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Archiv für die Kategorie Lindenlaubs gefährliche Spitzen

Udo Lindenlaub, der Autor des Buches “Von Asche zu Asche” schreibt auf Fritten, Fussball & Bier eine exklusive Kolumne über Fussball und die Welt…

Satte Helden

Freitag, Dezember 17th, 2010

Hier schreibt Udo Lindenlaub eine exklusive Kolumne für Fritten, Fussball & Bier. Udo Lindenlaub ist der Autor des wunderbaren Buches „Von Asche zu Asche“.

Neulich habe ich eine Fahrradtour gemacht. Von Bonn nach Zürich in 7 Tagen, immer am Rhein entlang, 8 Stunden täglich. Da kommt man zwangsläufig ans nachdenken, wenn die Gedanken meditativ durch Raum und Zeit schweben. Ein skurriler Kontrapunkt  auf dem Weg durch die Natur war die plötzlich auftauchende Plastikwelt des Europaparks Rust. Hier war doch neulich etwas,  was meine Aufmerksamkeit kurzeitig geweckt hatte, dachte ich: Na klar, fiel es mir sofort wieder ein, mein Kopf ist schließlich eine Lederkugel, das Jubiläumstreffen unserer Weltmeiser von 1990 fand hier unlängst statt. Ich fragte mich, wer wohl die Geschmacklosigkeit besessen haben könnte, ausgerechnet diesen Ort für eine 20-Jahrfeier auszuwählen. Dann rief ich mir die Helden meiner Zivildienst- und Studentenzeit wieder in Erinnerung, durchschweifte die 90er Jahre und dachte an die Recken wie an gute alte Freunde. Schließlich hatten sie mich ein Jahrzehnt lang begleitet. Ich hatte Empfindungen wie bei einem Klassentreffen. Und was ist hier eine vordringliche Neugierde? Na klar, was wohl aus den Personen von damals geworden ist. Ich ging die Namen durch und erschrak ein wenig: Nur zwei Spieler aus dem Kader stehen momentan in vorderster Front und bekleiden Funktionen im Fußball, in der sie in exponierter Position volle Verantwortung tragen und so quasi zur Elite des deutschen Fußballs gehören. Der Rest dümpelt lahm, aber offenkundig  zufrieden durch die Zeitgeschichte:

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Magen-Darm-Katarrh – Nur ein Satz zur WM Vergabe 2022

Mittwoch, Dezember 8th, 2010

Hier schreibt Udo Lindenlaub eine exklusive Kolumne für Fritten, Fussball & Bier. Udo Lindenlaub ist der Autor des wunderbaren Buches „Von Asche zu Asche“.

