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Das Grünwalder Stadion ist wichtig für München

„Das Grünwalder Stadion gehört zur Stadt, wie das Hofbräuhaus oder das Oktoberfest“, so die Schreiber von „Fritten, Fußball und Bier“. Aber was macht das Stadion so wichtig für die Menschen in München?

Die Münchener lieben den Fortschritt im Gleichklang mit der Tradition. Fortschritt und Tradition zeichnet München als erfolgreiche Stadt aus. Nicht umsonst spricht man hier oft von „Laptop und Lederhose“. Es gibt viele ehrwürdige Bauten, die unter Denkmalschutz gestellt werden und so erhalten bleiben. Oft wird jedoch der Erhalt 50er, 60er und 70er Jahre Architektur vernachlässigt, obwohl es auch hier gute Bauten und Bauten mit „Geschichte“ gibt. Soll es denn irgendwann keinerlei Gebäude dieser Schaffensphasen mehr geben, nur weil man sie aus heutiger Sicht nicht immer „schön“ findet? Darf man denn nur Gebäude erhalten, die bis zu den 50er Jahren gebaut wurden? Wenn ja, so hätte man für das Grünwalder Stadion auch dadurch eine Erhaltungsberechtigung, da seine Geschichte bereits 1911 beginnt.

Der Mensch braucht Orte der Erinnerungen, Orte der Geschichte. Vielleicht hat er auch einen Ort, der zu seiner persönlichen Geschichte gehört und der ihm das Gefühl von Heimat vermittelt. Mancher hat gesehen, wie das Grünwalder Stadion erbaut wurde und war von Anfang an dabei. Mancher ist aufgewachsen mit dem Blick auf das Stadion und es gehört so zu seinem Leben, zu seiner Kindheit und Jugend. Man muss auch nicht immer Fußballbegeistert sein, um das Stadion zu seinem Lebensumfeld und zu seiner Heimat zugehörig zu zählen.

Ist es wünschenswert einen Ort an dem ein Sport getrieben wird, der Menschen verbindet, der Menschen in gemeinsamer Freude und Begeisterungsstürmen oder auch gemeinsamer Niedergeschlagenheit und Trauer verbindet durch einen Ort ersetzt wird, an dem sich Geschäftsleute zu Meetings und Konferenzen treffen? Was ist ein Ort der Schnelllebigkeit und des Big Business gegen einen sozialen Ort der Sport-Kultur, der gemeinsamen Freizeitgestaltung wie das Grünwalder Stadion?

Wie es an anderen Stellen in München geschehen ist könnte der neue Ort mit Kongresszentrum ein gesichts- und geschichtsloser, nichtssagender Ort werden mit einer nichtssagenden Architektur – wie man sie hier und heute allzu gerne baut- und ohne Kultur.

Wer bestimmt was geschichtsträchtig und erhaltenswert ist, wenn nicht wir als historische und soziale Wesen und Bürger einer Stadt mit Gesicht?!

Aufgrund der Baufälligkeit heisst es ein geeignetes Sanierungskonzept zu finden, dass die Originalität des Bauwerkes Grünwalder Stadion nicht schmälert. Hier könnten sich die Fürsprecher des Stadions und die Fans zusammentun und mit Spenden, Sponsoren, Initiativen und in Eigenleistung einiges erreichen.

Das Grünwalder Stadion hat keine schlechtere Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr als die Allianz Arena. Die meisten Besucher reisen mit dem Bus oder der Bahn zu den Spielzeiten in Gruppen oder vereinzelt an. Das Verkehrsaufkommen ist so weit im Voraus planbar. Ganz im Gegensatz verhält es sich mit einem Kongresszentrum, zu dem Geschäftsleute in ihren den Status anzeigenden Dienstwagen anreisen. Auch die Zeiten an denen Kongresse und andere Veranstaltungen stattfinden sind weniger weit im Voraus planbar.

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Frittenmeister 7. Juni 2007 - 10:29

Danke an unsere neue Kolumnistin Lieselotte S. für diesen Artikel! Das zeigt wieder mal, dass das Grünwalder Stadion große Vorteile hat im Gegensatz zu den Plänen der Stadt!

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