September 2011 - 13:00

Tja, für die Vereine ist das natürlich perfekt. Man hat nachweislich kundenfreundliche Begründungen, warum man dieses Bezahlformat nutzt, kann nebenbei dadurch den Umsatz steigern und erhält zusätzlich kostenlosen Reingewinn obendrauf! Das ist doch der Traum.

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ABG 20. September 2011 - 02:19

Zwar nicht neu das Problem, aber es erschreckt mich immer wieder! Ich sehe mich wirklich bestätigt, mich vom Profifussball fern zu halten!

Gut geschrieben! Respekt…

Aber was kann man wirklich effektiv machen dagegen?

Konsumboykott … mehr fällt mir da net ein!

sportliche Grüße aus Randsachsen

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Frittenmeister 20. September 2011 - 10:17

Du hast Recht, das Problem ist alt und bekannt! Nur öffentlich darüber diskutiert wird nicht, vielleicht kommt gelegentlich mal ein Artikel in einer Randnotiz bei einer Zeitung unter, aber das wars. Für die Vereine ist das auch kein Problem, für viele Fans auch nicht, denn bei den Preisen, die man teilweise für einen Stadionbesuch ausgeben muss, fallen die 2 oder 3 Euro ungenutzes Guthaben nicht mehr groß ins Gewicht. Viele haben auch kein Problem damit, weil es ja sowieso für ihren Verein ist, aber was ist mit den Auswärtsfans? Mit den Fans, die nicht unbedingt ihrem vielleicht sowieso schon ungeliebten Gegner noch Geld in den A***** blasen wollen?

Dagegen machen kann man wirklich nichts, außer den von dir angesprochenen Konsumboykott durchzuziehen. Aber will man das? Man will doch nicht durstig und hungrig im Stadion sitzen? Man freut sich doch nicht auf den Samstag nachmittag um dann eine Diät zu machen? Ich mach meistens ein Essensboykott, aber eher aus dem Grund, weil ich diese blöden halbgebrühten Würste nicht ausstehen kann. Früher gabs noch Bratwürste, leicht schwarz, heiß, dampfend, lecker. Heute sind es nur noch gebrühte, nicht mal knackige Würstchen…und dafür Geld ausgeben? Ne danke…

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ABG 20. September 2011 - 20:27

Naja ich denke das wäre ne Sache wie mit dem Tanken @ Frittenmeister

Wenn sich alle nur mal einen Tag lang dem Boykott anschliessen würden, dann wäre das ein Verlust für die Betreiber des Caterings (parallel die Tankstellen bzw Konzerne), die sie nicht ignorieren könn(t)en! Zwar wäre in den Stadien sicher kein Milliardenverlust wie an den Tankstellen die Folge, aber in die Millionen dürfte das dennoch gehen …

Abr leider gibts eben kein „Gemeinsam“ in einer Fanszene wie dbei Fußball! Schade eigentlich, man wäre eine wirklich druckvolle Kraft und Macht!

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