Dieses etwas maue Wortspiel im Zusammenhang mit der mysteriösen Vergabe der WM 2022 nach Katar bitte ich die geneigte Leserschaft zu verzeihen, aber es musste einfach raus (klar, bei einem Katarrh muss alles raus) zu sehr durchströmten mich die Gedanken an diese Symptome, die mich in dem  Moment, als Sepp Blatter das Schild mit der Verkündung wie ein gelangweiltes chinesisches ZK-Mitglied in die Luft hielt, so schlagartig ereilten wie ein akuter Ausbruch ebenjenes Brechdurchfalls selbst, wobei ich mich imaginär mit zahlreichen Fans weltweit gemeinsam über der Kloschüssel wähnte, um unseren kollektiven Unmut über diese machtpolitisch motivierte, korrupte und mittels arabischem Schmieröl erkaufte Entscheidung in einer vegetativen Trotzreaktion spontan zum Ausdruck zu bringen, denn im Fifa-Exekutivkomitee hocken nur senile und käufliche Marionetten, die selbst noch niemals gegen einen Ball getreten haben dürften, mit Ausnahme des fassungslosen Kaisers, der bereits  im Vorfeld kopfschüttelnd und subtil dauergrollend das Handtuch warf und den Eindruck vermittelte, dass er mit diesen Entscheidungsträgern nie mehr etwas zu tun haben wollte und seinen rüden Abgang mit dem Rückzug ins Private halbgar zu begründen versuchte und mich somit die Furcht beschlich, dass durch diesen herben Verlust des einzigen Fußballers im Bunde eine nachhaltige Besserung erst eintritt, wenn sich das Problem Blatter bei aller Pietät biologisch gelöst haben wird, wir aber durch seinen machtpolitischen Schachzug im Zuge dieser Vergabe erst noch eine weitere ergaunerte Amtsperiode des feudalen Fußballfürsten und seines mafiösen Hofstaates erdulden müssen, welcher so dermaßen der Welt entrückt in einer Käseglocke verharrend wirkt, dass das letzte DDR-Regime im Vergleich dazu so frisch und tatkräftig erstrahlt wie die Regierung Schröder am Tag eins nach Kohl, wobei allein dieser Vergleich wiederum ein wenig Hoffnung schürt, weil ebenjener Wechsel bewies, dass wirklich jedes Regiment einmal zu Ende geht, selbst solche scheinbar auf ewig zementierten wie die von Kohl, Papst Johannes Paul und letztlich auch das des stets triefende Sonntagsreden über Fairplay sabbelnden Blatter, dessen einziges Ansinnen es zu sein scheint, dadurch in die Geschichtsbücher einzugehen, dass er eine Fußball-WM in jeden unentdeckten Winkel der Erde gebracht haben wird, mit der einzigen Prämisse, wirklich jeden gottverdammten Markt erschlossen, jeden noch so kleinen weißen Fleck auf der Weltkarte ausradiert, den Gewinn aufs höchste maximiert und die heilige Kuh Fußball-WM so gemolken und geschlachtet zu haben, dass der Fan samt seiner Kultur auf der Strecke bleibt und allenfalls klimatisierte Feste zu feiern im Stande sein wird, oder beim Versuch sein Land in einer Wüste zu unterstützen bei gemächlichen 45 Grad im Schatten dehydriert wie ein Ball ohne Luft und gleichzeitig fassungslos in unter gigantischem energetischem Aufwand auf erträgliche Temperaturen herunter gekühlten Stadien hocken muss, welche eigens für diese vier Wochen gebaut worden sein werden, um sie unmittelbar hernach zügig wieder abzubauen und woanders hin zu verschenken, nur weil sie vor Ort auf Dauer einfach nicht benötigt werden werden, wie auch, eine Wüste eignet sich nun mal nicht zum Fußballspielen, aber zu so einer simplen Erkenntnis des gesunden Menschenverstandes sind die Greise nicht mehr in der Lage, so versperrt ist der Blick für das Wesentliche durch die überdimensionalen Petrodollarzeichen in den Augen der Exekutivmitglieder, die man alle für immer und ewig in die Wüste schicken sollte, bevor die WM 2026 in die Antarktis vergeben wird, wobei ich die geneigte Leserschaft erneut um Verzeihung für diesen nahe liegenden Kalauer im Schlusshalbsatz bitten möchte …

Jenseits der Sky-Line: Offener Brief an unser Bezahlfernsehen Sky

Freitag, November 26th, 2010

Hier schreibt Udo Lindenlaub eine exklusive Kolumne für Fritten, Fussball & Bier. Udo Lindenlaub ist der Autor des wunderbaren Buches „Von Asche zu Asche“.

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Verzettelt

Mittwoch, Oktober 13th, 2010

Hier schreibt Udo Lindenlaub eine exklusive Kolumne für Fritten, Fussball & Bier. Udo Lindenlaub ist der Autor des wunderbaren Buches „Von Asche zu Asche“.

Seit jeher habe ich mich als Anhänger von Felix Magath gezeigt. Seine Maximen wie die absolute Fitness, seine Süffisanz im Umgang mit den Medien, sein strategisches Geschick bei der Trainingssteuerung vergöttert. Und ich habe diebische Freude mitempfunden in Momenten wie dem Jahrhunderttor von Grafite gegen Bayern und der folgenden Auswechslung des eigenen Stammtorwarts als Demonstration des Trotzes, ja der Genugtuung für seine tief verletze Seele infolge  der Entlassung in München. Das ging sogar soweit, dass ich zeitlich begrenzt, aber heimlich mit einem Kunstprodukt wie Wolfsburg mitgefiebert habe. Danach kam das unerwartet erfolgreiche Jahr auf Schalke, wo er mit einem sensationellen Blick für das Mögliche die Mannschaft in einen Rauschzustand versetze, in der sie ihm blind folgte.

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Ab in die Ecke – Üben!

Donnerstag, September 30th, 2010

Hier schreibt Udo Lindenlaub eine exklusive Kolumne für Fritten, Fussball & Bier. Udo Lindenlaub ist der Autor des wunderbaren Buches „Von Asche zu Asche“.

Am letzen Wochenende ist es wieder in Potenz passiert. Und zwar so zahlreich, dass ich mir vor lauter Grimm die Einzelfälle gar nicht merken konnte. Schon seit Jahren regt mich das maßlos auf, verwandelt mich in eine einzige neunzigminütige Weißglut. Und jedes Mal stelle ich mir von Neuem die Frage, was genau die Profis im Training üben – ja bisweilen sogar, was sie eigentlich hauptberuflich machen, wenn es abermals und in besonders augenfälliger Peinlichkeit geschieht.

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Phrasendrescherei

Sonntag, September 19th, 2010

Hier schreibt Udo Lindenlaub eine exklusive Kolumne für Fritten, Fussball & Bier. Udo Lindenlaub ist der Autor des wunderbaren Buches „Von Asche zu Asche“.

Die ersten Bundesligaspieltage bieten stets eine hervorragende Bühne für kecke Kiebitze eines sich alljährlich wiederholendes Schauspiels: Das der ewig gleichen Erklärungsmuster. So verhackstücken aus den Startlöchern getaumelte Trainer aus den Tiefen des Tabellenkellers folgende Textbausteine zu vielfach erprobten Ausflüchte: (weiterlesen …)

Wechselfehler – Ein offener Brief an einen entzauberten Zauberer

Mittwoch, September 1st, 2010

Hier schreibt Udo Lindenlaub eine exklusive Kolumne für Fritten, Fussball & Bier. Udo Lindenlaub ist der Autor des wunderbaren Buches „Von Asche zu Asche“.

Sehr geehrter Herr Diego!

Was waren das für unvergessliche Momente, als Sie sich im grün-weißen Werderdress in die Herzen fast aller deutschen Fußballfans zauberten. Das Spiel war auf sie zugeschnitten, der permanente Offensivrausch als Bremer Konzept war wie geschaffen für ihre Einzigartigkeit. Eigentlich müssten sie den dortigen Verantwortlichen auf ewig dankbar sein, dass sie sie mit ihrem typischen Schnäppchenblick auf einer portugiesischen Ersatzbank wach küssten. Leider nervten sie zum Schluss Ihrer Zeit an der Weser nur noch mit unerträglichen Transfergerüchten und halbseidenen Dementis. Dass sie von einem der sympathischsten ausgerechnet zum unsympathischsten Verein (der gerade einen Zwangsabstieg wegen Bestechung hinter sich hatte) und dann auch noch ins blödeste Stadion der langweiligsten Liga wechselten hat hier ehrlich gesagt keiner mehr verstanden und ließ eigentlich nur einen Schluss zu: Sie wollten wechseln, egal wohin, Hauptsache Handgeld kassieren und eine Million mehr verdienen. Und jeder halbwegs intelligente Fan hätte den Schiffbruch vorher prophezeien können. Was vorerst davon bleibt, ist eine vorübergehend verdribbelte Nationalmannschaftkarriere, zumindest eine verpasste WM.

Aber wollten Sie das wirklich selbst? Oder ist nicht sogar ihr eigener Vater das eigentliche Problem, der als Berater wirkt wie ein Kleinkrimineller, der als Scherge zufällig bei einem ausgetüftelten Millionencoup mitwirken darf: überfordert, deplaziert und punktuell größenwahnsinnig.

In der italienischen Sackgasse angekommen, folgt nun das nächste irrsinnige Wendemanöver.

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Hoeneß hinkt hinterher

Freitag, August 6th, 2010

Hier schreibt Udo Lindenlaub eine exklusive Kolumne für Fritten, Fussball & Bier. Udo Lindenlaub ist der Autor des wunderbaren Buches „Von Asche zu Asche“.

Als Uli Hoeneß sein Amt als Manager aufgab, dachte man, dass er eigentlich unersetzlich gewesen sei. Gut, Busrouten nach Oberhausen und Aue wurden noch nicht ausgearbeitet, aber irgendwie fühlte man das Ende einer Ära herannahen. Doch es kam ganz anders: Just an dem Tag, als er den Platz auf der Bayernbank mit dem Vorstandssessel tauschte, kehrte umgehend der Erfolg zurück. Zufall?

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